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Schimmel im Kinderzimmer


| 15.12.2008 16:41 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Notarin und Rechtsanwältin Sonja Richter



Sehr geehrte Damen und Herren,

meine Frage ist folgende:

Gestern habe ich im Zimmer unseres 21 Monate alten Sohnes einen riesigen Schimmelfleck entdeckt.

Beim Einzug (Mai 2008) ist uns in dieser Ecke bereits ein dunkler Fleck aufgefallen und als wir den Vermieter darauf ansprachen, meinte dieser, dass dies ein "Dreckfleck" wäre, welcher immer wieder durch die Tapete und Farbe drücken würde, aber wir uns diesbezüglich keine Sorgen machen müsste, da ein befreundeter Architekt/Dipl. Ingenieur sich dies angeschaut hätte und bestätigten würde, dass dies kein Schimmel wäre.
Da wir unserem Vermieter natürlich glauben schenkten, haben wir dem keine weitere Beachtung geschenkt.

Gestern hat allerdings unser Sohn einen Gegenstand hinter sein Bett geworfen, weswegen ich diese wegschieben musste und diesen Schimmelfleck entdeckte.

Hier ein paar Fotos (falls diese nicht funktionieren, kann ich diese gerne per Email zusenden)

[IMG]http://i36.tinypic.com/a1lh5l.jpg[/IMG]

[IMG]http://i33.tinypic.com/2115ac6.jpg[/IMG]

[IMG]http://i34.tinypic.com/x1gbb9.jpg[/IMG]

[IMG]http://i33.tinypic.com/15ofnmv.jpg[/IMG]

Unseren Vermieter haben wir daraufhin angerufen und ihm dies mitgeteilt. Er wollte uns nachmittags nochmal anrufen, da er einen Termin hätte, aber er meldete sich nicht mehr.

Zur Vorgeschichte ist noch zu sagen, dass wir Ende Oktober ein Schreiben mit Mängelliste an unseren Vermieter gesendet haben (normaler Brief - kein Einschreiben). In dieser Liste ist auch aufgeführt, dass in allen Räumen an den Fenstern Wasserbildung ist, obwohl wir täglich mind. 20 Minuten lüften und jedes Zimmer heizen (auch die Schlafräume!)
Da sich unser Vermieter nun noch nicht auf unseren Anruf von gestern gemeldet hat, schreiben wir ihm nochmals einen Brief und bitten um eine Beseitigung des Schadens in den nächsten 4 Wochen.

Was für Möglichkeiten haben wir nun?
Wie hoch können wir die Mietminderung anwenden?
Was ist mit den Kosten eines möglichen Umzugs aufgrund des Schimmels?
Kann man die Kosten für den vorherigen Umzug und die Maklerkosten vom Vermieter zurückverlangen (ca. 3200 Euro)? Schließlich sind wir nur in die Wohnung gezogen, da wir dem Vermieter glaubten, dass es kein Schimmel wäre.
Kann man dem Vermieter vorwerfen, dass er wissentlich die Gesundheit von uns aufs Spiel gesetzt hat, indem er uns den Schimmel vorenthalten hat?

Zur Info:
Die Wohnung kostet uns monatlich 800 Euro warm (ohne Stellplatz und Garage) - Kaltmiete beträgt 580 Euro pro Monat - und ist eine 94qm große 3 Zimmer Wohnung (unser Sohn schläft nun bei uns im Zimmer). Das betroffene Zimmer hat eine Größe von ca. 15,4qm und ist durch den Schimmel natürlich nicht mehr bewohnbar.
Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Frage auf Grundlage der mir vorliegenden Informationen und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt:

Sie stellen viele kleine Einzelfragen, die ich aufgrund Ihres Einsatzes in der gebotenen Kürze beantworte:

1. und 2.
Sie können bereits jetzt die Miete mindern. Als angemessen dürfte hier eine Minderung um ca. 15 % anzusehen sein. Nach ergebnislosem Fristablauf haben Sie zudem die Möglichkeit, die Ursache des Schimmels durch Beauftragung eines Fachmannes auf Kosten des Vermieters beseitigen zu lassen (§ 536a Abs. 2 BGB). Dies ist jedoch i.d.R. mit der Verauslagung der Kosten verbunden.

3. und 4.
Hinsichtlich der Umzugs- und Maklerkosten kommt ein Schadensersatzanspruch wegen wissentlich falscher Angaben zum Zustand der Wohnung in Betracht (§§ 241 Abs. 2, 311 Abs. 2, 280 BGB). Es wird jedoch vermutlich Schwierigkeiten geben, dem Vermieter die Kenntnis des Mangels und der wissentlich falschen Angaben nachzuweisen. Für diese Kenntnis wären Sie beweispflichtig.

5.
Eine Absicht, Ihre Gesundheitsheit schädigen zu wollen oder es zumindest billigend in Kauf zu nehmen, kann ich hier nicht erkennen. Das Vermieterinteresse dürfte eher finanzieller Natur sein, da ein Vermieter i.d.R. an dem Abschluß eines Mietvertrags interessiert ist. Über die Gesundheit der Mieter wird er sich vermutlich keine Gedanken gemacht haben.

Ich hoffe, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben, und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Sonja Richter
- Rechtsanwältin -

Nachfrage vom Fragesteller 15.12.2008 | 17:47

Sehr geehrte Frau Richter,

danke für Ihre schnelle Beantwortung meiner Frage.

Hier sind die Fotos zur Ansicht.

http://i36.tinypic.com/a1lh5l.jpg
http://i33.tinypic.com/2115ac6.jpg
http://i34.tinypic.com/x1gbb9.jpg
http://i33.tinypic.com/15ofnmv.jpg

Bitte sagen Sie mir, ob Sie diesen als "schlimm" bezeichnen oder nicht. Zudem möchte ich gerne wissen, ob die 15% auf die Warm- (120 Euro) oder Kaltmiete (87 Euro) bezogen werden.

Bezüglich des Schadensersatzanspruchs bzw. der Beweispflicht ist es vermutlich nicht ausreichend, dass mein Partner bei diesem Gespräch dabei war oder? Wir haben weder Fotos von dieser Stelle gemacht noch dies in den Mietvertrag aufgenommen, da wir ihm natürlich glaubten und keinen Grund zum Misstrauen sahen.

Was passiert, wenn mein Sohn bereits Schäden wegen dem Schimmel davon getragen hat? Er leidet seit mehr als 6 Wochen an Husten und Schnupfen und trotz mehrmaliger Arztbesuche ist dies nicht besser geworden. Als ich heute den Arzt drauf ansprach, ob dies evtl. vom Schimmel kommen könnte, meinte dieser, dass er es ausschließt (er hat die Fotos aber nicht gesehen und auch nicht gefragt, wie der Schimmel überhaupt aussieht und wo dieser ist), aber Ende Januar haben wir einen Termin zum Blutabnehmen und dann wird auch ein Allergietest durchgeführt. Was ist, wenn sich herausstellt, dass dies alles von diesem Schimmelpilz kommt?

Zudem möchte ich gerne noch wissen, ob es diesbezüglich die Möglichkeit einer verkürzten Kündigungsfrist gibt oder nicht.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.12.2008 | 17:34

Sehr geehrter Fragesteller,

die mir zugeschickten Fotos werte ich als erheblichen Schimmelbefall.

Die 15 % beziehen sich auf die Warmmiete.

Hinsichtlich der Beweisfrage weise ich darauf hin, daß Ihr Partner nur dann als Zeuge in Betracht kommt, wenn er nicht gleichzeitig Mieter ist. Zudem haben Sie mit einer Bestätigung des Gesprächs noch nicht bewiesen, daß der Vermieter positive Kenntnis von dem Mangel/Schimmel hatte.

Eine fristlose Kündigung wegen Schimmelbildung kommt nur in Betracht, wenn Sie gutachterlich beweisen können, daß eine Gesundheitsgefährdung vorliegt (vgl. KG Berlin, Az.: 12 U 1493/00, GE 04, 688).

Mit freundlichen Grüßen

Sonja Richter
- Rechtsanwältin -

Bewertung des Fragestellers 17.12.2008 | 13:10


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