Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
470.825
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Rufschädigung oder gar Mandantenverrat?


| 13.11.2014 16:55 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Oliver Daniel Özkara



Meine finanzielle Situation ist seit einigen Jahren desolat. Zuletzt ordentlich beschäftigt und damit zahlungskräftig war ich bis kurz vor Ende meiner Ehescheidung, in der ich von meinem Fachanwalt für Familienrecht vertreten wurde. Dann war ich geschieden und bekam die Kostennote meines Anwalts, die ich dann nicht mehr bezahlen konnte. Prozesskostenhilfe hatte ich nicht beantragt, weil ich zu Beginn ja noch zahlungsfähig war. Mein Anwalt hat dann einen Titel gegen mich erwirkt. So weit, so gut.

Meiner Mutter gegenüber meinte er damals: "Wenn er nicht zahlt, mach ich ihn fertig."

Als er mich einige Zeit später zufällig auf der Straße traf und somit an die Aussenstände erinnert wurde, hat er wohl nach mir gegoogelt und dabei entdeckt, dass ich in geschäftlicher Beziehung zu einer dritten Person stehe. Tatsächlich wollte mir diese dritte Person Kunden vermitteln. Mein Anwalt hat dieser dritten Person dann einen Gerichtsvollzieher ins Haus geschickt, um eventuell bestehende an mich fällige Zahlungen zu verhindern und um diese Gelder beschlagnahmen zu lassen. Solche Gelder gab es nie. Die dritte Person hat daraufhin jeglichen Geschäftskontakt zu mir eingestellt, was mich wahrscheinlich einige Tausend Euro gekostet hat.
Ist das sauberes RA-Verhalten?

Darüber hinaus hat er mich kürzlich wieder auf offener Strasse angsprochen, als ich mich dort mit einem Bekannten unterhielt. "Sie wissen aber schon, dass Sie mir noch x Euro schulden?"

So sehr diese Forderung auch gerechtfertigt sein mag, frage ich mich doch, ob ich dieses Verhalten so hinnehmen muss?
Besteht evtl. Anspruch auf Schadensersatz?
Wie lange ist der Titel überhaupt wirksam?
Kann ich gegen dieses Verhalten schützen?

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Frage möchte ich auf Basis Ihrer Angaben gerne wie folgt beantworten.

Ad 1.
„Muss ich dieses Verhalten so hinnehmen?"

Die Tatsache, dass Ihr Anwalt der besagten dritten Person einen Gerichtsvollzieher ins Haus geschickt hat, um eventuell bestehende an Sie fällige Zahlungen zu verhindern und um diese Gelder beschlagnahmen zu lassen, dürfte grundsätzlich zulässig sein, soweit der Gerichtsvollzieher seinerseits den Vollstreckungsauftrag – der ja auf dem gegen Sie erwirkten Titel basiert – ordnungsgemäß durchgeführt hat. Die Rechtmäßigkeit der konkreten Vollstreckungsmaßnahme kann hier mangels Kenntnis naturgemäß nicht beurteilt werden. Grundsätzlich gilt jedoch, dass ein Titel auch zur Ergreifung von Vollstreckungsmaßnahmen bei Dritten (Pfändungs- und Überweisungsbeschluss) berechtigt. Falls es „solche Gelder nie gab", so ist die Vollstreckungsmaßnahme allenfalls erfolglos geblieben. Eine vollumfängliche Beurteilung erfordert jedenfalls wesentlich mehr Angaben zur in Rede stehenden Vollstreckungsmaßnahme.

Ad 2.
„Besteht evtl. Anspruch auf Schadensersatz?"

Soweit die Vollstreckung rechtmäßig durchgeführt worden ist (siehe oben), besteht grundsätzlich kein Anspruch auf Schadensersatz. Soweit Sie jedoch ernsthaft befürchten, dass das Verhalten Ihres Anwalts nachweislich zu einem Schaden geführt hat, so rate ich Ihnen zur Konsultation eines ortsansässigen Rechtsanwalts, dem Sie alle Details in Bezug auf das Verhalten Ihres Anwalts und die konkrete Vollstreckungsmaßnahme darlegen.

Ad 3.
„Wie lange ist der Titel überhaupt wirksam?"

Ein rechtskräftig festgestellter Anspruch (Gerichtsurteil, Titel) verjährt gem. § 197 Abs. 1 Nr. 3 BGB in dreißig Jahren.

Ad 4.
„Kann ich mich gegen dieses Verhalten schützen?"

Auch hier können mangels detaillierter Angaben lediglich Grundsätzlichkeiten aufgezeigt und erläutert werden. Solange ein Titel existiert und die dem Titel zugrunde liegende Forderung noch nicht erfüllt ist, sind entsprechende Vollstreckungsmaßnahmen zulässig. In bestimmten Fällen kann sich der Schuldner beziehungsweise ein Dritter gegen Vollstreckungsmaßnahmen wehren, so etwa mit einer Klage gem. § 766 ZPO gegen die Art und Weise der Zwangsvollstreckung, einer Vollstreckungsabwehrklage gem. § 767 ZPO bei Einwendungen gegen den titulierten Anspruch oder einer Drittwiderspruchsklage gem. § 771 ZPO bei Bestehen eines sog. Interventionsrechts eines Dritten, in dessen Gegenstand vollstreckt wird. Eine konkrete Beratung ist in diesem Rahmen nicht möglich, so dass Sie sich bei Bedenken gegen weitere Vollstreckungsmaßnahmen wie bereits angeraten an einen Rechtsanwalt wenden sollten, der mit Ihnen in den Dialog geht und den vollumfänglichen Sachverhalt samt aller Details erörtert.

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben und bedanke mich für das mir entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Daniel Özkara
Rechtsanwalt
Bewertung des Fragestellers 13.11.2014 | 19:05


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Erwähnung verdient, dass Herr Özkara diese Frage trotz geringen Entgelts beantwortet hat - wohl auch, weil er meiner finanziellen Situation Rechnung tragen wollte. Danke sehr hierfür."
FRAGESTELLER 13.11.2014 4,6/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 57981 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Schnell und kompetent! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Meine Fragen wurden zur vollsten Zufriedenheit, sehr verständlich und zeitnah beantwortet. Ich kann Herrn Reiser uneingeschränkt weiterempfehlen. Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Danke, das war sehr aufschlussreich und deshalb sehr lobenswert wie man es sich hier wünscht. Schnelle Reaktionszeit und fachlich versiert. Wo kann man sonst so präzise und rechtskundige Antworten erhalten? Frau Prochnow hat ... ...
FRAGESTELLER