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Schadenersatz für Schnittwunde am Kopf nach Stoß mit Leiterecke


20.07.2015 22:45 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung: Sofern bei einer Verletzung der Nachweis eines Verschuldens gelingt, resultiert daraus neben einem Anspruch auf Schadensersatz regelmäßig ein Anspruch auf Schmerzensgeld. Sowohl das Verschulden, als auch der Schadenseintritt müssen dabei sorgfältig dargelegt und ggf. bewiesen werden.


Sehr geehrte Damen und Herren,

vor fast 2 Wochen bin ich in einer Therme in einem kleinen Schwimmbecken unter Wasser von einem Rand zum nächsten geschwommen. Beim Auftauchen bzw. Aufstehen (das Becken war ca. 1,5 m tief) stieß ich mit dem Kopf (oberer Stirnbereich) gegen eine Ecke einer Leiterstufe. Das Resultat war eine Schnittwunde in rechtwinkliger Form, 3 bis 4 cm lang. Obwohl im notärztlichen Befund von einer Platzwunde die Rede ist, finde ich, dass es sich um eine Schnittwunde handelt. Wäre ich gegen eine Kante oder Ähnliches geschwommen, gäbe es höchste eine kleine Beule. Es ist unverantwortlich, dass eine Leiter mit solch scharfen Stellen eingesetzt wird. Durch die Verletzung ist mein Gesicht entstellt und ich konnte 2 Wochen an einem Projekt, bei dem ich unter enormen Zeitdruck stehe, nicht arbeiten.

Habe ich Anspruch auf Schadenersatz? Haben Sie eventuell noch andere Tipps für mich?

Mit freundlichen Grüßen
20.07.2015 | 23:37

Antwort

von


35 Bewertungen
Sehr geehrter Fragesteller,

ob Sie einen Anspruch auf Schadensersatz haben hängt in Ihrem Fall maßgeblich davon ab, ob dem Betreiber des Schwimmbeckens ein Verschulden, hier insbesondere ein Verstoß gegen dessen Verkehrssicherungspflichten nachzuweisen ist. Liegt ein solcher vor, etwa weil die Leiter unzureichend gesichert, nicht erkennbar oder objektiv scharfkantig war, könnten Sie die Ihnen erwachsenen Schäden ersetzt verlangen. Allerdings müssten Sie als Anspruchsteller ggf. den Nachweis darüber führen. Zudem müssten Sie nachweisen und belegen, in welcher Höhe Ihnen finanzielle Schäden entstanden sind. Es bietet sich daher zunächst an, eine detaillierte Beschreibung der Örtlichkeiten und des Geschehensablaufs anzufertigen, sowie möglichst alle Schäden mittels entsprechenden Belegen nachweisbar zu machen.

Sofern der Nachweis eines Verschuldens dann gelingt, hätten Sie daneben Anspruch auf ein Schmerzensgeld, dessen konkrete Höhe grundsätzlich im billigen Ermessen des erkennenden Gerichts liegt. Eine Prognose ist hier, ohne das konkrete Verletzungsbild und den Grad der optischen Beeinträchtigung zu kennen, schwierig. Allein für kleinere Platzwunden, die der Notarzt ja bei Ihnen attestiert hat, und ohne nennenswerte weitere Beschwerden haben Gerichte in der Vergangenheit Beträge etwa um die 200 € für angemessen erachtet. Anhaltende Schmerzen und dergleichen mehr würden den Betrag natürlich erhöhen. Soweit Sie die Diagnose des Notarztes anzweifeln, müssten Sie dies ebenfalls, bestenfalls mittels eines weiteren Attestes belegen.

Derartige Schadensersatz- und Schmerzensgeldbezifferungen können im Einzelfall allerdings äußerst komplex werden, etwa wenn der Anspruchsgegner seine Verantwortlichkeit bestreitet oder ein Mitverschulden behauptet. Deshalb sollten Sie die Beauftragung eines Rechtsanwaltes in Erwägung ziehen.
Sofern Sie dies vorerst nicht möchten oder die gerichtliche Auseinandersetzung zurückstellen wollen, kann es sich natürlich anbieten, den Sachverhalt gleichwohl gegenüber dem Betreiber des Schwimmbeckens zu schildern und selbst den Anspruch geltend zu machen. Möglicherweise hat dieser selbst (oder dessen Versicherung) ebenfalls ein Interesse an einer außergerichtlichen Einigung.

Daneben steht es Ihnen natürlich frei Strafanzeige wegen des Vorfalls gegenüber der örtlichen Polizei oder Staatsanwaltschaft zu erstatten. In diesem Fall könnten Sie später (über einen Rechtsanwalt) auf die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsergebnisse zugreifen und sie ggf. für das Schadensersatzverfahren nutzen. Die "Erfolgsaussichten" einer solchen Strafanzeige schätze ich angesichts des mitgeteilten Sachverhalts allerdings als gering ein.

Ich hoffe, Ihnen einen verständlichen Überblick über Ihre weitere Optionen gegeben zu haben. Im Wesentlichen wird es im Weiteren, wie dargelegt, um Fragen der Beweisbarkeit des Pflichtverstoßes sowie der eingetretenen Schäden gehen. Sollten noch Unklarheiten verblieben sein, nutzen Sie bitte die für Sie kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Matthias Düllberg
Fachanwalt für Strafrecht

Nachfrage vom Fragesteller 22.07.2015 | 21:30

Sehr geehrter Rechtsanwalt,

danke für die schnelle Antwort. Ich hätte noch ein paar Fragen:

Ich zweifle die Diagnose des Notarztes an. Leider habe ich vor Ort die Diagnose Platzwunde nicht wahrgenommen und habe den Befund auch noch vor Ort unterschrieben. Besteht noch die Möglichkeit dem zu widesprechen? Gibt es generell Fristen, die ich einhalten sollte? Muss ich zu einem anderen Arzt, der mir attestieren würde, dass es sich um eine Schnittverletzung und keine Platzwunde handelt oder wo beschaffe ich mir so ein Attest?

Könnte der Anspruchsgegner ein Mitverschulden behaupten, wenn man mit mit geschlossenen Augen geschwommen wäre?

Warum schätzen Sie die Erfolgsaussichten einer Strafanzeige als gering ein? Welche Punkte des Sachverhalts sprechen gegen den Erfolg?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.07.2015 | 01:10

Sehr geehrter Fragesteller,

bezüglich der Feststellungen des Notarztes kann es sich tatsächlich anbieten, ein weiteres Attest mit einer neuen Diagnose einzuholen. Eine konkrete Frist ist hierzu nicht zu beachten. Jedoch ist es durchaus sinnvoll nicht zu lange zuzuwarten, da die Diagnose mit zunehmendem Zeitablauf voraussichtlich immer schwieriger zu stellen sein wird. Sofern danach zwei gegenläufige Diagnosen im Raume stehen und es darauf ankommt, wird im Falle einer gerichtlichen Auseinandersetzung mit einiger Wahrscheinlichkeit ein Gutachten einzuholen sein. Selbstverständlich können sie ein solches Gutachten bereits jetzt privat in Auftrag geben. Hierzu würde Sie ggf. Ihr behandelnder Arzt beraten. Beachten Sie aber bitte, dass derartige medizinische Gutachten mit erheblichen Kosten einhergehen und selbst ein solches Gutachten nicht sicher verhindern kann, dass im Wege eines Gerichtsverfahrens ein weiteres erforderlich wird. Deshalb rate ich dazu, die Verletzungen vorerst (nur) von Ihrem Arzt im Rahmen der Nachbehandlung erneut attestieren zu lassen.

Inwiefern ein Mitverschulden wegen schwimmens mit verschlossen Augen in Betracht zu ziehen ist, kann abschließend nicht beurteilt werden. Sofern es bei der Diagnose einer Platzwunde bleibt ist dies natürlich nicht auszuschließen, da die Verletzungen dann nicht zwingend auf eine scharfe Kante zurückzuführen wären. Dann allerdings läge u.U. nicht einmal ein Sorgfaltspflichtverletzung des Thermenbetreibers vor. Sofern es gelingt die unzulässig scharfe Kante zu beweisen wäre es nahezu unerheblich, ob Sie während der Verletzung die Augen geöffnet oder geschlossen hielten. In dem Fall wäre allenfalls relevant, ob Sie trotz Erkennbarkeit einer Gefahr an der Treppe auftauchten. Wie Sie sehen wird dieser Punkt ebenfalls an der Beweisbarkeit und den tatsächlichen Umständen entschieden.

Die Erfolgsaussichten der möglichen Strafanzeige bewerte ich anhand langjähriger Erfahrung auf dem strafrechtlichen Gebiet. In Betracht kommt (mangels Vorsatz) bei realistischer Betrachtung des Sachverhalts wohl nur eine fahrlässige Körperverletzung. Unabhängig von dem Konkreten Pflichtverstoß und einem etwaige Mitverschulden werden derartige Verfahren häufig recht schnell eingestellt, ohne dass es vorher zu nennenswerten Ermittlungen käme. Natürlich vergeben Sie sich trotzdem nichts mit der Anzeige und haben zumindest die Chance auf einige nutzbare Ermittlungsergebnisse. Beachten Sie bitte, dass ein entsprechender Strafantrag binnen 3 Monaten bei der Polizei oder Staatsanwaltschaft gestellt werden muss.

Ich hoffe Ihre Nachfragen verständlich beantwortet zu haben. Sofern Sie an einer weiteren Beratung und Vertretung in dieser Angelegenheit durch mich interessiert sind, wenden Sie sich bitte direkt an die Kanzlei unter den angegebenen Kontaktdaten.
In der Angelegenheit wünsche ich Ihnen alles Gute.

Mit freundlichem Gruß

M.Düllberg
Rechtsanwalt

ANTWORT VON

Bochum

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