Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
466.191
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Sonderkündigungsrecht von dreijährigem Fitnessvertrag bei Umzug


16.12.2014 12:10 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,


ich habe dieses Jahr einen Vertrag („Nutzungsvereinbarung") mit einem Fitnessstudio in Baden-Württemberg über drei Jahre abgeschlossen. Das Studio bietet neben Geräten persönliche Betreuung, Sportkurse und einen Wellnessbereich. Da ich Studentin bin, habe ich mich für eine längere Vertragsdauer mit einem günstigeren Tarif entschieden. Ich habe eine Zusatzvereinbarung unterzeichnet, auf der ich mein Einverständnis mit der langen Vertragsdauer erklären musste. Mehr wurde auf dem Dokument nicht erwähnt. Ich fragte die Mitarbeiterin, die meinen Vertrag unterzeichnete, ob ich ein Sonderkündigungsrecht bei Umzug hätte, was diese bejahte.

Nach 7 Monaten musste ich aus beruflichen Gründen umziehen, mein Hauptwohnsitz liegt nun über 600 km vom Fitnessstudio entfernt. Bei dem Studio handelt es sich nicht um eine Kette, es gibt keine Filiale in meiner neuen Stadt. Ich forderte daraufhin schriftlich mein Sonderkündigungsrecht bei Umzug ein und fügte eine Kopie meiner Meldebestätigung bei. Vom Fitnessstudio bekam ich die Antwort, dass ich in meiner „Mitgliedschaft keine außerordentliche Möglichkeit bei Umzug" vereinbart hätte und meine Kündigung deshalb unwirksam sei und die Mitgliedschaft regulär bis zum Ende des Vertrags weiterlaufen müsse. Daraufhin habe ich alle bereits bezahlten Mitgliedsbeiträge seit meinem Umzug zurückbuchen lassen.

Meine Fragen sind:

- Steht mir das gesetzliche Sonderkündigungsrecht bei Umzug in jedem Fall zu? Ab welchem Datum kann ich die Sonderkündigung geltend machen? Hat der dreijährige Vertrag und die von mir unterzeichnete Sondervereinbarung einen Einfluss darauf?

- Kann das Studio mich zwingen, alle restlichen Mitgliedsbeiträge, wie im Vertrag vermerkt, auf einmal zu zahlen? Hierzu heißt es im Vertrag: „Gerät das Mitglied schuldhaft mit mind. zwei Wochenbeiträgen in Verzug, so werden die gesamten zukünftigen Beträge sofort zur Zahlung fällig. Es wird dem Kunden erlaubt, den Gesamtbetrag in einwöchigen Raten zu bezahlen."

- Wie soll ich weiter vorgehen? Sollte ich mich eventuell auf einen Kompromiss mit dem Studio einlassen oder es auf ein Gerichtsverfahren ankommen lassen? Wie steht es mit meinen Erfolgsaussichten?
16.12.2014 | 13:39

Antwort

von


1303 Bewertungen
Schwarzer Bär 4
30449 Hannover
Tel: 0511 1322 1696
Tel: 0177 2993178
Web: www.kanzlei-hoffmeyer.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen
Sehr geherte Fragestellerin,

zu Ihren Fragen:

Steht mir das gesetzliche Sonderkündigungsrecht bei Umzug in jedem Fall zu? Ab welchem Datum kann ich die Sonderkündigung geltend machen? Hat der dreijährige Vertrag und die von mir unterzeichnete Sondervereinbarung einen Einfluss darauf?

Wenn Ihnen das Kündigungsrecht versprochen worden ist, steht Ihnen dieses auch zu, allerdings dürften Sie Schwierigkeiten haben, dieses zu beweisen, wenn es nicht schriftlich fixiert ist.

Allerdings sieht die Rechtsprechung die Unwirksamkeit bei Klauseln vor, wenn die Verträge länger als zwei Jahre geschlossen werden. Auch wenn es sich um eine Zusatzvereinbarung handelte, war diese vorformuliert und dürfte eine klassische Umgehung sein, die ebenfalls nichtig ist. Folge wären dann die gesetzlichen Kündigungsfristen von einem Monat.

Sie konnten daher ab dem Tag der Ummeldung an Ihre neue Adresse den Vertrag zum Monatsende kündigen, gestützt auf den Umzug, der ebenfalls ein Sonderkündigungsrecht bewirkt, solange es keine Kette ist und keinerlei zumutbare Möglichkeit gibt, das Sie den Vertrag weiter nutzen können und weiter gestützt auf die Unwirksamkeit des Drei-Jahres-Vertrages.



- Kann das Studio mich zwingen, alle restlichen Mitgliedsbeiträge, wie im Vertrag vermerkt, auf einmal zu zahlen? Hierzu heißt es im Vertrag: „Gerät das Mitglied schuldhaft mit mind. zwei Wochenbeiträgen in Verzug, so werden die gesamten zukünftigen Beträge sofort zur Zahlung fällig. Es wird dem Kunden erlaubt, den Gesamtbetrag in einwöchigen Raten zu bezahlen."

Da die Kündigungen wirksam sind, kann dies ebenfalls nicht von Ihnen verlangt werden. Sie brauchen keinerlei Beiträge mehr zu zahlen, wenn die Frist von einem Monat nach dem Umzug abgelaufen ist.


- Wie soll ich weiter vorgehen? Sollte ich mich eventuell auf einen Kompromiss mit dem Studio einlassen oder es auf ein Gerichtsverfahren ankommen lassen? Wie steht es mit meinen Erfolgsaussichten?

Falls Sie eine Rechtsschutzversicherung haben sollten, würde ich es darauf ankommen lassen.

Falls nicht können Sie sich ebenfalls auf einen Rechtsstreit einlassen, falls das Studio oder eine Filiale von Ihrem Wohnort länger als eine Fahrstunde entfernt sein sollte, was bei Ihnen der Fall zu sein scheint.

Bei weiteren Fragen oder wenn Sie bei diesem Fall Hilfe brauchen sollten, stehe ich Ihnen selbstverständlich jederzeit zur Verfügung, da meine Kanzlei auch auf bundesweite Mandate ausgerichtet ist.

Mit freundlichen Grüßen


Hoffmeyer, LL.M.
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 12.01.2015 | 15:44

Sehr geehrter Herr Hoffmeyer,


vielen Dank für Ihre Antwort.

Das Fitnessstudio beharrt nach wie vor darauf, dass ein Sonderkündigungsrecht extra hätte vereinbart werden müssen. Außerdem wird angeführt, dass es sich bei der Mitgliedschaft um einen "Miet-und Dienstleistungsvertrag" handelt, bei dem ein Sonderkündigungsrecht bei Umzug von vornherein ausgeschlossen sei.

Darum nochmal meine Frage: Steht mir das Sonderkündigungsrecht meines dreijährigen Fitnessvertrages in jeden Fall zu oder gibt es eventuell Einschränkungen oder Gerichtsurteile zu meinem Nachteil?


Mit freundlichen Grüßen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.01.2015 | 16:39

Sehr geehrte Fragestellerin,

ein Sonderkündigungsrecht existiert auch bereits gesetzlich unter engen Voraussetzungen.

Dieses kann auch nicht damit abgelehnt werden, dass es sich um einen Miet- Dienstvertrag handele. Das spielt insofern keine rechtliche Rolle.

Sie können dann einen Rechtsstreit riskieren, wenn das Studio mehr als eine Autostunde entfernt sein sollte und auch sonst keine anderweitigen Möglichkeiten des Trainings an Ihrem Wohnort bestehen.

Falls Sie weiteren Fragen oder wenn Sie bei diesem Fall Hilfe brauchen sollten, schreiben Sie mich bitte direkt per E-Mail an, da diese Plattform nur eine einmalige Nachfrage erlaubt, ich Ihnen aber auch weiterhin bei kostenfreien Nachfragen zur Verfügung stehen möchte und meine Kanzlei auch auf bundesweite Mandate ausgerichtet ist.

Mit freundlichen Grüßen


Hoffmeyer, LL.M.
Rechtsanwalt

ANTWORT VON

1303 Bewertungen

Schwarzer Bär 4
30449 Hannover
Tel: 0511 1322 1696
Tel: 0177 2993178
Web: www.kanzlei-hoffmeyer.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Strafrecht, Verkehrsrecht, Vertragsrecht, Kaufrecht, Miet und Pachtrecht, Erbrecht, Verwaltungsrecht, Baurecht, Internet und Computerrecht, Zivilrecht, Arbeitsrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 57042 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Meine Frage wurde in sehr kurzer Zeit sehr präzise beantwortet. Das hilft mir gewaltig bei der Entscheidung zur weiteren Verfahrensweise. Eine Nachfrage war nicht nötig und ich fühle mich durch die Antwort wirklich sehr gut ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antwort von Herrn Raab hat mir sehr geholfen! Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis! Ich hatte den Eindruck, eine sehr persönliche Beratung zu bekommen! Danke vielmals! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Der Anwalt hat den Sachstand richtig verstand und hat dementsprechend geantwortet und Argumentiert ...
FRAGESTELLER