Satirisches Buch – Risiko bezüglich Anzeigen/Schadensersatzforderungen
| 07.12.2010 13:23 |
Preis: ***,00 € |
Beantwortet von
| in unter 1 Stunde
Preis: ***,00 € |
Medienrecht
Beantwortet von
Rechtsanwalt Dipl. Jur. Danjel-Philippe Newerla
| in unter 1 Stunde
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich wäre Ihnen sehr dankbar für Rat im folgenden Fall:
ich schreibe nun schon seit langem an meinem ersten eigenen Buch, welches ich vorhabe mittels www.bod.de zu veröffentlichen. Da die Fertigstellung langsam näher rückt, wollte ich mich vorab informieren:
Bei dem Buch handelt es sich um ein satirisches Buch. Mir ist klar, dass nicht vollständig geklärt werden kann, ob ich mit der Veröffentlichung rechtliche Schwierigkeiten bekommen könnte, da es sicher unwirtschaftlich und nicht möglich wäre, alle 200 Seiten von einem Anwalt prüfen zu lassen.
Dennoch wollte ich vorab eine juristische Meinung einholen um wenigstens eine Tendenz zu haben. Der Humor im Buch ist stellenweise recht geschmacklos (ähnlich wie bei vielen modernen US-Fernsehserien a la „Simpsons", „southpark" oder „family guy" oder auch wie teilweise bei „TV Total").
So ziemlich alle gängigen Klischees werden bemüht. Beamte werden als arbeitsscheu verunglimpft, Ossis als gierig und Frauenfußballerinnen als Mannsweiber – um nur einige Beispiele zu nennen. In einem Kapitel, welches von Religion und Politik handelt wird eine Bibelpassage zitiert, in welcher Gott sich dagegen ausspricht, dass Frauen regieren – daneben ist folgende Karikatur zu sehen, die zeigt wie Gott die Kanzlerin von Ihrem Sessel schubst. (um nur einige Beispiele zu nennen)
Die Beleidigungen sind (wie im Bereich Satire üblich) meist bewusst stark übertrieben, um dem ganzen eine lächerliche Note zu geben. Es werden hauptsächlich ganze Personengruppen durch den Kakao gezogen. Wenn einzelne Personen vorkommen, dann nur solche des öffentlichen Lebens und keine namentlich genannten aus meinem Umfeld.
Da ein selbstgeschriebenes und über www.bod.de veröffentlichtes Buch zu 99,99 % ohnehin kein allzu großer kommerzieller Erfolg werden dürfte, wird aller Voraussicht nach nicht viel passieren – falls sich das Buch aber dennoch einige Male verkaufen sollte, wollte ich vorab klären – und nun zu meinen Fragen:
1. Ich habe mich im Internet etwas umgeschaut, da ich mich auf diesem Rechtsgebiet absolut nicht auskenne und gelesen, dass die Höchststrafe für Beleidigung 5 Jahre Gefängnis beträgt. Sollte diese Gefahr tatsächlich bestehen, müsste ich von einer Veröffentlichung in jedem Fall absehen.
Falls dies unrealistisch ist wäre meine Frage: was für Strafen wären denn real und denkbar, falls sich tatsächlich jemand beleidigt fühlt und mich anzeigt – beziehungsweise was für Strafen sind denn in solchen Zusammenhängen schon verhängt worden oder wäre das Schlimmste was passieren kann ein Verbot des Buches?
2. Gibt es hier Möglichkeiten des Haftungsausschlusses? Zunächst habe ich ohnehin vor unter einem Pseudonym zu veröffentlichen – ich glaube aber nicht, dass dies meine persönliche Haftbarkeit einschränkt. Was gäbe es also für Möglichkeiten die eigene Haftung zu beschränken. Beispielsweise fiele mir die Gründung einer GmbH ein, welche das Buch veröffentlicht – die hohen Gründungskosten einer GmbH schließen diese Möglichkeit jedoch aus. Gibt’s es Alternativen?
Zusammenfassend wollte ich klären lassen, ob ich zu Recht befürchten muss, dass die Veröffentlichung meines Buches (diese Gefahr besteht wohl bei jedem satirischen Buch) Anzeigen und Klagen gegen mich nach sich ziehen kann und damit horrende Schadenersatzforderungen auf mich zukommen könnten – und ob dem in einem solchen Fall dadurch Abhilfe geschaffen werden könnte das Buch einfach wieder vom Markt zu nehmen.
Vielen Dank für Ihre Bemühungen und für eine aufschlussreiche Antwort bereits im Voraus.
Trifft nicht Ihr Problem?
Wir haben 6 weitere Antworten zum Thema:
Buch
Buch









