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Selbständig tätig in Deutschland mit Wohnort in Thailand


| 20.11.2014 13:32 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Situation:
- Branche: IT-Beratung und Software-Entwicklung als Dienstleistung
- Umsatz: > 150.000 Euro, aber < 500.000 Euro / Jahr
- Status in 2013: Selbständig als Freiberufler
- keine Angestellten, aber 5 freiberufliche Mitarbeiter, die mehr als 50% des Umsatzes erwirtschaften
- Bisherige steuerliche Meldung: in Deutschland
- Wohnsitz: Thailand, keine Meldung mehr im Deutschland

Ich bin selbständig tätig in Deutschland mit Wohnort in Thailand, habe keine private Wohnadresse mehr in Deutschland, aber eine Firmenadresse und eine steuerliche Meldung als Freiberufler.
In Thailand bin ich abhängig beschäftigt und steuerlich gemeldet.

Frage 1: Muss ich für 2014 ein Gewerbe in Deutschland anmelden, weil ich weniger als 180 Tage in Deutschland war und die Mitarbeiter einen Großteil des Umsatzes erwirtschaften?

Frage 2: Wo bin ich als Privatperson steuerpflichtig?

Problematik: Als GF eines Gewerbetriebes bzw. einer UG/GmbH (die in 2014 gegründet wurde) bin ich nun in Thailand ansässig, aber das Unternehmen hat seinen Sitz in Deutschland. Das Doppelbesteuerungsabkommen vom 1976 zwischen Thailand und Deutschland kann hier zur Klärung einer Steuerpflicht in Thailand nicht herangezogen werden (das hängt von den Regelungen vor Ort ab). Es besteht die Gefahr einer Doppelansässigkeit. Das Verständigungsverfahren zur Klärung ist zu vermeiden, weil es langwierig ist. Wichtig scheint hier auch der Aspekt der Verwertung der Arbeit des GF, der zugleich Mitarbeiter in Projekten ist, zu sein: Während reine Entscheidungen den Steuerfalls in Deutschland wohl nicht auslösen, könnte es aber bei aktiver Mitarbeit in Projekte der Fall sein.

Frage 3: Wie kann die Doppelansässigkeit vermieden werden? Wie kann ein Verständigungsverfahren / Doppelbesteuerung vermieden werden?

Frage 4: Wenn der GF ein Gehalt von der UG/GmbH bekommt, löst das dann den Steuerfall in Thailand aus? Bedarf es hier einer Genehmigung (work permit) von thailändischer Seite?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:
1. Ob Sie das Gewerbe anmelden müssen, richtet sich zum einen erst einmal danach, ob Sie eine gewerbliche oder lediglich freiberufliche bzw. selbständige Tätigkeit ausüben zb als studierter Informatiker. Bei letzterem handelt es sich um überhaupt keine gewerbliche Tätigkeit, sondern um eine freiberufliche bzw. selbständige Tätigkeit für die Sie keinen gewerbeschein benötigen.
2. Ob Sie weniger oder mehr als 186 Tage in Deutschland waren, spielt für die Besteuerung der Einkünfte aus Ihrer Tätigkeit als IT Berater und Softwareentwickler nicht unbedingt eine Rolle. Entscheidend wird wohl sein, ob Sie eine sog. Betriebsstätte in Deutschland haben, § 12 AO. Eine Betriebstätte ist jede feste Geschäftseinrichtung oder Anlage, die der Tätigkeit eines Unternehmens dient. Hier schreiben Sie nur, dass Sie noch über eine Firmenadresse in Deutschland verfügen, so dass ich davon ausgehe, dass es sich um eine reine Briefkastenfirma handelt, sondern sich dort auch Räume befinden oder ein Server etc., so dass die Einkünfte aus der selbständigen Tätigkeit auch in Deutschland zu versteuern sind. Falls Sie nochmals Ausführungen zu den genauen Gegegebenheiten bezüglich der Räumlichkeiten machen, kann ich hier nochmals im Rahmen der Nachfrage Stellung nehmen.
3. Eine Doppelansässigkeit besteht gar nicht; es liegt nur eine Betriebsstätte in Deutschland vor, so dass die Gewinne aus der Betriebsstätte in Deutschland zu besteuern sind; vgl. auch Art .7 DBA Deutschland-Thailand
Solange auch eine Betriebsstätte in Deutschland besteht, hat Deutschland unabhängig von einem Wohnsitz in Thailand auch Besteuerungsrecht.
4. Der Lohn als GF wäre bei einem Wohnsitz in Thailand auch dort zu besteuern.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 21.11.2014 | 04:27

Bzgl. Frage 1: Hier wollte ich wissen, ob ich in der vorliegenden Konstellation ein Gewerbe anmelde, weil die Art und der Umfang der Tätigkeiten nicht mehr im Einklang mit dem freien Beruf ist. Ich nutze die Betriebsstätte in Deutschland praktisch kaum und die Mitarbeiter arbeiten von zu Hause aus. Durch den hohen Umsatzanteil der Mitarbeiter könnte gewerbe- und/oder steuerrechtlich der Fall eintreten, dass dies eine gewerbliche Tätigkeit ist. Inhaltlich geht es um komplexe Anwendungsprogrammierung durch Software-Ingenieure, was sicherlich als "freier Beruf" zu bezeichnen ist. Können Sie also bitte nochmal kurz bestätigen, dass eine gewerbliche Tätigkeit trotz Auslandaufenthalt und der Mitarbeiter nicht vorliegt?

Bzgl. Frage 2: Wie gesagt nutze ich die Räume nur an wenigen Tagen im Jahr. Es gibt dort auch keinen Server o.ä., weil ich mit einem Laptop arbeite. Eine Präsenz ist aufgrund der Tätigkeit auch gar nicht notwendig. Die Verwertung meiner Arbeit findet in Deutschland statt. Bin ich dann bzgl. der Einnahmen dennoch nur in Deutschland steuerpflichtig und muss diese Einkünfte in Thailand gar nicht angeben?

Bzgl. Frage 3: Es stellt sich mir nicht ganz so einfach dar, wie Sie es schildern. Bei Doppelansässigkeit ist zur Klärung der Frage, welchem Land das Besteuerungsrecht zusteht das DBA zwischen Deutschland und Thailand heranzuziehen. Gemäß Art. 7 Abs. 1 DBA sind Gewinne eines Unternehmens grds. in dem Land zu besteuern, in welchem die Gesellschaft ansässig ist. Nach Art. 4 DBA ist Ansässigkeit gegeben in dem Land, in welchem die Gesellschaft ihren Sitz hat oder ihren Ort der Geschäftsleitung hat. In Ihrem Fall wäre Ansässigkeit somit in Deutschland gegeben, da hier der Sitz der Gesellschaft ist und Ansässigkeit in Thailand, da dort der Geschäftsleitung liegt. Eine Doppelansässigkeit ist daher gegeben. Das DBA Deutschland/ Thailand regelt, dass im Falle der Doppelansässigkeit einer Gesellschaft die zuständigen Behörden beider Länder die Frage in gegenseitigem Einvernehmen regeln. Praktisch bedeutet dies, dass beide Länder zunächst das Einkommen besteuern dürfen und anschließend im Rahmen eines Verständigungsverfahrens die Frage der Beseitigung der Doppelbesteuerung geregelt wird. Dieses langwierige Verständigungsverfahren sollte umgangen werden. Sind Sie sich also sicher, dass keine Doppelansässigkeit in meinem Fall besteht?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.11.2014 | 13:21

Ich antworte Ihnen wegen des Umfangs per E-Mail.

Bewertung des Fragestellers 01.12.2014 | 13:38


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

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"ich bin mit der Antwort des Rechtsanwaltes absolut nicht zufrieden. Folgende Mängel sind festzustellen:
a) Unzulängliche, ungenaue Antworten: Zum Beispiel berücksichtigt der RA bei der Frage 2 nicht, dass nach Art. 4 DBA Ansässigkeit in Thailand gegeben sein kann, da hier die Gesellschaft ihren Ort der Geschäftsleitung hat. Auch die Frage nach dem Gewerbebetrieb ist nicht zufriedenstellend beantwortet: Hier hätte der RA zwingend auf §15 Abs. 2 Einkommensteuergesetz (EStG) abheben müssen, was er jedoch unterlies. Entweder er hat keine Kenntnisse über die Regelungen oder er wollte sich nicht näher einlassen. Weitere Beispiele erspare ich mir hier.
b) Eine Antwort auf meine Nachfrage bleibt der RA bis heute schuldig. Am 25.11.2014 um 13:21 Uhr versprach der RA: "Ich antworte Ihnen wegen des Umfangs per E-Mail.". Dies ist bisher nicht erfolgt.
Insgesamt ist solch eine "Auskunft" und die fehlende Antwort auf eine Nachfrage inakzeptabel. Eine verwertbare Rechtsauskunft sieht anders aus. D"