Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
466.191
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Schmerzensgeld Beinbruch Reitunfall


23.11.2014 13:42 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter


Zusammenfassung: Reitunfall - Haftung


Hallo
ich hatte letzte Woche einen Reitunfall (das Pferd gehört nicht mir). Ich war mit dem Besitzer ausreiten. Das Pferd ging durch und ist quer durch menschen (fußgänger auf dem Feldweg) gerannt (es wurde keiner verletzt) der Besitzer kam mir hinterher geritten und nah an mich um mir in den zügel zu greifen. Dabei haben sich die Steigbügel ineinander verhakt mein Pferd ist wieder los gerannt und mein Bein wurde nach hinten gezogen. Ich habe mir dabei 3 Brüche im Bein (radiologisch Unterschenkel rechts und osg rechts in 2 Ebenen; unverschobene pilontibiale Fraktur mit einstrahlung der bruchlinie in die Gelenkfläche; bandausriss; distale tibiafraktur) zugezogen und wurde notoperiert. Anschließend war ich eine Woche stationär in der Klinik. Der weitere Verlauf:
Krankschreibung bis Mitte Februar
reha-aufenthalt ca. 3 Wochen
1 weitere Operation um die platten im Bein zu entfernen
Nun ist meine Frage ob ich Anspruch auf schmerzensgeld habe und in welcher Höhe etwa.
vielen Dank
Beck

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Es könnte ein Anspruch gem. §833 BGB aus Tierhalterhaftung bestehen.

Danach ist jedoch die "typische Tiergefahr" Voraussetzung.
Das Oberlandesgericht Hamm hat hierzu geurteilt:
"Nach dieser äußere sich eine typische Tiergefahr in einem der tierischen Natur entsprechenden unberechenbaren und selbstständigen Verhalten des Tieres."

Hier hat "die Beweislast dafür, dass die Verletzung bzw. der Schaden durch ein Tier eingetreten sei,... nach Ansicht von Literatur und Rechtsprechung der Verletzte" zu tragen, also müssen Sie nachweisen, dass de Verletzungen durch das Tier verursacht wurden.

Sie tragen aber gerade vor, dass sich die Verletzungen durch das Verhalten des Halters ereignet haben (Verheddern der Steigbügel).

Es könnte daher sein, dass es Probleme bei der Durchsetzung nach §833 BGB gibt.

Bezüglich der Haftung des Halters ist die Frage, ob dieser z.B. Reitlehrer war und ob Sie einen Haftungsausschluss unterschrieben haben.

Hier tragen Sie bitte näher vor.

Auf alle Fälle handelt es sich dabei jedoch um eine leichte Fahrlässigkeit - eine grobe Fahrlässigkeit oder gar Vorsatz mag ich nicht zu sehen, denn schließlich wollte er Sie "retten" und dabei haben sich die Steigbügel verheddert.

Nach dem näheren Vortrag komme ich auf die Frage zurück.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 23.11.2014 | 19:48

Hallo,
vielen Dank für die Antwort.
Er ist kein reitlehrer und ich habe auch keinen haftungsausschuss unterschrieben. Er wollte mir zwar helfen jedoch sollte man nie bewusst so nah aneinander reiten. Er hatte mir auch anfangs versichert, dass es sich um ein Verlasspferd handelt.
Kann ich den einen Antrag auf schmerzensgeld stellen? Wenn ja an die Haftpflichtversicherung des Halters oder an wen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.11.2014 | 00:27

Das Überlassen des Pferdes ist i.d.R. bei der Tierhalterhaftpflichtversicherung mitversichert, wenn es gelegentlich und unentgeltlich war (hier ja kein Reitlehrer).

Prinzipiell wäre durch das Durchgehen nach herrschender Rechtsprechung der Anspruch berechtigt (hier Verlasspferd).

Aber:
Es wird dann der Versicherung oder dem Richter obliegen, inwieweit das Durchgehen des Tieres (dann Tierhalterhaftung, da Versicherung durch ein Tier) oder das Verschulden des anderen Reiters im Vordergrund stehen-> grundsätzlich ist hinsichtlich des zu dichten Anreitens sicherlich ein Verschulden zu sehen (so auch LG Darmstadt, Urt. v. 15.11.1974, 1 0 62/74, VersR 1975, 1133) <-

Allerdings ist eben die Frage, ob er - da er Sie retten wollte - dies ggf durfte.

Ggf. muss er hierfür persönlich einstehen.

Schreiben Sie den Mitreiter und Halter an, machen Ihre Ansprüche geltend, Sie werden dann die Versicherungsdaten erhalten.

Es wird jedoch schwierig werden aufgrund der vielen Beweisfragen.

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 57042 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Meine Frage wurde in sehr kurzer Zeit sehr präzise beantwortet. Das hilft mir gewaltig bei der Entscheidung zur weiteren Verfahrensweise. Eine Nachfrage war nicht nötig und ich fühle mich durch die Antwort wirklich sehr gut ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antwort von Herrn Raab hat mir sehr geholfen! Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis! Ich hatte den Eindruck, eine sehr persönliche Beratung zu bekommen! Danke vielmals! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Der Anwalt hat den Sachstand richtig verstand und hat dementsprechend geantwortet und Argumentiert ...
FRAGESTELLER