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Scheidung, Zugewinn, Sorgerecht


19.06.2017 15:06 |
Preis: 60,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Hallo,

Herr und Frau Meier, 4 Jahre verheiratet, trennen sich gerade. Während der Ehe wurden zwei Immobilien erworben, je zur Hälfte. Das Eigenkapital (200.000€) und die Darlehensraten hat Herr Meier bezahlt. Das Geld hatte Herr Meier schon zur Eheschliessung, so dass bei ihm kein Zugewinn vorliegt.

Die Scheidung läuft, aber Herr Meier hat bisher alle Vorschläge zur Vermögensklärung abgelehnt und behauptet, dass die Verrechnung der Immobilien mit dem Zugewinn und dem Erlös aus dem Verkauf eines Autos so passen würde. Das besagte Auto wurde zwar von Herrn Meier bezahlt, war aber auf Frau Meier eingetragen und hatte einen Erlös von ca. 40.000€. Herr Meier behauptet, dass das Geld dafür nur geliehen war.

Die Scheidung läuft, und Frau Meier hat einen neuen Partner, mit dem Sie jetzt ein Kind erwartet. Herr Meier setzt sie jetzt damit unter Druck, dass er das Sorgerecht bekommen würde, obwohl es gar nicht sein Kind ist.

Frau Meier möchte gerne die Scheidung abschliessen und möchte die Immobilien gegen eine Zahlung abtreten.

Wie kann man das irgendwie beschleunigen? Kann man Herrn Meier ggf. mit Unterhaltsforderungen zum Handeln bewegen?

Welche Risiken bestehen bezüglich des Kindes? Kann man irgendwie den leiblichen Vater als Sorgeberechtigen eintragen lassen?

Mit freundlichen Grüßen

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Sehr geehrter Ratsuchender,

leider kann man die Verhandlungen über den Ausgleich der Vermögenswerte nicht beschleunigen, wenn die Gegenseite nicht vergleichsbereit ist.

Natürlich kann man Unterhaltsforderungen stellen und sollte dieses sogar, wenn die Voraussetzungen vorliegen.

Allerdings sollte Frau Meier nicht ungeprüft auf Forderungen verzichten, wenn sich eine Klärung anbahnt. Dieses sollte unbedingt anwaltlich geprüft und erörtert werden.


Frau Meier kann allerdings mit einer Teilungsversteigerung der Immobilien drohen.

Das ist natürlich der wirtschaftlich ungünstigste Weg und mit finanziellen Verlusten verbunden.

Nur wenn der Miteigentümer - hier Herr Meier - überhaupt kein Entgegenkommen zeigt, könnte dieses in Betracht gezogen werden.

Bevor aber diese wirlich allerletzte Möglichkeit gewählt wird, sollten generell Zugewinnausgleichsansprüche berechnet werden um überhaupt die Verhandlungsposition der Frau Meier einschätzen zu können.


Die Schwangerschaft ist rechtlich durchaus problematisch.

Nach dem Gesetz gilt Herr Meier als Vater des Kindes, wenn Herr und Frau Meier zum Zeitpunkt der Geburt verheiratet sind.

§ 1592 Vaterschaft
Vater eines Kindes ist der Mann,

1.der zum Zeitpunkt der Geburt mit der Mutter des Kindes verheiratet ist,
2 der die Vaterschaft anerkannt hat oder
3.dessen Vaterschaft nach § 1600d oder § 182 Abs. 1 des Gesetzes über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit gerichtlich festgestellt ist.

Das Sorgerecht für den biologischen Vater kann nicht eingetragen werden.

Es gibt aber die Möglichkeit, dass dieser die Vaterschaft anerkennt, was auch jetzt schon möglich ist.

Bei dieser Vorgehensweise müsste aber auch Herr Meier dem Anerkenntnis zustimmen, wenn das Kind nach der Einreichung des Scheidungsantrages geboren wird ( § 1599 Absatz 2 BGB ).


Vermutlich wird Herr Meier nicht zustimmen, so dass dann nur noch die Anfechtung der Vaterschaft bleibt. Da auch die Mutter berechtigt ist die Vaterschaft anzufechten, sollte sie dieses dann sofort nach der Geburt des Kindes auch veranlassen.


Frau Meier sollte sich nicht unter Druck setzen lassen. Herrn Meier wird kaum bei der hier vorliegenden Konstellation das Sorgerecht übertragen werden.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin

Sylvia True-Bohle

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