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Schimmel bei Fertighaus vor Fertigstellung


| 02.12.2013 12:39 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Carsten Neumann


Zusammenfassung: Vor Abnahme der Arbeiten hat der Besteller beim Hausbauvertrag gegen den Unternehmer einen Anspruch auf Beseitigung aufgetretenen Schimmels.


Sehr geehrte Damen und Herren Anwälte,

nachdem der (Flies-)Estrich in unserem Fertighaus eingebracht wurde, erhielten wir vom Bauleiter den Auftrag, täglich morgens und abends für je 5 Minuten alle Fenster aufzumachen, um zu lüften.

Allerdings trat jetzt nach ca. 2 Wochen Schimmelbefall an den meisten Wänden neben den Fenstern sowie auf dem Rahmen der Einschubtreppe zum Dachboden auf.

Haben wir hier einen Anspruch auf Beseitigung des Schimmels bzw. auf Austausch der befallenen Teile?

Der Hausbau wurde im Rahmen eines Werkvertrags unterschrieben.

Mit freundlichen Grüßen

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Ich gehe davon aus, dass der Hausbau von einem Generalunternehmer oder Bauträger ausgeführt wird, und dieser den Estrichleger als Subunternehmer beauftragt hat. Die werkvertragliche Abnahme des Hauses (und der Teilgewerke) erfolgt erst mit der Fertigstellung und Übergabe des Hauses. Sie haben einen Anspruch auf mangelfeie Ausführung der Arbeiten gegen den Generalunternehmer/Bauträger.

Wenn Sie die Anweisungen des Bauleiters zum täglichen Lüften befolgt haben, ist Ihnen auch kein Mitverschulden wegen unterlassener oder unzureichender Mitwirkung vorzuwerfen.

Sie haben die zwei Möglichkeiten:

a)

Sie können den doppelten, für die Schimmelbeseitigung voraussichtlich erforderlichen Geldbetrag von der Gesamtvergütung bis zur Mängelbeseitigung zurückbehalten.

b)

Oder Sie können nach erfolgloser angemessener Fristsetzung und Aufforderung zur Mängelbeseitigung den Schimmel auf Kosten des Bauunternehmers beseitigen lassen. Beim sog. BGB-Vertrag bedarf es in diesem Fall keiner vorherigen Kündigung. Wenn in Ihren Bauvertrag die "Allgemeinen Vertragsbedingungen für Bauleistungen" (VOB/B) als Vertragsbestandteil einbezogen sind (man spricht dann von einem sog. VOB-Vertrag), ist es erforderlich, die Ausführung des Gewerks "Estrich" dem Unternehmer vor einer Selbstvornahme schriftlich zu entziehen. Anderenfalls können Sie die Kosten nicht auf den Unternehmer umlegen.

(Bis zu einer Teilentziehung des Estrichgewerks bzw. Beauftragung eines Drittunternehmens im Weg der Selbstvornahme ist es dem Unternehmer überlassen, auf welche Weise er den Schimmel beseitigt. Bis dahin haben Sie nur Anspruch auf Beseitigung des Schimmels. Ob zu diesem Zweck die befallenen Teile ausgetauscht werden müssen, entscheidet der Unternehmer.)

Sollte der Schimmel zum Zeitpunkt der Endabnahme (oder, falls vertraglich vereinbart, einer Teilabnahme des Gewerks) noch nicht vollständig beseitigt worden sein, ist es erforderlich, dass Sie sich die Geltendmachung von Gewährleistungansprüchen im Abnahmeprotokoll vorbehalten.

Ich hoffe, meine Antwort hat Ihnen weitergeholfen. Gerne stehe ich Ihnen weiterhin zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Carsten Neumann
Rechtsanwalt

Freiberger Str. 39
01067 Dresden

T.: 0351/86791355
F.:0351/33257002
Mail: info@advoc-neumann.de
Web: www.advoc-neumann.de

Nachfrage vom Fragesteller 02.12.2013 | 13:33

Sehr geehrter Herr Neumann,

vielen Dank für die zügige und umfangreiche Beantwortung meiner Frage.

Erlauben Sie mir folgende Nachfrage:

Welche Möglichkeiten habe ich, sollte der Schimmel in einiger Zeit (auch nach Übergabe des Hauses) an diesen Stellen erneut auftreten?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.12.2013 | 14:13

Sehr geehrter Fragesteller,

wenn er Schimmel erneut auftaucht, haben Sie innerhalb der gesetzlichen Gewährleitungsfrist von fünf Jahren ab Abnahme des Hauses einen Anspruch auf Mängelbeseitigung und Schadenersatz gegen den Unternehmer. Diese Frist kann in Ihrem Vertrag abgekürzt worden sein. Bei Vereinbarung der VOB/B beträgt sie z.B. nur vier Jahre, beginnt aber bi jeder Gewährleistung neu zu laufen.

Der Anspruch auf Gewährleistung besteht aber nu dann wenn Sie immer ausreichend lüften.

Es empfiehlt sich, ein Gutachten einzuholen, ob die Schimmelbildung auf Konstruktionsfehlern beruht, und ggfs. diese beseitigen zu lassen, damit der Schimmel nicht immer wieder erneut
auftritt. Die Kosten des Gutachtens muss Ihnen der Bauunternehme erstatten.

Mit freundlichen Grüßen,
Carsten Neumann
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 02.12.2013 | 13:33


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FRAGESTELLER 02.12.2013 5/5.0
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