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Schäden an DHH des Nachbarn - wer haftet für Schäden und Folgeschäden?


26.12.2014 13:50 |
Preis: ***,00 € |

Nachbarschaftsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Bei Umbauarbeiten an unserer DHH, die durch ein von uns beauftragtes Bauunternehmen durchgeführt worden sind, ist es zu Schäden an der DHH des Nachbarn gekommen, die nachweislich durch das Bauunternehmen entstanden sind (2 Bohrlöcher & Risse am Schornstein). Der Schaden wurde vom Geschäftsführer des Bauunternehmens aufgenommen und seinerseits dem Nachbarn zugesichert, dass der Schaden durch ihn oder seine Haftpflichtversicherung übernommen wird. Im mit dem Bauunternehmen mit uns abgeschlossenem Vertrag ist eindeutig geregelt, dass "Dritte weder verletzt, noch gefährdet werden. Entsteht einem Dritten im Zusammenhang mit der Leistung des Auftragnehmers ein Schaden für den neben dem Auftragnehmer auch der Auftraggeber (also wir) gegenüber dem Geschädigten haftet, trägt der Auftragnehmer den Schaden allein. Schutzpflichten aus § 618 BGB treffen ausschließlich den Auftragnehmer."

Soweit als Zitat aus dem mit dem Gewerk abgeschlossenem Vertrag. Der Nachbar will aber eine Schadensregulierung über uns und nicht über das Bauunternehmen. Hierzu fordert er uns auf ihm eine schriftliche Bestätigung zukommen zu lassen. Daraufhin haben wir ebenfalls dem Nachbarn eine schriftliche Erklärung des Bauunternehmens zugesendet, in dem der Bauunternehmer die Regulierung der Kosten schriftlich bestätigt und dies in Abstimmung mit dem Nachbarn passiert, ebenfalls mit Verweis auf o.g. Vertragspassus. Da der Nachbar weiterhin auf eine schriftliche Bestätigung unsererseits als Nachbarn beharrt, stellt sich die Frage, in wie weit wir für solche Schäden haftbar gemacht werden können und nicht das Bauunternehmen, obwohl bereits eine Schadensregulierung seitens des Bauunternehmens schriftlich zugesichert wurde. Weiterhin stellt sich die Frage der Verfahrensweise bei möglichen Folgeschäden, die durch die Bauarbeiten von durch uns beauftragte Unternehmen entstehen (wer haftet für entstandene Folgeschäden am Nachbarhaus?).
26.12.2014 | 14:33

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Sie haben aus dem abgeschlossenen Werkvertrag Ansprüche auf Schadensersatz gegen den Bauunternehmer.

Nachbarn selbst stehen grundsätzlich nicht im gegenseitigen Schuldverhältnis zueinander, so dass vertragliche Ansprüche im Nachbarverhältnis ausscheiden.

Der Nachbar hat als Geschädigter sog. deliktische Ansprüche aus § 823 I BGB auf Schadensersatz gegen den Bauunternehmer direkt.

Ansprüche auf Schadensersatz gegen Sie direkt hat der Nachbar allenfalls aus § 831 BGB. Dies setzt voraus, dass der Bauunternehmer als Ihr Verrichtungsgehilfe anzusehen ist. Dies ist derjenige, der von einem Geschäftsherrn (also von Ihnen) zu einer Verrichtung bestellt ist. Der Geschäftsherr (also Sie) haftet für den Schaden, den der Verrichtungsgehilfe in Ausführung (nicht gelegentlich) der Verrichtung einem anderen außerhalb eines Vertragsverhältnisses widerrechtlich zufügt, und zwar aus dem Gesichtspunkt der unerlaubten Handlung wegen vermuteten eigenen Verschuldens und ohne Rücksicht darauf, ob den Verrichtungsgehilfen ein Verschulden trifft oder nicht. Ganz entscheidend ist jedoch, dass sich der Geschäftsherr durch den Nachweis der nötigen Sorgfalt bei der Auswahl und Überwachung des Verrichtungsgehilfen entlasten kann. Die Haftung ist dann ausgeschlossen. Haben Sie somit einen "ordentlichen" Handwerker ausgewählt, haften Sie nicht direkt.

Die Haftung des Bauunternehmers gegenüber dem Nachbarn und durch Sie (aber nur wenn Sie den Entlastungsnachweis nicht führen können - wobei ich aber nicht davon ausgehe) besteht für Schäden, die kausal/ursächlich auf das Schadensereignis zurückzuführen sind.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
RA Ernst G. Mohr


Rechtsanwalt Ernst G. Mohr

Nachfrage vom Fragesteller 26.12.2014 | 19:23

Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Wie sieht es mit Folgeschäden aus?Auch hier möchte der Nachbar schriftlich vereinbaren,dass eventuelle Folgeschäden durch uns zu beheben sind.Dies wollen wir in dem Sinne aber nicht unterschreiben,da unserer Meinung dann erstmal geklärt werden müsste,ob der Schaden ein durch die Bauarbeiten entstandener Folgeschäden ist!?Kann er uns rechtlich zu so einer Vereinbarung zwingen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.12.2014 | 19:33

Rechtlich sieht es wegen etwaiger Folgeschäden genauso aus wie mit dem eigentlichen Schaden. Ich gehe davon aus, dass Sie einen ordentlichen Handwerker ausgewählt haben und dann dem Navhbarn nicht neben dem Handwerker zusätzlich haften. Ich würde an Ihrer stelle deshalb auch dem Nachbarn keine Haftungserklaerung abgeben. Hiermit würden Sie ja dann gerade in Haftung kommen, eben gerade durch die schriftliche Erklärung, obwohl aller Voraussicht nach ansonsten keine Haftung Ihrerseits bestehen würde.
mfg
RA Mohr

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