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Selbstschuldnerische Bürgschaft / GmbH-Geschäftsführer


| 08.12.2013 13:26 |
Preis: ***,00 € |

Gesellschaftsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA


Zusammenfassung: Gesamtschuldnerische Haftung der GmbH Geschäftsführer aus einer Bankbürgschaft in voller Höhe. Ausgleichsanspruch gegen den mithaftenden Geschäftsführer Gesellschafter.


Wir - zwei GmbH-Geschäftsführer - haben zur Absicherung unserer Keditlinie von insgesamt 100.000 € jeweils eine selbstschuldnerische Bürgschaft in Höhe von 100.000€ abgeschlossen. Heißt das, dass beispielsweise im Falle einer Insolvenz und der vollen Ausnutzung der Kreditlinie, die Bürgschaften jeweils zu 50% in Anspruch gnommen werden kann. Oder ist es so, dass wenn ein GF die Bürgschaft nicht bedienen kann, alles bei dem jeweils anderen anfällt?

Kann durch einen internen Vertag zwischen den GF geregelt werden, dass jeder GF mit jeweils für 50% der Kreditlinie bürgt?

Kann eine selbstschuldnerische Bürgschaft gegenüber einer Bank in eine Ausfallbürgschaft umgewandelt werden?

Vielen Dank für die Beantwortung!
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Angaben nachfolgend beantworte:

1. Für die selbstschuldnerische Bürgschaft haftet jeder Geschäftsführer der GmbH persönlich in voller Höhe des abgeschlossenen Bürgschaftsvertrages. D.h. die Bank kann sich von den beiden GmbH Geschäftsführern denjenigen heraussuchen, den sie am liquidesten einschätzt. Eine Rangfolge bei der Inanspruchnahme bzw. eine vorherigen erfolglose Inanspruchnahme eines Geschäftsführers seitens der Bank ist nicht erforderlich.

2. Auch wenn weitere Sicherheiten zugunsten der Bank bestehen, kann sich die Bank die Reihenfolge der Sicherheitenverwertung aussuchen und damit auch die Geschäftsführer aus der Bürgschaft zuvorderst in Anspruch nehmen.

3. Aufgrund der gesamtschuldnerischen Haftung der Geschäftsführer besteht im Innenverhältnis ein Ausgleichsanspruch nach § 426 BGB. D.h. ein Geschäftsführer der aus der Bürgschaft eine höhere Inanspruchnahme zu verkraften hatte, hat gegenüber dem anderen Bürgen dann einen Ausgleichsanspruch. Insoweit bedarf es für eine gleiche Haftung oder einen Ausgleich keinen Vertrag, da sich dies aus § 426 BGB ergibt.

4. Die Änderung der selbstschuldnerischen Bürgschaft in eine Ausfallbürgschfaft bedarf der Zustimmung der Bank. Diese wird aber von ihrer bestehenden Vertragsposition nicht abweichen, so dass aus meiner Sicht hier keine Möglichkeit besteht die Bürgschaftschafthaftung abzumildern.

Ich hoffe ich konnte Ihnen einen hilfreichen Überblick verschaffen und stehe Ihnen im Rahmen der kostenlosen Nachfragemöglichkeit weiterhin zur Verfügung.

Mit besten Grüßen


Nachfrage vom Fragesteller 08.12.2013 | 18:12

Wie ist der Ausgleichsanspruch zwischen den Geschäftsführern geregelt? 50:50 (bei gleicher Stammeinlage)? Kann/muss ein GF ihn gegenüber dem andern GF einklagen? Was passiert bei einer Privatinsolvenz des schwächer beanspruchten GF? Ist dann ein Ausgleichsanspruch überhaupt zu realisieren?

Danke für die Antwort!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 09.12.2013 | 10:55

Vielen Dank für die Rückmeldung. Der Ausgleichsanspruch richtet sich nach der übernommenen Bürgschaftshöhe des jeweiligen Geschäftsführer. Da die Bürgschaft jeweils in gleicher Höhe abgegeben wurde, besteht ein hälftiger Ausgleichsanspruch (50:50) für die Inanspruchnahme. Sollte ein GF den Ausgleichsanspruch nicht erfüllen, muss dieser gerichtlich durchgesetzt werden. Im Falle einer Privatinsolvenz eines GF wird die Bank den anderen GF aus der Bürgschaft in Anspruch nehmen. Der Ausgleichsanspruch ist dann zur Insolvenztabelle geltend zu machen. Der Ausgleichsanspruch wird dann durch die Insolvenzquote allenfalls teilweise befriedigt werden.

Insoweit besteht hier ein Risiko, dass der nichtinsolvente GF seinem Ausgleichsanspruch aufgrund der Insolvenz nicht wird durchsetzen können. Hilfreich wäre daher sicherlich, dass eine werthaltige Sicherheit durch die GF gestellt wird und die Bürgschaft zurückgegeben wird. Dies reduziert das Haftungsrisiko eines GF in voller Höhe für das Darlehen der GmbH zu haften.

Ich hoffe ich konnte Ihre Nachfrage beantworten und stehe bei Fragen gerne weiterhin zur Verfügung.

Mit besten Grüße

Bewertung des Fragestellers 11.12.2013 | 06:20


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