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Schadensanmeldung nach fast über 3 Monaten?


29.12.2010 23:46 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ingo Bordasch



Sehr geehrte Damen und Herren,
ich bitte um Hilfe in folgendem Fall:

Gewerblich erledigt der Kollege (Person A) Umräumarbeiten in einer Rechtsanwalt- und Steuerberatergemeinschaft.
(leider)
Die Kanzlei plante ihren Auszug eigentlich zu Ende des Jahres, der aus mir nicht bekannten Gründen dann erst zur Jahresmitte 2011 verlegt wurde.

Person A wurde von Person B ( Bruder des Rechtsanwaltes ) zu diesem Zwecke angeheuert. Person B half bei dieser Aktion mit.

Diese Arbeiten fanden am 12.10.2010 statt, der Rechnungsbetrag belief sich auf ca. 250,00 brutto.
Mitte Dezember 2010 schrieb ich allerdings auch eine Mahnung bezüglich der offenen Forderungen.

Heute, 29.12.2010 teilte mir die Rechtsanwaltskanzlei mit, offensichtlich aufgrund der Mahnung, dass sie die Rechnung wegen diverser Schäden nicht begleichen würden.

Diesbezüglich habe ich natürlich den Kollegen wegen irgendwelcher Vorfälle befragt. Der teilte mir folgendes mit:

Richtig ist, dass er wohl Streifen in den Teppich gemacht hat weil er eine Arbeitsplatte über den Teppich zog. Richtig ist wohl auch, dass dieser Streifen ca. 3 Meter beträgt, den Teppich aber nicht zerstörte sondern nur farblich beschädigte.

Nun wird mir freundlichst mitgeteilt, dass ich meine Haftpflichtversicherung in Anspruch nehmen und die Reinigung des Teppichs (der ganzen Kanzlei) übernehmen soll.

O-Ton:
Der Vermieter hatte jedenfalls schon angekündigt, dass er den Teppich so nicht abnehmen werde und wir ihn reparieren müssten (???)
Der Vermieter war inzwischen mit einem Teppichverleger vor Ort, der sagte, dass man nicht unerhebliche Teile des Teppichs im Flur sowie in dem Büro zur Strassenseite rechts wird austauschen müssen (????) Das einzige was man versuchen könnte, sei eine gründliche Reinigung des Teppichs, wobei u.U. die Beschädigung, die durch uns verursacht wurde (??) nicht mehr so deutlich hervortreten könnte, so das nicht der ganze Teppich ausgetauscht werden muss.

Generell steht hier natürlich das Wort gegen das Wort.
Ich kenne meinen Kollegen schon seit 15 Jahren und wir hatten noch nie Probleme dieser Art.
Mir ist folgendes wichtig:
Selbstverständlich sind wir bereit nachfolgende Probleme, die durch uns verursacht wurden, kostenlos zu beheben!!
Wir sind aber nicht bereit einen völlig abgenutzten Teppich komplett zu ersetzten oder reinigen zu lassen.
Denn das wird uns hier angedroht!

Ich bitte um Rechtseinschätzung.

Vielen Dank

P.S.
Generell wünschen wir uns eine Betriebsanwalt.
Irgendwas ist ja immer.





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Sehr geehrte Fragestellerin,

zunächst haftet A als Auftragnehmer der Umräumarbeiten grundsätzlich für Schäden die er schuldhaft verursacht. Dies könnte nach Ihrer Schilderung gegeben sein, wenn A damit rechnen musste, dass durch das Ziehen einer Arbeitsplatte über den Teppich bleibende farbliche Veränderungen auftreten. Anders wäre es, wenn der Teppich überdurchschnittlich auf Reibung mit Farbveränderungen reagiert oder die Arbeitsplatte abfärbt und der Schaden dadurch verursacht wurde und A vom Auftraggeber nicht hingewiesen wurde, da A grundsätzlich nur für vorsätzliches oder fahrlässiges Handeln haftet; § 276 BGB. Ob dies bei A vorliegt kann von hier nicht abschließend beurteilt werden.

Sollte A den Schaden schuldhaft verursacht haben, ist er zum Schadensersatz verpflichtet. Dabei darf der Geschädigte jedoch keinen Gewinn aus dem Schadensereignis erzielen. Daher muss sich der Geschädigte, falls eine Reparatur nicht möglich ist und ein kompletter Austausch des Teppichs zu erfolgen hat, einen Teil der Kosten unter dem Gesichtspunkt "alt für neu" anrechnen lassen müssen. D.h. je älter der Teppich ist, desto größer ist der vom Geschädigten zu tragende Anteil. Hätte der Teppich also sowieso ausgetauscht werden müssen, da seine durchschnittliche Lebensdauer bereits abgelaufen war, könnte gar kein Schaden entstanden sein.

Ist die Behebung des Schadens mit geringem Aufwand möglich, hat der Schädiger nur diese Kosten zu ersetzen, selbst wenn der Geschädigte eine kostenintensivere wählt. Ist der Schaden also durch Reinigung der betroffenen Stelle möglich, muss der Schädiger nicht die Kosten der Reinigung oder des Austauschs des gesamten Teppichs ersetzen.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann,
sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen
übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Ich hoffe, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, weitergeholfen zu haben.
Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.
Für eine weiterführende Interessenvertretung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

Tel.: 030 - 293 646 75
Fax.: 030 - 293 646 76
frag-einen-anwalt@RA-Bordasch.de

PS.: Wenn Sie diese Antwort bewerten, helfen Sie mit, diesen Service transparenter und verständlicher zu gestalten.

Nachfrage vom Fragesteller 30.12.2010 | 10:12

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Bordasch,

es ist uns klar, dass wir für entstandene Schäden haften müssen (logisch!!). Dies ist auch nicht unser Problem!
Kostenloses Nacharbeiten wird von uns ebenfalls selbstverständlich angeboten!
Mir geht es darum, dass mir dieser Schaden, erstens, erst nach fast 3 Monaten angezeigt wird, und zweitens dieser Teppich wegen völliger Abnutzung ganz sicherlich nicht von einem Nachmieter akzeptiert werden wird, daher bei Auszug sowieso ausgetauscht werden müßte.
(abgelaufen, verdreckt, kein Profil mehr).
So wie ich sie verstanden habe, müßten wir aber im Falle einer Reinigung nur die Reinigungskosten der ca. 3 Meter bezahlen, aber nicht die Reinigung des Teppichs der kompletten Kanzlei (ca. 200 qm), richtig?
Wäre auch nicht unser Problem, da Kosten überschaubar.
Laut Schreiben, klingt es aber so, als wenn wir wegen des Gesamtbildes des Teppichs die kompletten Reinigungskosten übernehmen müssen (man kann ja schließlich nicht nur die 3 Meter reinigen lassen!)
Zudem werde ich ja aufgefordert den Schaden meiner Haftpflichtversicherung anzuzeigen, was ich keinesfalls machen werden! Und sowieso, geht das überhaupt noch nach 3 Monaten? Bin ich dazu verpflichtet?
Prinzipiell geht es mir eigentlich darum, dass die angebliche Reinigung des Teppichs diesen auch nicht mehr schöner macht, und nur Kosten treibt. Ausgetauscht werden muss dieser so oder so!
Zudem habe ich den Eindruck, dass der Twist zwischen Mieter und Vermieter gerade auf unsere Kosten ausgetragen werden soll.
Für ein erneutes kurzes Feedback wäre ich sehr dankbar.
Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.12.2010 | 12:34

Sehr geehrte Fragestellerin,

wenn sich der Schaden durch Reinigung der 3 Meter beheben lässt, müssen Sie nur die Kosten dafür zahlen, das haben Sie richtig verstanden.

Wenn sich allerdings durch die Reinigung der 3 Meter Farbunterschiede mit dem restlichen Teppich ergeben, könnte auch die Reinigung des gesamten Teppichs notwendig sein. Allerdings hat sich der Geschädigte die dadurch ersparten Kosten für die Reinigung des Teppichs anzurechnen, wenn eine Gesamtreinigung in jedem Falle hätte erfolgen müssen.

Der Geschädigte ist nicht verpflichtet Ihnen die Möglichkeit der Behebung des Schadens einzuräumen. Der Geschädigte kann einen Dritten mit der Behebung beauftragen, dessen Kosten A, gegebenenfalls unter Anrechnung ersparter Aufwendungen, zu ersetzen hat.

Wenn der Teppich, wie Sie schreiben, in jedem Falle hätte ausgetauscht werden müssen, wäre auch kein Schaden entstanden, der von A zu ersetzen wäre. Das Problem ist jedoch, dass dies im Zweifel von A bewiesen werden müsste.

Sie sind nicht verpflichtet Ihre Haftpflichtversicherung über den Schaden zu informieren, wenn Sie den Schaden nicht über Ihre Versicherung abwickeln wollen.

Hinsichtlich des Zeitpunktes der Geltendmachung des Schadens nach 3 Monaten bestehen keine Einschränkungen, da Schadensersatzansprüche grundsätzlich erst nach 3 Jahren verjähren. Der Geschädigte ist auch nicht verpflichtet den Schaden unmittelbar nach Kenntnis mitzuteilen. Problematisch kann allerdings nach Ablauf von 3 Monaten der Nachweis durch den Geschädigten sein, dass A den Schaden schuldhaft verursacht hat. Denn dies müsste der Geschädigte im Zweifel nachweisen. Je nachdem wie sich A bzw Sie sich bisher gegenüber dem Geschädigten geäußert haben, kann dies schwierig sein.

Insgesamt halte ich das schuldhafte Handeln des A nicht für zwingend gegeben, da unter normalen Umständen durch das Ziehen einer Arbeitsplatte über einen Teppich idR keine dauerhaften Schäden an der Farbe des Teppichs entstehen. Insoweit könnte der Schadensersatzanspruch bereits daran scheitern.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
- Rechtsanwalt -

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