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Schaden durch verschneite Dachterrasse


26.12.2010 18:29 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Oliver Wöhler



Wir wohnen in einer Dachgeschosswohnung, zu der auch eine Terrasse gehört. Direkt unter dieser Terrasse befindet sich die Wohnung bzw. das Zimmer eines anderen Mieters.

Im letzten Jahr hatten wir das Problem, dass Eis und Schnee auf unserer Terrasse lagen und dazu führten, dass die Decke des Mieters unter uns feucht wurde. Der Abfluss war zu bzw. funktionierte irgendwie nicht richtig, so dass das Wasser sich wahrscheinlich einen anderen Weg suchte. Wir glauben, dass man uns auch von Fehlern beim Bau erzählte. Auf jeden Fall wurde dann im Frühjahr die Terrasse „repariert".

Als dieses Jahr wieder etwas Schnee auf der Terrasse lag, bekamen wir Besuch vom Außendienst unserer Hausverwaltung, da die Decke des Mieters unter uns wieder feucht war. Wir sollen zukünftig dafür sorgen, dass die Terrasse freigemacht wird. Angeblich wurde bei der Reparatur gepfuscht und bestünde das Problem bei mehreren Wohnungen. Weiterhin solle, wenn das Wetter es zulassen würde, die Terrasse komplett neu gemacht werden.

Wir sind Studenten und über Weihnachten alle nach Hause gefahren. Wir hatten bis dahin immer die Terrasse freigemacht – zuletzt am 17. und 20. Dezember 2010. Am 22. Dezember war es uns nicht mehr möglich, die Terrasse zu befreien, da sie zugefroren war.

Am 23. Dezember 2010 erreichte uns nachmittags eine Email der Hausverwaltung - und bisher nur eine Email. Wir wurden abgemahnt, da wir unseren Pflichten aus der Hausordnung nicht nachgekommen sein sollen (Terrasse von Schnee befreien und dafür sorgen, dass diese ständig von Schnee freigehalten wird) – haben Hausordnung gerade nicht zur Hand. Wir hätten also die Aufforderung ignoriert .
Wir sollen weiterhin bis 27. Dezember 2010 die Terrasse von Schnee befreien und dies der Hauverwaltung mitteilen. Ein erneuter oder auch fortwährender Verstoß führe zur Kündigung.
Schließlich wurde uns mitgeteilt, dass in der Wohnung unter uns ein erheblicher Wasserschaden entstanden sei und man sich für Schäden und Folgeschäden an uns halten würde.

Zirka drei Stunden später rief uns die Polizei an und teilte uns mit, dass unsere Wohnung aufgebrochen werden musste und die Feuerwehr die Terrasse freigemacht hätte.

Am 25. Dezember 2010 ist jemand von uns in die Wohnung gefahren und hat die Terrasse, die mittlerweile wieder bis zur Wade voll Schnee lag, so weit es ging befreit.

Ab 27./ 28. Dezember ist wieder jemand von uns vor Ort.

Nun ist es so, dass wir alle Stundenten sind und nicht für die Schäden und Folgeschäden aufkommen können und wollen. Ferner finden wir die Abmahnung nicht in Ordnung und wollen auch nicht die Kosten für den Einsatz von Polizei und Feuerwehr tragen.



Unsere Fragen:

1. Ist die Abmahnung per Email rechtsgültig? Wie sollen wir darauf reagieren – auch in Hinblick auf die gesetzte Frist (27. Dezember 2010)? Sollen wir schreiben, dass alles beräumt ist und dass die Polizei da war oder nichts schreiben?

2. Bis wann können wir die Abmahnung widerrufen? Sollen wir mit dem Widerruf warten, bis wir bei einem Anwalt waren?

3. Wir hatten überlegt, den Schaden unseren Haftpflichtversicherungen zu melden – die müssten ja auch was unternehmen? Außerdem wollten wir uns einen Beratungsschein holen und von einem Rechtsanwalt vor Ort beraten lassen. Was kann der Anwalt mit diesem Beratungsschein alles machen? Kümmert er sich um alles – Abmahnung, Schaden, Folgeschäden, Feuerwehreinsatz etc.? Welche weiteren Kosten entstehen?

4. Oder gibt es eine bessere Verfahrensweise? Wir hätten gerne einen Überblick, was zu tun ist.

5. Was müssen wir noch beachten?

6. Wie sehen unsere Chancen aus – auch unter Berücksichtigung der Kosten?



Wir bedanken uns im Voraus für die weitere Bearbeitung. Vielen Dank!!!
Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Frage.

1. Das Gesetz sieht in § 543 BGB für die Abmahnung keine bestimmte Form vor. Daher wäre rein formal auch eine Abmahnung per mail gültig. Sie sollten reagieren und mitteilen, dass der Schnee geräumt worden ist. Den Einsatz der Polizei müssen Sie gegenüber der Verwaltung nicht zwingend erwähnen, ich würde hierfür keinen Anlass sehen.

2. Es gibt keine bestimmte Frist. Sie können sich jederzeit gegen die Abmahnung wenden. Diese hat für sich genommen auch keine Funktion, sondern erst wenn wegen des identischen Fehlverhaltens eine Kündigung ausgesprochen würde. Dann käme es auf die Rechtmäßigkeit an.
Sies sollten in jedem Fall anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen.

3. Der Anwalt wird Sie außergerichtlich vertreten, falls Sie Anspruch auf Beratungshilfe haben. Um was sich der Anwalt alles kümmert, hängt von Ihrem Auftrag ab, grundsätzlich würde der Schriftverkehr mit allen Beteiligten übernommen. Ob Kosten entstehen, die nicht von Beratungshilfe abgedeckt sind, kann man leider jetzt von hier aus nicht beurteilen. Im Fall eines Verfahrens wegen Schadensersatzansprüchen, würde ggf. auch die Haftpflichtversicherung Kosten übernehmen. Sie müssen es in jedem Fall melden, wenn Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden. Sie dürfen ohne Rücksprache mit der Versicherung den Anspruch in keinem Fall anerkennen.

4. Nein, es wäre am besten alles in die Hand eines Anwalts zu geben, damit alle Punkte in einer Hand liegen.

5. Nichts.

6. Man kann anhand Ihrer Angaben und ohne Kenntnis des Mietvertrages und der Hausordnung keine entgültige Einschätzuing abgeben. Allerdings habe ich nach den Angaben große Zweifel, ob Sie für den Einsatz und den weiteren Schaden der anderen Wohnung herangezogen werden können. Nach Ihren Angaben kann der Schaden zumindest auch durch bauliche Mängel der Terrasse verursacht worden sein. Dies wäre zu klären. Sie sind als Mieter nicht für den Zustand des Gebäudes an sich verantwortlich, dies ist der Eigentümer. Die Verpflichtung zur Räumung wäre zu klären, diese hat aber Grenzen. Den Einsatz von Polizei und Feuerwehr müsste zunächst der Auftraggeber zahlen und dann der Vermieter des Gebäudes. Es wäre dann zu prüfen, ob Sie zur Erstattung von Kosten herangezogen werden können.

Grundsätzlich gibt es sicher Chancen auch hinsichtlich der Abmahnung, weil man Sie nicht für bauliche Mängel verantwortlich machen kann.



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