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Schadensregulierung eines Einbruch-Diebstahls


15.12.2015 12:03 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von



Guten Tag,

am 10.08.15 wurde nachts in unser Büro eingebrochen und dabei ein Apple MacBook Air, 2 Apple MacBook Pro und diverse Kleinteile entwendet. Die Rechner und Kleinteile hatten einen Anschaffungspreis von insgesamt netto ca. 5.000€.

Im Servicevertrag mit unserem Vermieter steht zum Punkt Versicherung:
Der Vermieter hat für die komplette Büroeinheit eine Firmen Inhaltsversicherung abgeschlossen.
Versicherte Gefahren:
Feuer inkl. Klein-Ertragsausfallversicherung
Einbruchdiebstahl einschl. Vandalismus und Raub
Leitungswasser
Sturm/Hagel
Die Versicherungssumme (inkl. Mehrwertsteuer) für Büro 6.02 beläuft sich auf 5.000, EUR.

Jetzt hat die Versicherung des Vermieters eine Regulierung in Höhe von 3730€ genehmigt,
aufgeteilt auf:
1050€ netto für ein MacBook Air,
1175€ netto x 2 für 2 MacBook Pro und
330€ netto für Kleinteile

Die Begründung ist: Ohne Belege für eine Neuanschaffung legt die Versicherung den Neuwert selbst fest.
Diese Werte stimmen natürlich nicht, z.B. kostet das vergleichbare MacBook Air im Apple Store (apple.de) gerade 1318,49 netto statt 1050€. Ich habe schon schriftlich den Werten der Versicherung widersprochen und realistische Werte angegeben, die alleine für die Rechner 5098,33€ betragen.

Der Vermieter sagt jetzt, mehr könne er nicht tun, da die Versicherung keine Belege für die Neuanschaffung hat.

Deshalb habe ich folgende Fragen:

1. Wenn mein Vermieter die Versicherungssumme auf 5.000€ brutto festlegt, muss er diese doch auch zahlen, oder?
2. Stimmt das überhaupt, dass man Belege der Neuanschaffung braucht? Zur weiteren Info, ich habe noch am gleichen Tag bei Mediamarkt neue, günstige Windows-Notebooks gekauft, da wir weiter arbeiten mussten und ich mir schon gedacht habe, dass die Versicherung lange braucht.
3. Wer legt den (Neu-) Wert der entwendeten Gegenstände fest? Kann die Versicherung einfach irgendeinen Wert nehmen, obwohl man dafür gar nicht das nötige Produkt erwerben kann?

Vielen Dank für Ihre Hilfe!
15.12.2015 | 13:46

Antwort

von


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Tel: 0591 12079427
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Wenn mein Vermieter die Versicherungssumme auf 5.000€ brutto festlegt, muss er diese doch auch zahlen, oder?
Nein, das ist nicht richtig. Die Versicherungssumme gibt lediglich den Höchstwert an, bis zu dem eine Erstattung stattfindet. Liegt der konkrete Schaden unter dieser Summe, wird auch nur diese ausgezahlt.

2. Stimmt das überhaupt, dass man Belege der Neuanschaffung braucht?
Das stimmt nicht unbedingt. § 93 VVG gestattet es den Versicherern zwar, die Auszahlung der Versicherungsleistung an die Wiederbeschaffung der versicherten Sachen zu knüpfen. Anwendung findet diese Regelung allerdings vornehmlich in der Gebäude-, aber auch bei geschäftlichen Hausratversicherungen. Letztere scheint bei Ihnen vorzuliegen. In diesem Falle kann es sein, dass zunächst nur der Zeitwert erstattet wird. Wollen Sie dann darüber hinaus den Neuwert beanspruchen, müssen Sie einen Wiederherstellungsnachweis führen. Es kommt demnach auf die konkret vereinbarten Versicherungsbedingungen an. Sehen Sie diese nach einer solchen Klausel durch. Ist diese vorhanden, müssen die von Ihnen angeschafften Ersatzgeräte mit den gestohlenen Notebooks vergleichbar sein. Dies wäre noch festzustellen.

Beachten Sie im Übrigen, dass Sie hinsichtlich der Schadenshöhe beweisbelastet sind. Sie müssen dem Versicherer also nachweisen, dass Sie die von Ihnen geltend gemachte Höhe tatsächlich beanspruchen können. D.h., selbst wenn keine Wiederbeschaffungsklausel vorhanden ist, sollten Sie dennoch Belege über die Widerbeschaffungspreise besorgen und (falls noch nicht getan) beim Versicherer einreichen.

3. Wer legt den (Neu-) Wert der entwendeten Gegenstände fest? Kann die Versicherung einfach irgendeinen Wert nehmen, obwohl man dafür gar nicht das nötige Produkt erwerben kann?
Sollte in Ihrem Falle eine Neuwertversicherung vorzuliegen, hat der Versicherer die aktuellen Wiederbeschaffungskosten zu tragen (Beachten Sie die Ausführungen unter 2.). Demnach sind die aktuellen Preise von Sachen gleicher Güte und Art maßgeblich. Sie müssen bei der Preisermittlung also beachten, dass die neunen Notebooks die gleichen Eigenschaften wie die alten Notebooks aufweisen. Ist die Qualität (Leistung etc.) der neuen Notebooks besser, können Sie auch nicht den vollständigen Preis verlangen. Kurz gesagt: Wenn die von dem Versicherer ermittelte und ersetzte Betrag dem (Neu-)Wert entspricht, den Sie für Neugeräte mit dem gleichen Eigenschaften aufbringen müssen, können Sie nicht mehr verlangen.

Diese Werte werden generell zunächst durch den Versicherer ermittelt. Sind Sie mit der Versicherung hinsichtlich Entschädigungshöhe uneins, können Sie ein sogenanntes Sachverständigenverfahren durchführen.

Fraglich ist auch, ob die Mehrwertsteuern ersetzt verlangt werden können. Dies wäre zu verneinen, wenn Sie vorsteuerabzugsberechtigt wären.

Sollten Sie weiteren Beratungsbedarf in der Angelegenheit haben, stehe ich Ihnen gerne zur weiteren Vertretung zur Verfügung. Das hier gezahlte Honorar würde auf die weiteren anfallenden Gebühren angerechnet werden. Kontaktieren Sie mich einfach unter der angegebenen E-Mail-Adresse. Diese finden Sie auf meinem Profil, das Sie durch einen Klick auf meinen Namen erreichen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt André Meyer

Nachfrage vom Fragesteller 15.12.2015 | 15:08

Guten Tag,

wie eingangs erwähnt, ist der Schaden mit 5.000€ höher als die Versicherungssumme mit 5.000 inkl. MwSt.

Leider liegen mir keinerlei Versicherungsbedingungen vor. Die Versicherung gibt mir auch keine Auskunft/Antwort, da nicht ich der Versicherungsnehmer bin, sondern der Vermieter. Der Vermieter wiederum sagt einfach, die Versicherung hat das nun festgelegt, da kann man nichts machen.

Es ist wohl eine Firmen-Inhaltsversicherung und ich bin auch vorsteuerabzugsberechtigt.

Zu Punkt 2: Ich habe ja eben sofort neue, günstigere Notebooks gekauft, damit wir überhaupt weiter arbeiten konnten. Diese sind nicht vergleichbar mit den geklauten Geräten (z.B. der Einkaufspreis war pro Stück 500 Euro statt 1.600). Das waren temporäre Geräte, diese Belege reiche ich natürlich nicht ein. Nur kaufe ich auch nicht die richtigen Geräte, wenn ich nicht weiss, ob die Versicherung diese überhaupt ersetzt. Ich als Laie denke mir: Die Versicherung hat die Daten der geklauten Geräte und können selber sehen, wie viel vergleichbare Geräte bei Apple kosten.

Zu 3. Was ist ein Sachverständigenverfahren und würden Sie das empfehlen? Es geht um maximal 500€ netto, die mir meiner nach mehr zustehen.

Vielen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.12.2015 | 16:07

Sehr geehrter Fragesteller,

die Gleichwertigkeit dürfte zu verneinen sein. Allerdings ist die Vergleichbarkeit nicht alleine anhand des Preisunterschiedes zu beurteilen. Vielmehr sind daneben auch Art und Qualität zu berücksichtigen. Da sich dies natürich auch mittelbar über den Preis vermittelt, erscheint eine Vergleichbarkeit nicht überwiegend wahrscheinlich. Sollte eine Wiederbeschaffungsklausel bestehen, werden Sie daher vermutlich keinen weiteren Anspruch geltend machen können.

Auf Aushändigung der Versicherungsunterlagen sollten Sie gegenüber dem Vermieter bestehen. Ein Anspruch ergibt sich als Nebenpflicht aus dem Mietvertrag.

Ein Sachverständigenverfahren eröffnet die Möglichkeit einen eigenen Sachverständigen zu bestimmen, der den Wert der Sache beurteilt. Daneben hat auch der Versicherer das Recht einen Sachverständigen zu bestimmen. Sind sich die beiden Sachverständigen uneins, entscheidet ein dritter Sachverständiger. Das Verfahren ist mit einem nicht unerheblichen Kostenrisiko verbunden und daher wegen der niedrigen möglichen Anspruchssumme nicht empfehlenswert.

In jedem Falle sollten Sie Nachweise für den tatsächlichen Wert der Neubeschaffungen bei der Versicherung einreichen und darlegen, dass und weshalb diese unter Berücksichtigung des oben Gesagten zugrunde zu legen sind.

Ich hoffe, dass Ihnen die weiteren Ausführungen weitergeholfen haben und wünsche Ihnen viel Erfolg bei der weiteren Geltendmachung.





Mit freundlichen Grüßen,


A. Meyer

ANTWORT VON

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