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Schule, Sorgerecht, Kontaktabbruch zum Vater


| 28.11.2014 13:20 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen



Hallo, ich leben seit 13 Jahren mit meinem Sohn (14) allein. Der Kontakt zum Vater war immer sporadisch, da dieser sich nie an vereinbarte Termine etc. gehalten hat. Aufgrund dieser Unzuverlässigkeit, aggressivem Verhalten sowohl körperlich aggressiver Übergriffe hat mein Sohn vor knapp vier Jahren den Kontakt zu seinem Vater abgebrochen. Dieser hat sich daraufhin auch nicht bemüht, den Kontakt wieder herzustellen. Seit dieser Zeit ist mein Sohn in psychotherapeutischer Behandlung (u.a. wegen seines Vaters und Mobbing auf der Grundschule). Auf der jetzigen Schule haben wir unseren Sohn allerdings noch gemeinsam angemeldet. Seit dem Kontaktabbruch habe ich jedoch alle schulischen sowie privaten Belange allein übernommen. Nun möchte die Schule auf einmal entweder die aktuelle Anschrift des Vaters oder eine amtliche Bescheinigung über meine Alleinerziehungsberechtigung, welche ich nicht habe. Ich möchte jedoch aufgrund der in der Vergangenheit vorgefallenen Geschehnisse nicht, dass die Schule mit dem Vater Kontakt aufnimmt. Die Miteinbeziehung seines Vaters wäre für meinen Sohn zurzeit ein erheblicher Rückschlag. Meine Frage lautet nun wie folgt: Wie kann ich mich der Schule gegenüber verhalten ? Besitzen diese eine rechtliche Grundlage für die Anforderung der oben genannten Auskünfte ? Da ich mithin alleinerziehen bin und der Vater keinen Unterhalt zahlt, kann ich nicht so sehr viel bieten für die Beantwortung meiner Frage.
Mit freundlichen Grüßen
Sehr geehrte Fragestellerin,

auch falls Sie noch mit dem Vater verheiratet sind, sind Sie der alleinige Ansprechpartner in üblichen schulischen Angelegenheiten.

Da Sie dauerhaft die (eheliche) Lebensgemeinschaft (durch Trennung von Tisch und Bett)aufgehoben haben, trifft Sie als derjenige Elternteil, bei dem sich das Kind mit Einwilligung des anderen Elternteils oder auf Grund einer gerichtlichen Entscheidung aufhält, die Entscheidungen für das Kind in Angelegenheiten des täglichen Lebens (§ 1687 Abs. 1 Satz 2 BGB). Hierzu gehört der Schulalltag.

Das gemeinsame Sorgerecht findet nur noch Anwendung in Angelegenheiten, deren Regelungen für das Kind von erheblicher Bedeutung sind. Das wäre beispielsweise ein Schulwechsel.

Es ist daher aus Sicht der Schule, auch wenn Sie den Vertrag gemeinsam unterschrieben haben, ausreichend, die Ihren Sohn betreffenden Angelegenheiten mit Ihnen zu klären. Daher hat die Schule keinen Anspruch gegen Sie auf Herausgabe der Anschrift oder eines Nachweises über die alleinige Personensorge. Es ist ausreichend, der Schule darzulegen, dass Ihr Sohn seit 13 Jahren bei Ihnen lebt.

Der Schule ist es allerdings unbenommen, da der Vater auch Vertragspartner ist, mit ihm Kontakt aufzunehmen, wenn die Schule anderweitig an die Kontaktdaten gelangt. Um dies zu verhindern, können Sie sich an das Familiengericht wenden, um diesen Einzelfall zu klären.

Um Komplikationen in solchen Fällen künftig generell zu begegnen, können Sie beim Familiengericht auch einen Antrag stellen, dass Ihnen das Sorgerecht übertragen wird. Ein solcher Antrag wird Erfolg haben, wenn der andere Elternteil zustimmt und ein mindestens 14 Jahre altes Kind dem nicht widerspricht oder die Übertragung auf den Antragsteller dem Kindeswohl dienlich ist. Nach dem von Ihnen geschilderten Sachverhalt liegt die zweite Variante vor, sodass ein solcher Antrag beim Familiengericht zu empfehlen ist.

Eine solche Vorgehensweise empfiehlt sich auch aus folgenden Gründen: Weil das Sorgerecht die komplette Lebensführung und Zukunftsgestaltung des Kindes umfasst, können ohne die Zustimmung beider Erziehungsberechtigter künftig keine relevanten Entscheidungen getroffen werden. Bei ständigen widerstreitenden Interessen ist es deshalb sinnvoll, dass nur ein Elternteil das alleinige Sorgerecht ausübt, da sonst das Beibehalten des gemeinsamen Sorgerechts nicht dem Kindeswohl entsprechen würde.

Ich hoffe, Ihnen hiermit weitergeholten zu haben und wünsche Ihnen alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 28.11.2014 | 14:27

Sehr geehrte Frau Rechtsanwältin,

vielen Dank für die schnelle und kompetente Beratung ! Also ist es tatsächlich ausreichend, vor dem Familiengericht den Kontaktabbruch seitens meines Sohnes und deren Hintergründe vorzutragen, um Erfolg im Hinblick auf das alleinige Sorgerecht zu haben ? Zustimmen würde der Vater nämlich bestimmt nicht, allein, um mir "eins reinzuwürgen".

Mit freundlichen Grüßen


P.S. Wir sind in der Tat seit 2002 geschieden.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.11.2014 | 15:23

Auch wenn der Vater nicht zustimmt und wenn sie beide bereits geschieden sind, wird das Familiengericht im Sinne des Kindeswohls entscheiden. Wenn das Gericht von Ihrem Vortrag den Eindruck hat, dass eine Übertragung des Sorgerechts auf Sie alleine dem Kindeswohl dienlich ist, wird es dem zustimmen. Es kann von hier aus allerdings nicht beurteilt werden, was der Vater ggf. vorbringen wird und kann, um diesen Eindruck zu revidieren.

Bewertung des Fragestellers 28.11.2014 | 14:43


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