Schwerbehindertenrecht: Widerspruch gegen Feststellung des GdB durch Versorgungsamt
Hallo,
meine Mutter hat beim Versorgungsamt nach Rücksprache mit Ihrem Hausarzt die Feststellung eines GdB von 50% beantragt. Nun hat Sie den Bescheid bekommen und das Versorgungsamt hat alle Erkrankungen berücksichtigt und bestätigt (sogar solche, die nicht im Antrag standen). Es wurde ein GdB von 30 mit dauerhafter Beeinträchtigung der körperlichen Bewegungsfähigkeit festgestellt.
Meiner Meinung nach ist der festgestellte GdB zu niedrig. Erkrankungen sind:
1. Psychovegetative Störungen, Funktionelle Organbeschwerden, Funktionelle Störung des Dickdarms (Colon irritabel):
Meine Mutter hat ständig wechselnden Stuhldrang, der oftmals mit starken Durchfällen und Schmerzen (tilweise auch Nachts) verbunden ist. Sie hat z.B. von Ihrem Arbeitplatz bis nach Hause eine Strecke von 700 m, trotzdem hat Sie in letzter Zeit es manchmal nicht mehr geschafft und in die Hose gemacht. Ein Einkaufen und Teilnahme am normalen Leben ist fast nicht mehr möglich, weshalb Sie psychisch stark darunter leidet. Nach den "Durchfallattacken" ist sie oftmals dermaßen ausgelaugt und erschöpft, das sie sich nur noch hinlegen kann. Sie hat in den letzten Jahren auch stark abgenommen, da sie kaum noch etwas essen mag.
2.Schwerhörigkjeit beidseitig, Ohrgeräusche (Tinnitus), Gleichgewichtsstörungen:
Meine Mutter muss ständig Ohrstöpsel tragen, die Geräusche rausfiltern, weil sie eine starke Überempfindlichkeit gegen hohe Töne hat (bei Ihrem Job als Kindergärtnerin ist das ziemlich übel). Alle Orte, an denn Geräusche auftreten sind somit tabu, Fernsehen und Musik zu Hause ebenfalls. Zusätzlich kommen teils starke Schwindelgefühle bei Bewegungen hinzu, seit sie einen Hörsturz hatte.
3. Chronische Magenschleimhautentzündung: Stand nicht im Antrag, ist aber seit Jahren bekannt.
4. Funktionsbehinderung der Wirbelsäule: Verursacht permanent leichte Rückenschmerzen, teilweise auch mal Tage, an denen jede Bewegung schmerzt.
Meine Einschätzung: Meine Mutter hat mittlerweile kaum noch Freude am Leben, sie quält sich den ganzen Tag auf Arbeit durch die Geräuschkulisse, muss ständig in "Sichtweite" einer Toilette leben und ist durch die Darmgeschichten körperlich und psychisch total ausgelaugt. Sie hat auch sehr stark abgenommen in den letzten Jahren.
Macht es Sinn, gegen den Bescheid Widerspruch einzulegen? Der Hausarzt hat dies empfohlen, da seiner Meinung nach, das Gesamtbild nicht ausreichend berücksichtigt wurde.
Wie sind die Aussichten auf Erfolg?
Danke im Voraus!
Viele Grüße
Trifft nicht Ihr Problem?
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