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Ruhestörung durch laute nächtliche Balkongespräche


| 08.12.2014 19:49 |
Preis: ***,00 € |

Nachbarschaftsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung: Nächtliche Störungen durch Nachbarmieter nach 22 Uhr müssen nicht hingenommen werden, da sie i.d.R. gegen die Ruhezeitenregelung der Hausordnung verstoßen. Der Vermieter muss hier einschreiten.


Vorgeschichte: Wir wohnen seit 10 Jahren in unserer Wohnung im 2.OG eines Mehrfamilienmietshauses. Ich bin auch an Wochenenden berufstätig und meine Frau noch nicht 100%ig von einer lebensbedrohlichen Krankheit genesen. Bei unserem Einzug hatten wir um uns herum (neben uns, unter uns, über uns) ausschließlich ruhige Nachbarn. Leider veränderte sich die Situation infolge mehrerer Mieterwechsel, so dass wir neben uns und unter uns, jüngere Nachbarn bekommen haben, die mehrmals im Jahr feiern und/oder sich vor allem im Sommer, aber auch im Winter, in der Nacht auf dem Balkon unterhalten. Dies betrifft den Zeitraum 24.oo Uhr bis teilweise 03.30 Uhr.
Unser Schlafzimmer liegt neben und über den betreffenden beiden Nachbarbalkonen.
Außerdem wird geraucht und mit Getränkeflaschen "herumgeklimpert".

Frage: Müssen wir diese Nachtgespräche mit lautem Lachen auf dem Balkon dulden, auch wenn sie nur an Wochenenden stattfinden? Infolge Alkoholgenusses werden die Nachbarn leider auch lauter und enthemmter. Meine Meinung ist, dass sie die Gespräche zumindest erheblich dämpfen müssen, so dass wir schlafen können oder dass sie ihre Gespräche in die Wohnung verlegen müssten. Unser Kompromissangebot bis 24.oo Uhr wird leider ignoriert.

Bitte um Rückinfo, bis zu welchem Grad wir die Nachtruhestörung hinnehmen müssen bzw was von den Nachbarn in der Nacht zu unterlassen ist, danke. Wir haben am Freitag einen Termin beim Vermieter, der aber telefonisch der Meinung war, dass wir die sommerlichen Balkongespräche zu dulden hätten. Gibt es eine db-Grenze?
08.12.2014 | 20:32

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Ich gehe davon aus, dass Teil Ihres Mietvertrags auch eine Hausordnung ist. Diese ist verbindlich für alle Vertragsparteien, also auch die Nachbarmieter. Dort wird die Ruhezeit zeitlich definiert. In der Regel dauert die Ruhezeit von (13 Uhr bis 15 Uhr und von) 22 Uhr abends bis 6 Uhr morgens.

Die Nachtruhe gehört zu den elementaren Bestandteilen einer Hausordnung. Sie können daher von Ihrem Vermieter verlangen, dass er gegen die störenden Nachbarn vorgeht. Das angemessene Mittel ist die Abmahnung. Sie selber können nicht gegen die Nachbar vorgehen, da zwischen Ihnen und den Nachbarn kein Vertragsverhältnis vorliegt.

Sollte der Vermieter nicht oder nicht erfolgreich vorgehen, können Sie ihn zu weiteren Maßnahmen gerichtlich zwingen. Dieses Ergebnis ist auch angemessen, da Gespräche ja keineswegs zwingend auf dem Balkon stattfinden müssen.

Derweil haben Sie gegen Ihren Vermieter wegen der Lärmbeeinträchtigung einen Minderungsanspruch, dass heißt Sie können für den Lärm einen Teil der Miete einbehalten, und zwar in der Höhe der Beeinträchtigung. Verlieren Sie durch den Lärm pro Wochenende fünf Stunden Schlaf, so würde ich eine Minderung von ca. 8 bis 10 v.H. für angemessen halten. Zum Nachweis der Störungen sollten Sie ein Lärmprotokoll erstellen, aus dem sich die Art, die Zeit, die Dauer, die Lautstärke des Lärms ergeben sollten, ggfs. auch Zeugen.

Sie sollten sich keineswegs von dem Vermieter abwimmeln lassen, sondern darauf hinweisen, dass – falls er nicht tätig wird – Sie die Miete angemessen mindern werden, bis er tätig wird.

Gelegentliche Feiern, die laut sind und lange dauern, müssen hingenommen werden; ab 22 Uhr gilt aber auch hier die Hausordnung.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.
Abschließend möchte ich Sie noch auf die Bewertungsfunktion hinweisen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Jürgen Nelsen

Nachfrage vom Fragesteller 10.12.2014 | 23:13

Sehr geehrter Herr Nelsen,

vielen Dank für Ihre verständliche Antwort.

Nur noch eine Nachfrage zum angefragten ggf. für uns zumutbaren Schallwert während der Nachtruhe. Gibt es bezüglich der db(A)-Zahl eine für uns zumutbare Spanne, wenn ich die Messung nachts auf unserem Balkon oder im Schlazimmer durchführen würde?

Freundliche Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.12.2014 | 10:33

Einen verbindlichen Schallschutzgrenzwert gibt es nicht; es gelten die Vereinbarungen im Mietvertrag/Hausordnung zu den Ruhezeiten.
Ansonsten gilt die Formel:
Nicht hinzunehmen sind Lärm- und Geräuschbelästigungen, die das Wohlbefinden oder sogar die Gesundheit erheblich beeinträchtigen.
Dies gilt in jedem Fall auch für Lärmstörungen in der Nacht.


Bewertung des Fragestellers 13.12.2014 | 12:16


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