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Schlechte Leistung Ghostwriter


22.12.2014 17:48 |
Preis: ***,00 € |

Hochschule, Prüfungen


Zusammenfassung: Der Vertrag mit einem Ghostwriter, der eine akademische Arbeit zum Zwecke erstellt, dass diese später unter falschem Namen eingereicht wird, ist nach dem OLG Düsseldorf (Urteil vom 08.02.2011, Az. I-20U116/10) wohl sittenwidrig und nichtig. § 817 S.2 BGB sperrt die Rückforderung von Vorleistungen.


Guten Abend,

leider habe ich den Fehler gemacht und für meine Bachelorarbeit einen Ghostwriter beauftragt. Die Arbeit habe ich aus Gewissensgründen nicht abgegeben und werde sie selbstständig im nächsten Semester schreiben.

Die vom Ghostwriter gelieferte Arbeit ist inhaltlich und formal sehr schlecht und in großen Teilen am Thema vorbei. Selbst da sind mehrere herausstechende Fehler enthalten. Ich habe Ihn mehrfach auf die Fehler hingewiesen, trotz Zusage wurde keine Verbesserung vorgenommen.

Die Gesamtkosten belaufen sich auf 2300 Euro. 1300 sind noch nicht gezahlt. Die Arbeit beläuft sich auf 30 Seiten.

Hätte ich im Falle einer Klage Chancen, dass mir die Restzahlung erlassen wird ? Natürlich unter der Annahnme, dass ich die Arbeit nie abgeben wollte und lediglich als Vorlage für eine spätere beauftrage.
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Eine abschließende Antwort kann ich Ihnen leider im Rahmen dieser Erstberatung nicht geben, da es im Falle des Ghostwritings ganz erheblich auf die vertragliche Gestaltung sowie auf die sonstigen Umstände, wie den Anbieter und die Verhältnisse bei Vertragsschluss ankommen wird.

Es kann sich nämlich beim klassischen Ghostwriting um einen gem. § 138 BGB sittenwidrigen Vertrag handeln, wenn das Manuskript allein dazu erstellt wurde, später unter falschem Namen eingereicht zu werden:
"§ 138 Sittenwidriges Rechtsgeschäft; Wucher
(1) Ein Rechtsgeschäft, das gegen die guten Sitten verstößt, ist nichtig.
(2)..."
An die Sittenwidrigkeit sind jedoch hohe Anforderung zu stellen. Hier kommt es tatsächlich auf jedes Detail an.

Liegt ein Fall der Sittenwidrigkeit vor, sind Sie nicht verpflichtet, weitere Beträge an den Ghostwriter zu bezahlen.

Aufgrund von § 817 S. 2 BGB wird aber wohl die Rückforderung bereits gezahlter Beträge ausgeschlossen sein:
"§ 817 Verstoß gegen Gesetz oder gute Sitten
War der Zweck einer Leistung in der Art bestimmt, dass der Empfänger durch die Annahme gegen ein gesetzliches Verbot oder gegen die guten Sitten verstoßen hat, so ist der Empfänger zur Herausgabe verpflichtet. Die Rückforderung ist ausgeschlossen, wenn dem Leistenden gleichfalls ein solcher Verstoß zur Last fällt, es sei denn, dass die Leistung in der Eingehung einer Verbindlichkeit bestand; das zur Erfüllung einer solchen Verbindlichkeit Geleistete kann nicht zurückgefordert werden."

Klagen müssen Sie im Übrigen nicht. Sollte die Gegenseite weiter auf Erfüllung bestehen, muss diese ihrerseits Klage gegen Sie erheben.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
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