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Saarländisches Hochschul/Prüfungsrecht


| 29.11.2007 17:08 |
Preis: ***,00 € |

Verwaltungsrecht



Hallo,

Die Problematik:
Ich wollte vom Prüfungssekretariat des Fachbereiches unserer Universität wissen ob ich scheinfrei bin, also nur noch meine Abschlussarbeiten (Bachelor + Master) schreiben muss. Dies bin ich den Leistungspunkten nach schon (Bachelor + Master), jedoch kann ich scheinbar meine Scheine nicht so einbringen, wie ich mir das vorstelle.

Die Fakten:
In meiner Prüfungsordnung steht: "Darüber hinaus müssen mindestens weitere 6 Leistungspunkte in beliebig wählbaren Lehrveranstaltungen der Informatik erworben werden. Diese Lehrveranstaltungen müssen von den in den anderen Kategorien eingebrachten Lehrveranstaltungen verschieden sein".
Das Problem (sagen die nun) ist, dass der Schein, den ich noch in meinem Master-Studium einbringen will, um dort genügend Punkte zu haben, nur im Bachelor-Studiengang eingebracht werden kann. Tatsächlich gibt es beim Bachelor die Kategorie "Ringvorlesungen", zu der dieser Schein gehört. Beim Master gibt es diese Kategorie nicht. Ich dachte jedoch bei "beliebig wählbaren Lehrveranstaltungen der Informatik" sei dies irrelevant. Bei neueren Prüfungsordnungen wurde dies ergänzt durch Floskeln wie "beliebig wählbare Module des Bachelor-Studienganges Informatik". Sowas steht in meiner Prüfungsordnung jedoch nicht drin.

Meine Frage:
Ich will jetzt die hieb- und stichfeste Bestätigung dass ich scheinfrei bin. Wie kann ich das so erreichen ohne die zuviel anzupissen? Weil sonst schlagen die anderweitig zurück. Einschreiben ans Prüfungsamt, Fristen setzen (welche)? Falls ich vor Gericht ziehe brauche ich eine Entscheidung die kein halbes Jahr braucht, weil dann ist mein Prüfungsanspruch eh weg.

Vielen Dank für Ihre Meinung.
Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

auf Grund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Frage zusammenfassend wie folgt:

Zunächst sollten Sie sich schriftlich an das zuständige Prüfungsamt wenden und die Erteilung einer Bescheinigung Ihrer Scheinfreiheit bzw. Anerkennung des eingereichten Leistungsnachweise beantragen. Dabei sollten Sie darstellen, dass Sie auf Grund der allgemein gehaltenen Regelung in Ihrer Prüfungsordnung und auf Grund der Tatsache, dass gleichartige Regelungen in anderen Prüfungsordnungen, wie von Ihnen beschrieben, eineindeutiger sind, darauf vertraut haben, dass eine spezifische Zuordnung der Leistungsnachweise zum jeweiligen Master- bzw. Bachelor-Studiengang nicht erfolgt.

Unter Darstellung der Dringlichkeit der Auskunftserteilung sollten Sie um eine Verbescheidung in den nächsten drei Wochen bitten.

In Ihrem Schreiben sollten Sie höflich und sachlich bleiben. Inbesondere sollten Sie darstellen, dass Sie auf die Regelung vertraut haben und die Sichtweise des Prüfungsamtes der Formulierung der Regelung nicht ohne Weiteres zu entnehmen bzw. die Regelung irreführend, da interpretationsfähig, ist. Daüberüber hinaus sollten Sie darstellen, dass Sie Ihr Studium entsprechend Ihrem Verständnis der Regelung durchgeführt und an diesem ausgerichtet haben.

Sollten Sie gerichtlichen Rechtsschutz in Anspruch nehmen müssen, wäre neben dem obligatorischen Widerspruchsverfahren der Weg des einstweiligen Rechtschutzes zu beschreiten, um eine zeitnahe vorläufige Regelung des strittigen Sachverhaltes ohne Rechtsverlust Ihrerseits zu erhalten.



Abschließend möchte ich Sie darauf hinweisen, dass es sich bei dieser Antwort, basierend auf Ihren Angaben, lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes handelt. Diese kann eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.

Ich hoffe Ihnen eine Überblick gegeben zu haben und stehe Ihnen gerne weiterführend, insbesondere im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion, zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen

Maik Elster
Rechtsanwalt
Bewertung des Fragestellers 02.05.2009 | 20:37


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