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Schadensanspruch / Schmerzensgeld


08.12.2009 10:29 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht



Unfallhergang
Meine Frau und unser 1 ½ jähriger Sohn standen an einer Kreuzung an einer roten Ampel auf der rechten Abbiegespur um bei grün rechts abzubiegen. Bei grün fuhr meine Frau einige Meter nach rechts in die Kreuzung ein, musste nach einigen Metern jedoch bremsen um Fußgänger (deren Fußgängerampel grün war) die Strasse überqueren zu lassen. Der Unfallgegner fuhr hinten auf das Auto auf.

Schaden
Die Stossstange unseres Autos wurde beschädigt (Lackschäden und das hintere rechte Katzenauge gesplittert). Die Stossstange wurde als ganzes (leicht) in die Karosserie gedruckt.
Die Reparaturkosten beliefen sich auf €1.100. Dies wurde von der Versicherung schon beglichen.

Ärztliches Attest (im Wortlaut)
Frau XXX stellte sich am 3.9.2009 morgens nach erfolgtem Auffahrunfall in meiner Praxis vor. Der Verursacher war von hinten auf das KFZ von Frau Krisch aufgefahren, welche an einer Ampel stand. Bei der Untersuchung fand sich eine ausgeprägte Gelose im Bereich der Schultermuskulatur rechts ausgeprägter als links.
Dolenz im Bereich des nervus occipitalis linksseitig. Beidseitige Rotationseinschränkung nach links und nach rechts im Bereich der Halswirbelsäule. Stauchungsproblematik im Bereich der Brustwirbelsäule.
Nach dem Unfall fühlte sich die Patientin „wie gelähmt“, innere Unruhe, Weinkrämpfe, Kopfschmerzen.

Zusatzinfo:
- Meine Frau wurde vom Arzt zudem für einige Tage krank geschrieben (genaue Tagesanzahl gerade nicht parat)
- Meine Frau ist Hausfrau
- Unser Sohn (1 ½ Jahre) war beim Unfall auf dem Rücksitz und heulte nach dem Unfall häufiger als sonst. Die Kinderarzthelferin (telefonisch) empfahl weitere Beobachtung und bei Erbrechen oder Apathie die Praxis aufzusuchen. Dies war dann jedoch nicht nötig.
- Meine Frau hatte große Sorge wegen dem Kind und bekam regelmäßig Weinkrämpfe (siehe Attest) aus Sorge um das Kind.


Ablehnung auf Schadensanspruch der Versicherung (im Wortlaut)
Sehr geehrte Frau XXX,
Sie haben vorgetragen, bei dem Verkehrsunfall eine HWS-Verletzung erlitten zu haben.
Aufgrund der analysierten Unfallumstände müssen wir davon ausgehen, dass vorliegende fallbedingte Geschwindigkeitsänderung bei Ihnen zu einer so geringen Belastung geführt hat, dass eine unfallbedingte Verletzung nicht eingetreten sein kann.
Die von uns vorgelegten und von uns überprüften ärztlichen Unterlagen lassen keine Rückschlüsse auf eine kausalen Zusammenhang mit dem Unfallgeschehen zu.
Der Nachweis einer unfallbedingten HWS-Verletzung ist daher nicht geführt, so dass ein verletzungsbedingter Schadensanspruch nicht gegeben ist.


Meine Fragen:
Trotz der Absage der Versicherung, ist Ihrer Meinung nach – und an Hand des Attestes – nicht vielleicht doch ein verletzungsbedingter Schadensanspruch gegeben?
Ich möchte nicht auf Teufel heraus prozessieren – wenn mir aber von „neutraler Seite“ bestätigt wird, dass hier doch ein verletzungsbedingter Schadensanspruch gegeben ist, dann möchte ich dagegen gerne rechtsanwaltlich vorgehen ... soweit es realistische Erfolgsaussichten gibt.
Wie ist bitte Ihre Meinung hierzu?

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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich Ihnen aufgrund des geschilderten Sachverhalts und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworte:

Bei meiner Antwort gehe ich davon aus, dass Ihre Frau keinerlei Verschulden an dem Unfall trifft und die volle Haftung des Schädigers gegeben ist.

Für unfallbedingte Verletzungen besteht grundsätzlich ein Anspruch auf Schmerzensgeld aus den §§ 7, 11 StVG iVm. 253 II BGB. Das Schmerzensgeld soll einen Ausgleich für erlittene Schäden und Beeinträchtigungen bieten.

Bei der Geltendmachung von Schmerzensgeld muss der Verletzte den Vollbeweis für die erlittenen Verletzungen und die Ursächlichkeit mit dem Unfallgeschehen führen. Dies führt gerade bei leichteren Unfällen, wie vorliegend, immer wieder zu Problemen. Auch bei leichten Auffahrunfällen sieht die Rechtsprechung bedauerlicherweise keine Beweiserleichterungen für den Geschädigten vor (BGH r+s 2003, 172). Ausnahmen sind nur dann möglich, wenn die Kollisionsgeschwindigkeit mehr als 15 km/h beträgt.

Durch das vorliegende Attest wurde Ihrer Frau eine Verletzung an der Hals- und Schultermuskulatur bescheinigt sowie höchstens ein leichtes HWS-Syndrom. Dies kann man so zwar nicht herauslesen, ergibt sich jedoch aus den bescheinigten Rotationseinschränkungen. Hier besteht in der Tat das Problem, dass bewiesen werden muss, dass diese Verletzungen auf den Unfall zurückzuführen sind. Dies wird Ihnen voraussichtlich nur schwer gelingen, da die Rechtsprechung davon ausgeht, dass ein HWS-Schleudertrauma bei einer geringen Aufprallgeschwindigkeit ausgeschlossen ist (auch wenn dies praktisch oftmals ganz anders aussehen kann). Um den Beweis erbringen zu können, wäre vorliegend ein ärztliches Gutachten sowie ein Sachverständigengutachten zur Aufprallgeschwindigkeit erforderlich.

Dennoch sind erfahrungsgemäß die Erfolgsaussichten, Schmerzensgeld wenigstens in geringer Höhe zu erhalten, nicht aussichtslos. Hierfür ist es nicht unbedingt nötig, sofort Klage zu erheben, ein anwaltliches Schreiben kann hierbei die erforderliche Wirkung eintreten lassen.

Sie sollten bei der weiteren Korrespondenz mit der Versicherung vortragen, dass Ihre Frau Schmerzen erlitten hat und sie dagegen auch Schmerzmittel einnehmen musste. Die Bewegungseinschränkungen sollten genau dargelegt werden. Auch sollte aufgeführt werden, welchen (sportlichen) Hobbys Ihre Frau in dieser Zeit nicht nachgehen konnte. Ebenfalls ist es wichtig, die Dauer der Arbeitsunfähigkeit anzugeben. Auch die psychischen Einwirkungen sollten vorgetragen werden. Oder kurz gesagt: Man muss manchmal Mitleid erregen, damit die Versicherungen Schmerzensgeld bezahlen. Zuzahlungskosten für Ärzte und Medikamente sind im Übrigen im Rahmen des Schadensersatzanspruchs zu ersetzen.

Die Höhe des Schmerzensgelds dürfte zwischen 250,00 € und 750,00 € zu bemessen sein. Im Einzelfall hängt dies natürlich von den erlittenen Verletzungen ab. Die genannten Beträge wurden in vergleichbaren Fällen bei einem leichten HWS-Schleudertrauma bereits gezahlt.

Sollten Sie in dieser Angelegenheit eine weitere Vertretung wünschen, bin ich Ihnen gerne behilflich.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort zunächst weiter geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen,

Marion Deinzer
(Rechtsanwältin)
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Bitte beachten Sie, dass diese Plattform lediglich zur ersten rechtlichen Orientierung dient und eine ausführliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann. Es ist nur eine überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems aufgrund Ihrer Angaben zum Sachverhalt möglich. Durch Hinzufügen oder Weglassen von Angaben zum Sachverhalt kann sich eine ganz andere rechtliche Bewertung ergeben.
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