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Sind dauerelastische Fugen, Wartungsfugen oder nicht ?


11.12.2014 11:43 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle



Sehr geehrte Damen und Herren,

wir sind ein Fliesenlegermeisterbetrieb und haben am 06.01.2013 einen Auftrag für die Verfliesung von Bädern angenommen.
Die Vertragsgrundlage war die VOB Teil B und C bzw. die VOL in der zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses in der geltenden Fassung und die einschlägigen anwendbaren DIN oder technischen Normen zum Zeitpunkt der Abnahme.

Die förmliche Nachabnahme der Leistungen erfolgte am 22.04.2013.

Wir haben nun am 19.11.2014 eine Mängelanzeige erhalten in der die dauerelastische Verfugung oberhalb der Acrylbadewanne und Dusche gerissen sei und Wasser unter der Badewanne und Duschetasse, durch unsere Isolierung in Nachbarzimmer Eintritt und dort einen Wasserschaden verursacht.

Bei der Ortsbesichtigung am 04.12.2014 konnte ich die abgerissene Flankenhaftung der Silikonfuge sehen und habe dem GU Bauleiter geschildert,
dass
- Silikonfugen Wartungsfugen sind und nicht der Gewährleistung unterliegen.
- Wartungsfugen nach DIN 52460 wie folgt definiert werden
Auszug DIN 52460 ( Quelle Google _ IVD Merkblatt 15 / bei Punkt 7.1
.
"Als Wartungsfuge sind alle Fugen definiert, die starken chemischen oder physikalischen Einfüßen ausgesetzt sind und deren Dichtstoffe in regelmäßigen Zeitabständen überprüft
und ggf. erneuert werden müssen um Folgeschäden zu vermeiden.

Hierzu gehören auch Fugenabrisse aufgrund von Estrichaufschüßelungen, übermäßiger Beansprngung sowie Veränderungen durch andere Äüßere Einwirkungen, die die zulässige Gesamtverformung des Dichtstoffes überfordern. ( Fall Badewanne gibt trotz Wannenträgers nach )
Zusätzliche Belastungen sind gegeben, wenn mit permanent auftretenden und schwer kontollierbaren chemischen Beanspruchungen (Wasser, Reinigungsmittel, Ablagerungen von Schmutz) und / oder ständigen mechanischen Beanspruchungen (Reinigung,Begehen,Befahren zu rechnen ist. ( Fall : Badewanne und Dusche Wasser , Reinigungsmittel / Dusche wird begangen )
Dadurch verursachte Mängel berechtigen nicht zur Reklamation , da diese im Rahmen der handwerklichen Leistungen nicht zu verhindern sind.

Eine Permanente Überprüfung der Fuge erfolgt, soweit nichts anderes Vereinbart durch den Bauherrn, Ein Wartungsvertrag oder eine permanente Kontrolle durch den Auftragnehmer besteht nicht. Entstehende Sanierungskosten sind durch den Bauherrn zu begleichen.

Desweiteren soll ich die Folgeschäden regulieren.

Unter openjur.de habe ich ein Urteil vom 27.Sep 2001 AZ.42 C 9839/01
gelesen wobei auch Leitungswasser durch die defekte Silikonfuge in die Zwischendecke gelangt ist und dies über die Gebäudeversicherung des Eigentümers reguliert wurde.

Um mich zu vergewissern möchte ich wissen

Ist meine Anschlußfuge zur Badewanne und Dusche nun eine Wartungsfuge lt der definition der o.g.DIN und in wie weit muss ich hier Gewährleistung erbringen.

Wer trägt die Folgeschäden

Ich wäre Ihnen über eine Antwort sehr dankbar und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen
Rubin


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Sehr geehrter Ratsuchender,


grundsätzlich unterliegen Sie der fünfjährigen Gewährleistungszeit auch für die dauerelastishce Verfugung, denn es sit ein weit verbreiteter Rechtsirrtum, dass bei solchen Arbeiten generell keine Gewährleistung gilt.


Aber diese Gewährleistung kann wirksam vertraglich ausgeschlossen werden, meistens durch den Satz:

Dauerelastische Versiegelungsfugen sind Wartungsfugen und unterliegen daher nicht der Gewährleistung.


Fehlt es an einem solchen ausdrücklichen Hinweis (ein allgemeiner Hinweis auf eine DIN reicht nicht!) gegenüber dem Bauherren, entfällt die Gewährleistung auch nicht.


Denn gerade im Sanitärräumen hat die elastische Fuge (auch) die Abdichtungsfunktion, d.h. der Baukörper ist dauerhaft vor Nässe zu schützen.

Und von "dauerhaft" wird man bei so einem verhältnismäßig kurzen Zeitraum nicht ausgehen können.


Zudem würde zu prüfen, ob die dauerelastische Fuge ggfs. schlecht ausgeführt ist, denn dann haften Sie auf jeden Fall dafür und für die Folgeschäden. Ist die Fuge dagegen nur schlecht gepflegt und deshalb defekt, dann werden Sie (falls es den Hinweis gibt) nicht haften - aber nach so kurzer Zeit würde ich eine mangelhafte Wartung eher verneinen.



Die Gebäudeversicherung wird regulieren, aber dann einen möglichen Verursacher in Regress nehmen und das könnten dann Sie sein, wenn der Hinweis fehlt oder die Verfugung selbst mangelhaft ausgeführt sein sollte - Letzteres würde ich aufgrund des Zeitablaufes nicht gänzlich ausschließen.



Ich würde Ihnen raten, nach Prüfung der Verträge wegen des Hinweises dann ggfs. die Sache vor ort mit einem Gutachter anzusehen, auch um mögliche Hinweise auf eine mangelhafte Wartung sichern zu können.



Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg
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