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Schadensersatz wg. Brand durch Produktmangel


27.09.2004 22:30 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von



Hallo, wir hatten einen Brandschaden in unserer Küche, der durch einen Wasserkocher ausgelöst wurde. Der Kocher wurde normal benutzt, und abgeschaltet und ohne Wasser auf die Station gestellt und sind aus der Küche gegangen. Nach ca 20 min haben wir den Brand bemerkt.
Die Kriminalpolizei hat sich die Brandstelle angesehen und als Ursache einen „technischen Defekt des Wasserkochers“ festgestellt (aktenkundig).
Durch die extreme Rauchentwicklung hat fast der komplette Hausrat vor allem in der Küche, aber auch in ALLEN anderen Räumen mehr oder weniger starke Rußablagerungen. Da vor allem Plastik, PVC, Batterien verbrannt sind, wurden viele Giftstoffe freigesetzt. Die Gebäudeversicherung hat eine Brandsanierungsfirma beauftragt, die alle zum Gebäude gehörenden Renovierungen erledigt hat.
Da wir leider keine Hausratversicherung besitzen, mussten wir einen Großteil des Hausrates (Geschirr, Backofen, Tisch und Stühle etc.) neu kaufen und alles Übrige aufwendig reinigen.

Vier Wochen nach dem Brand kam von dem Hersteller ein „öffentlicher Rückruf“ des Kochers, da wegen eines falschen Bauteiles der Überhitzungsschutz nicht funktioniert, und dadurch Brandgefahr besteht. Man sollte ihn auf keinen Fall benutzen und vom Netz nehmen.
Glücklicherweise haben wir den Kaufbeleg, und können beweisen, dass wir einen solchen hatten. (Produktionsreihe, Typ, etc.)
Allerdings steht in der Gebrauchsanweisung: „Nach Gebrauch Stecker ziehen“. Haben wir nicht gemacht. Ist die Firma damit schon aus dem Schneider?
Da wir leider auch keine Rechtschutz haben, möchten wir zunächst die Firma durch einen Brief auffordern den Schaden außergerichtlich zu begleichen.

FRAGEN:
-Ist das ohne Anwalt überhaupt realistisch, Schadensersatz zu erhalten?
(Wenn die Firma sieht, dass wir keine Rechtschutz haben, deren Rechtsabteilung uns sofort „niederschmettert“?)
-Auf welche Dinge müssen wir bei dem Brief achten, damit er sowohl glaubwürdig ist, als auch rechtlich korrekt. (Formulierungen, Paragraphen, etc)
-Können wir die Aufwendungen durch Reinigung, Entsorgungskosten etc. geltend machen?
(z.B. Reinigung: 30 Std à 5 € = 150€)
-Kann man eine Art Mietersatz verlangen ( wir konnten die Wohnung mehrere Wochen nicht nutzen und haben keine Mietminderung durchgeführt)
-Können wir Schmerzensgeld verlangen, wenn ja wie viel? ( leichte Rauchvergiftung, psychische Belastung und Angstzustände -> Therapiekosten)
-Gibt man den Gebrauchswert (alt), oder den Wiederbeschaffungswert an und wie genau müssen die Kosten des ersetzten Hausrates aufgelistet sein?
Genügt: „Geschirr -> 100€“
Oder ganz genau: „Teller -> ca 5Jahre alt -> 6Stk -> à2€ -> 12€“ etc...
-Stehen wir in der Beweispflicht, dass das Geschirr etc. zu erneuern war, oder kann die Fa behaupten, eine Reinigung wäre möglich gewesen?

Wir möchten nicht uns selbst von vornherein überflüssige Steine in den Weg legen.
Gibt es eine Möglichkeit, konkrete Vordrucke/Vorlagen herunterzuladen, oder sich schicken zu lassen?Vielen Dank
28.09.2004 | 07:56

Antwort

von


162 Bewertungen
Sehr geehrter Rechtssuchender,

vielen Dank für Ihre Anfragen. Wir beantworten Ihre Fragen wie folgt:


1. ist das ohne Anwalt überhaupt realistisch, Schadensersatz zu erhalten?
(Wenn die Firma sieht, dass wir keine Rechtschutz haben, deren Rechtsabteilung uns sofort „niederschmettert“?)

HIer ist darauf hinzuweisen, daß die Firma nicht in Erfahrung bringen muß, daß Sie keine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen haben. Sie werden dies ja nicht in dem Sc hreiben erwähnen.

Wir können Ihnen aber nur raten Ihre Ansprüche mit einem Anwalt durchzusetzen. Er kennt nicht nur die Paragraphen, sondern auch die Rechtsprechung und sog. Beweislastregeln. Sie sollten dringend nur mit einem Anwalt tätig werden.

2. Auf welche Dinge müssen wir bei dem Brief achten, damit er sowohl glaubwürdig ist, als auch rechtlich korrekt. (Formulierungen, Paragraphen, etc)

Ein Schreiben eines Antwaltes wirkt meistens glaubwürdiger und es ist auch psychologisch besser. Es vermittelt der Gegenseite den Eindruck, daß man nicht allein steht.

Sie müssen nicht unbedingt Paragraphen nennen. Sie müssen aber den Geschehensablauf so präzise beschreiben, daß es für die Gegenseite nachvollziehbar ist, aus welchen Gründen Sie den Schaden geltend machen. Sie müssen auch den Schaden beziffern und - viel wichtiger - jeden beschädigten GEgenstand benennen und beziffern. Aus dem Schreiben muß deutlich werden, daß der Schaden einzig und allein auf dem Produktmangel des Gerätes beruht. Da dies äußerst schwierig ist, sollten Sie zu einem Anwalt gehen.

3. Können wir die Aufwendungen durch Reinigung, Entsorgungskosten etc. geltend machen?
(z.B. Reinigung: 30 Std à 5 € = 150€)

Falls Sie nachweisen können, daß die Firma für den Schaden einstehen muß, können Sie die o.g. Aufwendungen geltend machen.

4. Kann man eine Art Mietersatz verlangen ( wir konnten die Wohnung mehrere Wochen nicht nutzen und haben keine Mietminderung durchgeführt): ja

5. Können wir Schmerzensgeld verlangen, wenn ja wie viel? ( leichte Rauchvergiftung, psychische Belastung und Angstzustände -> Therapiekosten)

Grundsätzlich ja, aber die Höhe hängt von den Umständen ab. Auch hier raten ich nochmals einen Anwalt aufzusuchen.

6. Gibt man den Gebrauchswert (alt), oder den Wiederbeschaffungswert an und wie genau müssen die Kosten des ersetzten Hausrates aufgelistet sein?
Genügt: „Geschirr -> 100€“
Oder ganz genau: „Teller -> ca 5Jahre alt -> 6Stk -> à2€ -> 12€“ etc...

Es ist ein Abzug alt für neu zu machen, daher können Sie gezwungen werden, die letztere Version aufzulisten.

7. Stehen wir in der Beweispflicht, dass das Geschirr etc. zu erneuern war, oder kann die Fa behaupten, eine Reinigung wäre möglich gewesen?

Sie tragen die Beweislast für die Schäden und die Schadenshöhe. Auch hier ist keine allgemeine Antwort möglich. Konnte man das Geschirr reinigen und danach wiederverwenden, so werden Ihnen nur die Reinigungskosten ersetzt.

Ich hoffe Ihnen einige allgemeine Hinweise gegeben zu haben. Sie sollten einen Anwalt aufsuchen.

Falls Sie Rückfragen haben, so stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Wille
Rechtsanwalt
--------------------------------
www.anwalt-wille.de
anwalt@anwalt-wille.de


Rechtsanwalt Klaus Wille
Fachanwalt für Familienrecht

Nachfrage vom Fragesteller 28.09.2004 | 20:37

Sehr geehrter Herr Wille,
vielleicht würden Sie uns doch noch sagen, welches Gesetz in unserem Fall zum tragen kommt, damit wir uns zumindest selbst informieren können.
Wir hätten auch gerne noch gewußt, was Sie genau mit "Abzug alt für neu ... machen" meinen und welchen Stundensatz können wir für die Eigenleistungen ansetzen (kann man das selbst definieren?).
Die meisten Gegenstände wurden ja mittlerweile entsorgt, womit wir es natürlich schwer haben, Nachweise zu erbringen(Reinigung oder Entsorgung). Wie müßte ein Solcher denn aussehen? Danke

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.09.2004 | 21:09

Sehr geehrter Rechtssuchender,

Sie möchten die Angelegenheit lieber ohne Anwalt durchfechten. Viel Glück.

Als Rechtsgrundlage könnte das Produkthaftungsgesetz oder §823 BGB in Betracht kommen. Das ProdukthaftungsG richtet sich gem. § 4 aber nur gegen den Hersteller (und nicht gegen den Verkäufer).

Ein Abzug alt für neu kommt dann in Betracht, wenn Sie einen alten Gegenstand neu ersetzt haben wollen. Da der alte Gegenstand schon einen Wertverlust hat, wird man diesen Wertverlust berücksichtigen müssen.

Ein Nachweis könnte in Rechnungen bestehen. Ganz sicher ist dies aber auch nicht. M.E. hätten Sie - bei einem größeren Schaden - auch ein Beweissicherungsverfahren einleiten sollen. Dann hätte man den gesamten Schaden begutachtet und protokolliert.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Wille

ANTWORT VON

Köln

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