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Schadenersatz bei Nichterfüllung eines Kaufvertrages (hier Onlineauktion)


| 05.12.2009 20:02 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Steffan Schwerin


| in unter 1 Stunde

Guten Tag,

da zum wiederholten Male die Verkäufer eines Auktionshauses ihre Verflichtung zur Überlassung der Ware nicht erfüllen, möchte ich hierzu rechtssicher auf eigene Faust (oft geringe Streitwerte) vorgehen.

Entweder wird der Kontakt abgebrochen, die Ware trotz Bezahlung nicht versandt bzw. zur Abholung bereitgestellt oder mit fadenscheinigen Begründungen (Ware leider defekt und entsorgt) der Handel nach erfolgreichem Gebot abgebrochen.

Ich gehe davon aus, dass mir prinzipiell ein Schadenersatzanspruch entsteht, wenn ich die gekaufte Ware nach angemessener Nachfristsetzung nicht erhalte.

Hierzu zwei konkrete Fragen:

1. Wie muss ich den mir entstandenen Schaden nachweisen? Muss ich erst eine gleichwertige Ware (natürlich nach Preisvergleichen) erwerben um den Differenzbetrag als Schadenersatz zu fordern oder reicht es aus, auf entsprechend verfügbare Angebote zu verweisen? Ich möchte natürlich ungern in Vorleistung treten, da die Preisdifferenz zum ersteigerten Artikel durchaus beträchtlich sein kann.

2. Wie ist der Betrag anzusetzen, wenn der Artikel als gebraucht ersteigert wurde, jedoch trotz intensiver Suche nicht am Markt verfügbar ist, sondern nur als Neuteil zu einem sehr hohen Preis.

Konkretes Beispiel: Es wurden mehrere gebrauchte Kfz-Anbauteile (z.B. Türen) in gutem Zustand (lackiert) sehr günstig erworben aber nicht ausgehändigt. Über nun zwei Jahre habe ich intensiv nach ähnlichen Teilen vergebens gesucht. Der Hersteller könnte sie jedoch als Neuteil (dann unlackiert) liefern, der Preis wäre jedoch beträchtlich.

Wie kann ich diese Forderung beziffern?

Vielen Dank vorab!
Trifft nicht Ihr Problem? Wir haben 21 weitere Antworten zum Thema:
05.12.2009 | 20:18

Antwort

von

Rechtsanwalt Steffan Schwerin
735 Bewertungen
Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

die von Ihnen gestellten Fragen beantworte ich unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes sowie Ihres Einsatzes wie folgt:


Frage 1: Wie muss ich den mir entstandenen Schaden nachweisen? Muss ich erst eine gleichwertige Ware (natürlich nach Preisvergleichen) erwerben um den Differenzbetrag als Schadenersatz zu fordern oder reicht es aus, auf entsprechend verfügbare Angebote zu verweisen? Ich möchte natürlich ungern in Vorleistung treten, da die Preisdifferenz zum ersteigerten Artikel durchaus beträchtlich sein kann.

Es besteht bei Nichterfüllung des Kaufvertrages ein Schadensersatzanspruch gegen den Verkäufer.

Wenn der Verkäufer die vertraglich vereinbarte Ware nicht liefert, können Sie vom Vertrag zurücktreten und Schadensersatz verlangen. Sie können dann bei einem anderen Händler die Ware ersatzweise kaufen.

Die Mehraufwendungen sind als Schaden ersatzfähig.

Der Schaden muss konkret nachgewiesen werden. Das heißt, Sie müssen die Ware erst ersatzweise kaufen, um einen Schaden zu erleiden. Die Mehraufwendungen, insbesondere die Differenz zwischen den Kaufpreisen ist der Schaden, der vom Verkäufer ersetzt verlangt werden kann.

Sie müssen also quasi in Vorleistung treten und die Ware bei einem anderen Verkäufer erwerben, um den Schaden beim alten Verkäufer geltend machen zu können.


Frage 2: Wie ist der Betrag anzusetzen, wenn der Artikel als gebraucht ersteigert wurde, jedoch trotz intensiver Suche nicht am Markt verfügbar ist, sondern nur als Neuteil zu einem sehr hohen Preis.

Grundsätzlich gilt, dass Sie eine Schadensminderungspflicht haben und daher gehalten sind, die Mehraufwendungen und die Preisdifferenz so gering wie möglich zu halten.

Wenn Sie aber nach langwieriger und intensiver Marktdurchforstung kein preiswertes Angebot finden, können Sie auch eine teurere Ersatzware kaufen. Sie sind aber auch in der Pflicht, Ihre Bemühungen nachzuweisen.


Steffan Schwerin, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 05.12.2009 | 21:50

Sehr geehrter Herr Schwerin,

vielen Dank für die schnelle Information!

Da ich bisher noch keine Ersatzware gekauft habe, mir also noch kein konkreter Schaden entstanden ist, kann ich also derzeit noch keine Forderungen stellen. Jedoch läuft Ende des Jahres die Verjährungsfrist ab. Die Verjährung ist meines Wissens nur durch Erstellung eines Mahnbescheides oder Klageerhebung möglich. Ist es möglich hilfsweise z.B. eine Klage einzureichen ohne den Betrag in Euro konkret zu beziffern?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.12.2009 | 22:05

Sehr geehrter Fragesteller,

der Anspruch verjährt in 3 Jahren. Die Verjährung beginnt am 01.01. des Folgejahres, in dem der Schadensersatzanspruch besteht und endet am 31.12. 3 Jahre später.

Hier entsteht der Schadensersatzanspruch erst, wenn Sie den Rücktritt vom Kaufvertrag erklärt haben. Vorher besteht der Schadensersatzanspruch nicht und auch die Verjährung läuft nicht.

Ich gehe daher nicht davon aus, dass hier der Anspruch schon verjährt ist.

Gegebenenfalls die Verjährungsfrist liefe doch schon ab, kann hier kein Mahnbescheid und auch keine Klage ohne konkrete Bezifferung des Schadens eingereicht werden. sie sollten in diesem Fall einen „Blitz“-Kauf vornehmen und einen Mahnbescheid beantragen.

Wenn Sie Fragen zur Berechnung der Verjährung haben, wenden Sie sich gern per Email an mich.

Ansonsten hoffe ich, Ihnen abschließend geholfen zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen


Steffan Schwerin
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 2009-12-05 | 22:28


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ANTWORT VON
Rechtsanwalt Steffan Schwerin
Jena

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