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Späte angebliche Vaterschaft


01.10.2017 22:18 |
Preis: 51,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Ich hatte vor 5 Jahren eine kurze aussereheliche Affäre, one night stand, mit einer anderen verheirateten Frau. Wir hatten seither keinen Kontakt. Sie konfrontiert mich jetzt mit der angeblichen Tatsache, dass der nunmehr 4jährige Sohn mein leibliches Kind sei und will Geld von mir. So viel ich weiss hat der getrennt lebende Ehemann der Frau die Vaterschaft bisher nie angezweifelt.

Sie droht mir für den Fall, dass ich nicht zahle, über einen Anwalt eine Vaterschaftsklage einzureichen und damit unsere Beziehung öffentlich zu machen. Dies möchte ich natürlich vermeiden um meine ansonsten vollkommen intakte familiäre Situation (Ehefrau, 3 kleine Kinder) nicht zu gefährden.

Ich glaube eigentlich nicht, dass ich der Vater dieses Kindes bin (Verhütung wurde praktziert), doch besteht theoretisch diese Möglichkeit, da ich zum fraglichen Zeitpunkt der Frau einmal beigewohnt habe. Alleine die öffentliche Behauptung ich sei Vater des Kindes, unabhängig von einem eventuellen Vaterschaftstest, könnte mir erheblich schaden.

Ich habe folgende Fragen:
1. Können die Mutter oder die Mutter als Vertreterin des Kindes oder der gesetzliche Vater (Ehemann der Mutter) bewirken, dass geklärt wird ob ich leiblicher Vater des Kindes bin oder nicht, d.h. einen Vaterschaftstest erzwingen?
2. Werde ich damit, vielleicht sogar rückwirkend,unterhaltspflichtig für das Kind, falls ich der Vater bin?
3. Ich sehe das Recht des Kindes auf Kenntnis seiner Abstammung, seine ev. Unterhaltsansprüche, ev. Erbansprüche (bei mir ist mehr zu holen als beim gesetzlichen Vater) aber auf der anderen Seite meine Persönlichkeitsrechte und das Recht auf Schutz meiner Privatsphäre und meiner familiären Situation. Wie kann ich die Mutter oder den gesetzlichen Vater daran hindern öffentlich zu behaupten, dass wir eine Beziehung hatten aus der ev. ein Kind hervorgegangen ist?

Wie sollte ich jetzt vorgehen?
01.10.2017 | 22:58

Antwort

von


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Guten Abend,

ich möchte Ihre Anfrage auf der Grundlage der dazu mitgeteilten Informationen wie folgt beantworten:

Da die Kindesmutter zur Zeit der Geburt mit einem anderen Mann verheiratet war, gilt dieser Mann gemäß § 1592 BGB als Vater des Kindes solange, bis auf Grund einer Anfechtung rechtskräftig festgestellt ist, dass der Mann nicht der Vater des Kindes ist, vgl. § 1599 Abs. 1 BGB.

Zur Anfechtung der Vaterschaft ist gemäß § 1600 BGB auch die Kindesmutter berechtigt.

Ist die Anfechtung erfolgreich, kann und muss die Vaterschaft gerichtlich festgestellt werden, vgl. § 1600d BGB. Hier gilt eine gesetzliche Vermutung dahingehend, dass als Vater des Kindes vermutet wird, wer der Mutter während der Empfängniszeit beigewohnt hat.

Auf der Basis dieser rechtlichen Grundlagen beantworten sich Ihre Fragen wie folgt:

Zu 1:
Ja, die Mutter kann diese Verfahren durchführen und Sie letztlich dadurch zu einem Vaterschaftstest zwingen.

Zu 2:
Sofern Sie der Vater des Kindes sind, sind Sie dem Kind gegenüber unterhaltspflichtig.
Diese Unterhaltspflicht besteht fatisch seit Geburt des Kindes, denn der bisher für das Kind aufgekommene Scheinvater hat entsprechende Ersatzansprüche gegen Sie, vgl. BGH, Urteil vom 09.11.2011, Az.: XII ZR 136/09.

Zu 3:
Gegen öffentliche Behauptungen, die außerhalb eines gerichtlichen Verfahrens erfolgen, können Sie sich aus dem Gesichtspunkt der Verletzung Ihres Persönlichkeitsrechtes wehren: gegen die gerichtliche Klärung der Vaterschaft hingegen bestehen keine Abwehrmöglichkeiten. Sofern die Kindesmutter ein solches Verfahren gegen Sie einreicht, können und müssen Sie daran teilnehmen, um Versäumnisentscheidungen zu vermeiden.

Vielleicht können Sie sich mit der Kindesmutter ja darauf verständigen, dass zunächst ein Gutachten eingeholt wird, um festzustellen, ob Sie der Vater sind. Je nach Ausgang dieser Untersuchung dürfte das weitere Vorgehen klar sein. Sollten Sie der Vater sein, kommen Sie um Zahlungen nicht herum.


Mit freundlichen Grüßen





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