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Schaden durch fehlerhafte Steckdose in Mietwohnung


19.12.2008 20:05 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ingo Bordasch



Ich wohne seit einigen Jahren in einer Mietwohnung. Vor Kurzem kam es zu einem Kurzschluss, der einen hochwertigen Verstärker ( 700€) zerstört hat. Ein Elektriker stellte daraufhin fest, dass die Steckdose, an der das Gerät angeschlossen war, fehlerhaft montiert war und den Schaden verursacht hat.
Der Vermieter hat den Sachverhalt an seine Haftpflicht-Versicherung weitergeleitet. Letztere hat mich jetzt angeschrieben, und mir mitgeteilt, dass ein Schadensersatz aufgrund des fehlenden schuldhaften Verhaltes des Vermieters (Fahrlässigkeit) nicht gezahlt werden kann.
So weit ich weiß, gilt dies aber nicht wenn der Mangel (fehlerhafter Einbau der Steckdose) schon zu begin des Mietverhältnisses bestand. Dies ist hier trotz des mehrjährigen Mietverhälnisses der Fall, ein Unfall zu einem früheren Zeitpunkt ist nur durch glückliche Umstände (Art der angeschlossenen Geräte) nicht eingetreten.

Wie soll ich mich jetzt verhalten? Mit wem muss ich mich jetzt auseinandersetzen, Vermieter oder Versicherung? In wie weit muß ich nachweisen, dass der Fehler schon zu Begin des Mietverhältnisses bestand (habe seit ich hier Wohne in diesem Raum nicht renoviert, tapeziert oder Ähnliches)?

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Sehr geehrter Fragesteller,

wie Sie richtig darstellen haftet bei nachträglichen Mängeln der Mietsache der Vermieter nur bei Verschulden. Bei anfänglichen Mängeln jedoch verschuldensunabhängig; § 536a_BGB. Diese Haftung umfasst auch Mängelfolgeschäden die durch den Mangel an der Mietsache verursacht worden sind.

Der Anspruchsgegner ist Ihr Vermieter. An diesen sollten Sie sich wenden und ihm mitteilen, dass seine Versicherung die Regulierung ablehnt und ihn auffordern den Schaden selbst zu begleichen. Erfüllt der Vermieter den Anspruch nicht können Sie Klage beim zuständigen Amtsgericht gegen den Vermieter erheben.

Beweispflichtig sind Sie für folgende Tatsachen: den Mangel selbst; das Vorhandensein des Mangels beim Vertragsschluss; Eintritt des Schadens; Schadenshöhe; Kausalität zwischen Mangel und Schaden.

Ob Ihnen dies gelingt kann von hier nicht beurteilt werden. Problematisch ist insbesondere, dass der Schaden in dem Ihrer unmittelbaren Einflußnahme, Herrschaft und Obhut unterliegendem Bereich eingetreten ist. Andernfalls könnte mit dem Beweis des ersten Anscheins der Beweis geführt werden.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann,
sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen
übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Ich hoffe, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, weitergeholfen zu haben.
Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.
Für eine weiterführende Interessenvertretung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

Tel.: 030 - 293 646 75
Fax.: 030 - 293 646 76
frag-einen-anwalt@RA-Bordasch.de

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