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Schulden durch Verlauf von GmBH Anteilen umgehen


27.01.2015 21:47 |
Preis: ***,00 € |

Gesellschaftsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA


Zusammenfassung: Übertragung von GmbH Gesellschaftsanteilen zwecks Gläubigerbenachteiligung und Vermögensverschiebung. Einrede der Anfechtung mit Klage auf Duldung der Zwangsvollstreckung in die GmbH-Gesellschaftsanteile.


Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe ein private Forderung gegen jemanden der bisher eine 1-Mann GmBH geführt hat. Diese GmBH hat ein signifikantes Vermögen aufgebaut.

Ich habe jetzt gegen den Schuldner einen Titel erlangt - da der Schuldner aber ausserhalb der GmBH keinerlei Vermögen hat, wollte ich nun gegen sein Vermögen bei GmBH pfänden - wo er ja einziger Eigentümer war.

Ich habe nun erfahren, dass er die GmBH, die keinerlei wirkliche Geschäftstätigkeit mehr ausübt, an einen Freund verkauft hat. Dieser hat in der Realität aber keinerlei Einfluss auf die GmBH.

Es ist ziemlich klar, dass probiert wird, über diesen de-facto Scheinverkauf, den privaten Schulden zu entgehen.

Wie ist hier die rechtliche Lage / da der Schuldner ja nicht mehr offiziell Eigentümer der GmBH ist, läuft der Titel erst mal in die Lehre.

Kann ich jetzt gegen den ursprünglichen Eigentümer trotzdem klagen? Kann ich ggf. gegen den alten und neuen Eigentümer wegen der Abschliessung eines Scheingeschäftes klagen?

Danke für Ihre Hilfe
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Sie haben die Möglichkeit aufgrund des vollstreckbaren Titels einen Insolvenzantrag gegen den Schuldner zu beantragen. Dies insbesondere dann wenn Vermögensverschiebunen erfolgen. Allerdings müssen Sie beachten, dass Sie für etwaige Kosten des Verfahrens in Vorleistung treten müsse.

2. Die andere Möglichkeit besteht darin den Erwerber der GmbH in Anspruch zu nehmen und zwar aus dem Anfechtungsgesetz.

3. Die Veräußerung der GmbH Anteile zum Schein bzw. im Rahmen einer Treuhandvertrages stellen eine vorsätzliche Benachteiligung von Ihnen als Gläubiger dar, die Sie anfechten können, § 3 AnfG.

4. Neben der vorsätzlichen Benachteiligungsabsicht Ihre Schuldners muss der Erwerber der GmbH Anteile Kenntnis von der Zahlungsunfähigkeit des Schuldners gehabt haben. Dies wird hier, wenn die Übertragung zum Schein oder im Wege eines Treuhandvertrages erfolgte, vermutet.

5. Erheben Sie daher gegen den Erwerber der Anteile die Einrede der Anfechtung und fordern diesen auf Auskunft über den Kauf- und Abtretungsvertrag zu erteilen.

6. Kommt er diesen Verlangen nicht nach klagen Sie auf Auskunft und Duldung der Zwangsvollstreckung in die GmbH Anteile. Wichtig ist im Rahmen der Auskunftsklage, dass auf die Vermögenssituation der GmbH bei Übertragung abgestellt wird, damit ein nachträgliches Aushölen der GmbH nicht zu Ihren Lasten geht.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
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