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Selbständige Arbeit, Umzug ins Ausland und die Steuer


| 11.01.2017 06:08 |
Preis: 68,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Maike Domke


Zusammenfassung: Steuerpflicht bei Umzug ins Ausland


Guten Tag,

bei mir geht es um Folgendes: Ich arbeite zurzeit selbständig als freiberuflicher Übersetzer in Deutschland und bin deutscher Staatsbürger. Ich möchte bald meinen kompletten Wohnsitz in Deutschland aufgeben und diesen nach Südkorea verlegen. In Deutschland würden damit keinerlei Mietverträge mehr bestehen. Mieteinnahmen aus Deutschland, ein Gewerbe mit Sitz in Deutschland oder Wertpapiere habe ich auch nicht. Aus Korea würde ich aber weiterhin selbständig, hauptsächlich für deutsche Unternehmen, über das Internet arbeiten und Zahlungen auf mein deutsches Konto erhalten. In Südkorea werde ich mich auch mehr als 183 Tage im Jahr aufhalten, falls dies eine Rolle spielt.

1. Muss ich meine selbständige Tätigkeit in Deutschland bei meinem Umzug abmelden?

2. Gelte ich mit meiner Arbeit als nicht mehr steuerpflichtig in Deutschland oder wäre ich noch beschränkt steuerpflichtig?

3. Wie wie wird mein Einkommen aus selbständiger Arbeit im Jahr meines Wegzugs versteuert? Alles in Deutschland, alles in Korea oder auf beide Länder verteilt? Wie im Folgejahr?

4. Wird das Doppelbesteuerungsabkommen Deutschland – Republik Korea angewendet? Gilt dieses auch wenn ich in Deutschland nicht mehr steuerpflichtig wäre oder nur bei beschränkter Steuerpflicht?

5. Wie sind die 183 Tage zu verstehen, die in Artikel 14 des DBAs genannt werden? So wie ich es verstehe, bezieht sich diese Regelung nur auf die deutschen Einkünfte (falls meine Arbeit so auszulegen wäre) und nicht auf mein Welteinkommen, oder?

Vielen Dank!
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Ja, Sie leben ja in Korea und sind dann auch dort steuerpflichtig. Es macht keinen Sinn, das Gewerbe in Deutschland zu behalten.

2. Sie sind dann in Korea steuerpflichtig, beschränkte Steuerpflicht würde nur bestehen, wenn Sie in Deutschland noch Einkünfte hätten.

3. Für das Jahr des Umzugs wird von der deutschen Finanzverwaltung der Progressiosnvorbehalt angewandt, d. h. Sie sind hier mit den Einkünften aus Deutschland noch hier steuerpflichtig, auf die ausländischen Einkünfte werden zwar im Inland keine Steuern erhoben, sie unterliegen aber dem sog. Progressionsvorbehalt. Im Folgejahr wir alles in Korea versteuert.

4. Das DBA wird angewendet, wenn Sie in beiden Staaten als steuerpflichtig gelten. Das kommt nur im Jahr des Umzugs in Betracht. Es soll verhindrt werden, dass Ihr Einkommen in beiden Staaten besteuert wird.

5. Sie müssen sich 183 Tage im Ausland bzw. Tätigkeitsstaat aufhalten, um dort als steuerpflichtig zu gelten. Auf die Einkünfte kommt es nicht an, lediglich auf den tatsächlichen Aufenthalt.

Mit freundlichen Grüßen
Maike Domke
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 12.01.2017 | 09:45

Guten Tag Frau Domke,

vielen Dank für Ihre Antwort! Bitte erlauben Sie mir die folgenden Rückfragen:

Zu 2: Nur um sicherzugehen, meine Einkünfte aus der Arbeit für deutsche Unternehmen mit Zahlungen auf mein deutsches Konto gelten also nicht als Einkünfte aus Deutschland?

Zu 3: Sind hier mit den "Einkünften aus Deutschland" die Einkünfte gemeint, die ich erhalte bzw. in Rechnung stelle, bevor ich meinen Wohnsitz aufgebe und mich beim Finanzamt abmelde oder würde das auch Zahlungen betreffen, die ich noch nicht erhalten/in Rechnung gestellt habe, aber bei denen die Ausführung in dem Zeitraum lag, in dem ich noch in Deutschland war? Wie ich gelesen habe, werden bei der Angabe der ausländischen Einkünfte für den Progressionsvorbehalt Nachweise vom deutschen Staat verlangt, dass das ausländische Einkommen versteuert wurde bzw. steuerfrei im ausländischen Staat ist. Können Sie mir vielleicht sagen, welche Nachweise bezüglich der Steuerfreiheit vom Staat akzeptiert werden? In Korea hat mir die koreanische Finanzbehörde bisher nur mitgeteilt, dass sie kein Interesse an einer Besteuerung meiner Einkünfte aus selbständiger Arbeit haben, wenn das Geld nicht auf ein koreansiches Konto gezahlt wird, aber einen genauen Beleg im Gesetz konnte ich bisher nicht für diese Aussage finden.

Vielen Dank für Ihre Hilfe und viele Grüße!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.01.2017 | 17:30

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Nachfrage beantworte ich wie folgt:

1. Ein deutsches Konto ist unerheblich. Es kommt auf den Ort der Dienstleistung an.

2. Es sind alle Zahlungen / Einkünfte in Deutschland zu versteuern, für die auch hier die Leistung erbracht wurde. Auf den Zeitpunkt der Rechnungstellung kommt es nicht an.
Eine mündliche Aussage reicht nicht aus, Sie benötigen eine schriftliche Bestätigung, die von einem staatlich anerkannten Übersetzer beglaubigt ins Deutsche übertragen wurde.

Mit freundlichen Grüßen
Maike Domke
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 12.01.2017 | 17:38


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