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Schadensersatzanspruch gegen minderjährigen Mitfahrer


15.09.2017 13:06 |
Preis: 55,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Mein Sohn hat vor einigen Monaten mein Auto in einem Parkhaus geparkt. Beim Einsteigen in das Fahrzeug ist einem 17 jährigen Mitfahrer ein Missgeschick passiert, indem er die Türe meines Fahrzeugs an die des nebenan parkenden Fahrzeugs gestoßen hat und dabei einen Schaden beim nebenan parkenden Fahrzeug von ca. 1.500 € verursacht hat. Dieser Schaden wurde zunächst von meiner Kfz-Haftpflichtversicherung beglichen. Zur Vermeidung der Rückstufung in der Schadensfreiheitsklasse habe ich an meine Versicherung den Betrag zwischenzeitlich angewiesen.
Der den Schaden verursachende, damals 17 jährige, heute volljährige, Mitfahrer behauptet von einem anderen (ebenfalls minderjährigen) Mitfahrer gestoßen worden zu sein und dadurch sei erst das Schadensereignis herbeigeführt worden. Inwieweit diese Aussage zutreffend ist, kann weder mein Sohn noch ich verifizieren. Der andere Mitfahrer bestreitet vehement, dass er den das Schadensereignis Hervorrufenden gestoßen hätte.
Die Privathaftpflichtversicherung der Familie des Schädigers hat angeboten 500 € zu bezahlen, wenn ich auf jegliche weitere Ansprüche verzichte. Die Familie selbst hat zunächst angeboten weitere 300 € zu bezahlen. Dieses Angebot wurde nun aber wieder zurück genommen. Letztendlich sei es mein Risiko, wenn ich ein Fahrzeug zur Verfügung stelle.
Meine Fragen:
Kann ich gegen den damals 17 jährigen Mitfahrer den vollen Ausgleich des Schadens geltend machen?
Wenn ja, gegen wen muss ich vorgehen (Eltern, den nun volljährigen Mitfahrer oder die Privathaftpflichtversicherung der Familie) und wie hoch sind die Erfolgsaussichten?
15.09.2017 | 14:10

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Zu beachten ist § 828 Absatz 3 BGB. Dort heißt es sinngemäß, dass der 17jährige nicht haftet, wenn er bei der Begehung der schädigenden Handlung nicht die zur Erkenntnis der Verantwortlichkeit erforderliche Einsicht hat.

Es kommt also auch auf den Reifegrad des Mitfahrers an.

Wenn er grundsätzlich ein verantwortungsvoller Mensch ist, wird man ihm auch hier die Einsichtsfähigkeit zusprechen können.

Ist er aber sonst kein zuverlässiger Mensch wird er auch kaum die entsprechende Reife und Einsichtsfähigkeit aufweisen.

Ansonsten wird es hier ein Beweisproblem geben, wenn niemand genau gesehen hat, was passiert ist, also es keine Zeugen dafür gibt, dass es genau dieser Mitfahrer war.

Klar ist, dass der Mitfahrer den Schaden verursacht hat. Dies erfolgte zumindest auch grob fahrlässig, sodass ein Haftungsanspruch besteht.

Da der Mitfahrer nunmehr volljährig ist, muss der Anspruch auch gegen ihn gerichtet werden. Die Versicherung muss man nicht in Anspruch nehmen, dies kann der Mitfahrer dann ggf. selbst machen.

Problematisch ist aber eben die Beweislage, da der Mitfahrer behauptet, geschubst worden zu sein und es niemand genau gesehen hat.

Würde der Mitfahrer bestreiten, dass er die Tür gestoßen hat, müssten Sie vor Gericht konkret beweisen, dass er es war, als z.B. Zeugen benennen.

Hier könnte man allenfalls versuchen und nachfragen, ob es in dem Parkhaus Kameraaufnahmen gibt, die Ihnen weiterhelfen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Steffan Schwerin

Nachfrage vom Fragesteller 15.09.2017 | 14:58

Sehr geehrter Anwalt,

vielen Dank für Ihre super schnelle Antwort und Ihre ausführliche Rechtsauskunft.
Eine Rückfrage hätte ich noch:
Der Mitfahrer – entsprechende Einsichtsfähigkeit liegt vor - bestreitet nicht, dass er das Schadensereignis herbeigeführt hat. Er verweisst nur darauf, dass ihn dabei ein anderer Mitfahrer geschubst hätte, was derjenige wiederum bestreitet. Fakt ist somit, dass einer der Beteiligten die Unwahrheit sagt. Einen Beweis (auch Kamera) kann ich letztendlich nicht erbringen.
Mit einer solchen Aussage kann sich der Schädiger jedoch sehr leicht aus der Verantwortung stehlen. Müsste er nicht zunächst für den Schaden gegenüber mir gerade stehen und er dann in einem weiteren Schritt denjenigen heranziehen, der ihn angeblich geschubst hat?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.09.2017 | 15:04

Guten Tag,

ja, wenn es so ist und der Mitfahrer gar nicht bestreitet, dann müsste er den Schaden ersetzen.

Das Problem ist aber, dass er eigentlich gar nichts selbst gemacht hat. Er wurde geschubst, sodass er nicht aktiv gehandelt hat.

Wenn er sich darauf beruft, kann man ihn nicht verurteilen.

Dann müsste man den "Schubser" in Anspruch nehmen. Dieser hat letztlich aktiv den Schaden verursacht, weil er den Mitfahrer geschubst hat, woraufhin dieser gegen die Tür gefallen und dann der Schaden entstanden ist.

Der "Schubser" bestreitet aber. Als Zeugen gegen ihn hat man aber den Mitfahrer.

Wenn man gerichtlich vorgehen will, sollte man dies mit dem Mitfahrer besprechen, damit dieser auch wirklich gegen den "Schubser" aussagt.

Mit freundlichen Grüßen

ANTWORT VON

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