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Spendenquittung eines Verein an einen Trainer über erbrachte Übungsleiter-Leistungen


08.12.2014 11:30 |
Preis: ***,00 € |

Vereinsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Robert Hotstegs, LL.M.


Zusammenfassung: Die Frage betrifft die Möglichkeit einer "Rückspende" an einen Verein & die Abwicklung ohne Auszahlung/Rückzahlung. Maßgebliche Schwierigkeit ist es, den Auszahlungsanspruch des Übungsleiters sicherzustellen & die Freiwilligkeit der Spende darzustellen. Ansonsten ist die Gemeinnützigkeit in Gefahr.


Ich bin Gf eines gemeinnützigen Vereins und möchte unseren Trainern eine Spendenbescheinigung zukommen lassen, die diese dann bei der EkSt. angeben können. In der Vergangenheit haben wir es so gemacht, dass wir den Trainern die steuerfreie Übungsleiterpauschale in Höhe von 2.400 Euro überwiesen haben, welche wir von den Trainern dann sofort zurücküberwiesen bekommen haben. Unsere Trainer erbringen p.a. etwa 250 Übungsleiterstunden pro Trainer.

Diese Transaktion würden wir nun gerne umgehen. Wir möchten also eine Spendenquittung erstellen, welche vom FA anerkannt wird, die eine Spende von 2.400,- Euro enthält und bei der kein Geldtransfer vorgenommen wird.

Uns ist die Möglichkeit zugetragen worden, eine Spendenquittung über Übungsleiterleistungen zu erstellen, bei der der Trainer uns seine Arbeitskraft gespendet hat. Hier würde wir dann 2.400,- Euro in die Spendenquittung eintragen, also ca. 9,60 Euro pro Trainerstunde.

1. Ist diese Möglichkeit gängig, bzw. wird diese von den FÄ´ern anerkannt?
2. Gibt es eine andere Möglichkeit, bei der wir um die Bargeldtransaktion drumherum kommen?

Beste Grüße
Sehr geehrte Fragestellerin, sehr geehrter Fragesteller,

herzlichen Dank für Ihre Anfrage und die darin übermittelten ersten Angaben zu Ihrem Sachverhalt.

Grundsätzlich ist Ihre Vorgehensweise denkbar. Sie verringert aber nicht die Zahl der Buchungsvorgänge, da Sie selbstverständlich weiterhin einen Zahlungsausgang und eine (sofortige) Rückspende in der Vereinsbuchhaltung einbuchen müssen. Bei einer Überprüfung durch das Finanzamt könnten hierbei dann Bedenken hinsichtlich der Freiwilligkeit der Spende auftauchen. Dies gefährdet im Ergebnis die Gemeinnützigkeit Ihres gesamten Vereins! Ich empfehle daher die Vorgehensweise mit Ihrem Steuerberater oder Buchhalter gezielt abzustimmen und ggf. exemplarisch bei einzelnen Trainern zunächst mit der Finanzverwaltung "auszuprobieren", um die sicherste Möglichkeit für eine Überprüfung zu finden. Mit dem Betrag von 2.400,- € bewegen Sie sich innerhalb der Übungsleiterpauschale des § 3 Nr. 26 EStG.

Evtl. könnte es zu Missverständnissen kommen, ob es sich tatsächlich um eine Übungsleiterpauschale oder um eine Ehrenamtspauschale nach § 3 Nr. 26a EStG handelt. Nach dieser Vorschrift ist nämlich nur ein persönlicher Steuerfreibetrag in Höhe von 720 €/Jahr als allgemeine Ehrenamtspauschale möglich.

Zur Klarstellung empfiehlt es sich, dass sowohl die Vereinsgremien entsprechende Beschlüsse fassen, dass aber gleichzeitig auch die Übungsleiterverträge, -aufträge, o.ä. daraufhin durchgesehen werden, dass dort der Charakter der Pauschale klargestellt ist und ob dort ein Anspruch auf Auszahlung besteht. Dann dürfte es sinnvoll sein, gleichzeitig eine Dauerspende des Übungsleiters an den Verein zu vereinbaren. Beide (fiktiven) Zahlungen würden sich dann in der Buchhaltung wiederspiegeln müssen.

Der Spender muss in jedem Fall aber frei entscheiden können, ob er auf seinen Auszahlungsanspruch besteht oder eine Rückspende zu Gunsten des Vereins macht. Er darf zu der Spende nicht einseitig gezwungen werden. Dies gilt allerdings unabhängig von der Frage, ob Sie bargeldlos agieren wollen oder nicht. Ihr Verein muss auch die Situation "ertragen" können, dass ein Übungsleiter keine Spende leisten will bzw. leistet. Dies wird auch hauptsächliches Kriterium einer Überprüfung des Finanzamtes sein, da ansonsten ein Missbrauch Ihrer Gemeinnützigkeit vorliegen könnte.

Bitte nutzen Sie auch die Gelegenheit, zu diesen Fragestellungen auch den (häufig kostenlosen) Rechtsrat oder eine steuerrechtliche Beratung Ihres Dachverbandes einzuholen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit diesen ersten Antworten bereits weiterhelfen. Diese online-Beratung kann eine anwaltliche Erstberatung nicht ersetzen, aber Sie soll Ihnen einen ersten Eindruck von der Rechtslage vermitteln.

Mit freundlichen Grüßen,

Robert Hotstegs
Rechtsanwalt
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