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Schadensersatz Rechtsanwalt


| 21.09.2017 12:30 |
Preis: 49,00 € |

Anwaltsrecht, Gebührenrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung: nicht vorgenommene Informationspflichten, fehlende Aufklärung als Pflichtverletzung eines Rechtsanwaltes und dazu führender Schadensersatz


Im Februar 2016 erschien in unserer Lokalzeitung ein Artikel zum Thema „Fehlerhafte Widerrufsbelehrung", in dem ein hiesiger Rechtsanwalt die Möglichkeiten darstellte.
Daraufhin habe ich wie sicherlich viele andere Leser auch den Anwalt mit der Prüfung zweier Darlehensverträge für unseren Hausbau beauftragt, wobei der eine bereits abgelöst war. Nach Auskunft des Anwalts würden beide Darlehensverträge fehlerhafte Widerrufsbelehrungen enthalten und wären somit anfechtbar.
Wie sich allerdings herausstellte, waren die Ansprüche aus dem bereits abgelösten Darlehensvertrag bereits verjährt. Auf die Antwort, weshalb er diese Verjährung übersehen hat, warten wir bis heute! Der Anwalt hat zwar mitgeteilt, dass er Klage beim Landgericht einreichen werde und uns auch die Unterlagen zugesandt. Wie zwei Nachfragen nach einigen Wochen beim Landgericht ergaben, ist die Klage aber niemals eingegangen.

Und auch beim zweiten Darlehensvertrag war die Sachlage entgegen der Einschätzung des Anwaltes alles andere als klar. Die Folge: Es kam zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung, die wir verloren, wobei anzumerken gilt, dass wir vom Anwalt regelrecht in den Prozess getrieben wurde, obwohl wir von Beginn an Bauchschmerzen hatten. Denn mit der Rechtsauffassung unseres Anwaltes wäre das gesamte Vertriebssystem der Allianz-Versicherung in Frage gestellt gewesen.

Das Problem ist nicht nur der verlorene und kostenspielige Prozess, sondern vor allem auch das unseriöse Geschäftsgebaren des Anwalts, der uns mehrmals schlichtweg belogen hat.
Das krasseste Beispiel: Bei der mündlichen Verhandlung vor dem Landgericht Berlin wurde am 5. Juli 2017 auch das Urteil verkündet, wonach die Klage abgewiesen wurde. Tags darauf habe ich in der Kanzlei nachgefragt, ob ein Urteil gefallen sei. Dies verneinte der Anwalt und teilte mir mit, dass damit frühestens in drei Wochen zu rechnen ist.
Nach mehrmaliger Nachfrage wurde ich vom Anwalt allerdings erst in der vergangenen Woche (!) darüber informiert, dass die Klage abgewiesen wurde.
Bereits vor der mündlichen Verhandlung haben wir den Anwalt darauf hingewiesen, dass wir auf eine schnelle Entscheidung drängen, da ab Juli Bereitsstellungszinsen von 3 Prozent für den Darlehensvertrag zahlen müssen, mit dem wir das bestehende Darlehen ablösen wollen. Auch war es der Anwalt, der uns dazu gedrängt hat, diesen Darlehensvertrag abzuschließen, ohne dass klar war, ob die Widerrufsbelehrungen anfechtbar sind.

Wir haben von verschiedenen Mandanten der Kanzlei erfahren, dass wir kein Einzelfall sind und der Anwalt auch in anderen Fällen sehr unseriös und unzuverlässig gearbeitet hat. Womöglich wurde er nach der Veröffentlichung des Zeitungsartikels von Anfragen regelrecht überflutet, was allerdings keine Entschuldigung dafür sein kann, dass er seine anwaltlichen Pflichten derart eklatant verletzt hat.

Unserer Einschätzung nach hat sich der Anwalt mit den Verfahren wegen „fehlerhafter Widerrufsbelehrungen" ein goldenes Näschen verdient, wobei ihm nicht das Wohl seiner Mandanten, sondern das eigene sehr am Herzen lag. Überaus engagiert war er lediglich, als er sein Rest-Honorar einforderte, das wir zurückbehalten hatten, weil der Anwalt Zusagen nicht eingehalten und Schriftstücke der Gegenseite nicht weitergegeben hat.

Nun unsere Frage: Besteht Chance, Schadensersatz zu erhalten?
21.09.2017 | 13:36

Antwort

von


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Tel: 0711-7223-6737
Web: www.hsv-rechtsanwaelte.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

ich danke Ihnen für die Nutzung dieses Forums.
Vor der Beantwortung Ihrer Frage möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, dass dieses Forum nur eine erste rechtliche Einschätzung und Beantwortung Ihrer Frage(n) gestattet und insbesondere bei Hinzutreten weiterer, auch noch unbekannter, Umstände die Beantwortung der Frage(n) anders ausfallen könnte.

Ich möchte nun Ihre Fragen wie folgt beantworten.

Zunächst ist generell bei der Frage nach einem Schadensersatz zu fragen, ob der Rechtsanwalt eine Pflichtverletzung begangen hat.
Eine solche kann in der falschen Beratung liegen, daher in einer Beratung, die vollkommen falsche Auskünfte beinhaltet oder sich mit dem Gesetz oder der Rechtsprechung nicht vereinen lässt.
Aber auch eine falsche Tätigkeit des Rechtsanwaltes kann eine Pflichtverletzung darstellen. Dies wäre zum Beispiel dann zu bejahen, wenn der Rechtsanwalt vor dem falschen Gericht eine Klage erhebt.
Aber auch das Raten zu einer völlig aussichtslosen Klage könnte als Pflichtverletzung angesehen werden. Hier ist allerdings ganz genau der Sachverhalt zu erörtern und zu prüfen wie Sie als Mandant reagier hätten, wenn Sie alle Umstände gekannt hätten. Bei einer aussichtslosen Klage etwa das Verfahren dennoch geführt hätten. Daher ist es auch wichtig zu prüfen, ob der Rechtsanwalt den Sachverhalt richtig aufgearbeitet, die Erfolgsmöglichkeit einer Klage richtig geprüft hat und mit Ihnen alles besprochen hat.
Es ist hier allerdings anzumerken, dass das Gericht die Sachlage anders sehen kann oder aufgrund des Vorbringens der Parteien doch der Klage stattgeben könnte.

In Bezug auf den Umstand, dass der Rechtsanwalt Ihnen über Wochen hinweg nichts von dem Urteil gesagt hat, daher auch möglicherweise jetzt die Frist zur Einlegung einer Berufung verstrichen ist, verstößt gegen die Informationspflicht eines Rechtsanwaltes und stellt eine Pflichtverletzung dar.
Ebenso verhält es sich mit der Weitergabe der Schriftstücke und Verfügungen des Gerichtes. Denn Sie als Mandant sind derjenige, der das Verfahren führt, daher die Entscheidungen für sich selber trifft und nicht der Rechtsanwalt. Sie müssen daher umfassend über alles informiert werden, was das Verfahren betrifft. Ein Verschweigen von relevanten Tatsachen oder das Nichtweiterleiten von Schriftstücken stellt daher ebenfalls eine Pflichtverletzung dar.

Wegen der Pflichtverletzung könnte daher in beiden der von Ihnen geschilderten Fällen eine solche gegeben sein.


Die Frage nach dem Schadensersatz ist in zwei Teile zu trennen.
Der eine Teil betrifft die Honorarforderung des Rechtsanwaltes. Es ist inzwischen mehrfach entschieden worden, dass ein Rechtsanwalt bei dem Vorliegen einer Pflichtverletzung den Anspruch auf sein Honorar verlieren kann.
Sie könnten daher wegen der falschen Beratung und dem Klagverfahren das Honorar, welches Sie gezahlt haben, zurück verlangen.

Wegen des weitern Schadensersatzes müssten Sie zunächst darlegen, welchen genauen Schaden Sie erlitten haben.
Bei dem Klagverfahren könnten das die Gerichtskosten und die Kosten des gegnerischen Rechtsanwaltes sein.
Auch die Bereitstellungszinsen könnten als Schaden angesehen werden.
Zu beachten ist hierbei, dass der Schaden auf die Pflichtverletzung des Rechtsanwaltes zurück zu führen sein muss. Bei den Zinsen wäre dies nicht der Fall, wenn Sie diese auch ohne Zutun des Rechtsanwaltes hätten zahlen müssen.
Auch dies ist anhand Ihres geschilderten Sachverhaltes gegeben, so dass Sie auch die weiteren Kosten aus dem Klagverfahren für das Gericht und den gegnerischen Rechtsanwalt sowie für die Bereitstellungszinsen erhalten könnten.


Sie sollten auf jeden Fall den Rechtsanwalt anschreiben und ihn nochmals unter Fristsetzung zur Aufklärung der Sachlage auffordern und gleichzeitig den Rechtsanwalt dazu auffordern, dass er Ihren Schadensersatzanspruch zur Kenntnis nimmt. Und anerkennt Zudem sollten Sie ihn auffordern seine Haftpflichtversicherung über den Vorfall zu informieren. Diese wird sich dann auch an Sie wenden, um die Angelegenheit zu klären.



Ich hoffe, dass Ihnen meine Antwort behilflich ist.

Sollten Sie eine Nachfrage haben, so können Sie diese gerne an mich stellen oder mich unter meinen Kontaktdaten kontaktieren.
Bitte nutzen Sie auch die Möglichkeit für die Bewertung meiner Antwort. Vielen Dank.


Bewertung des Fragestellers 21.09.2017 | 14:33


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