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Rücktritt von einer Prüfung wegen Krankheit


| 05.12.2014 13:13 |
Preis: ***,00 € |

Hochschule, Prüfungen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Robert Hotstegs, LL.M.


Zusammenfassung: Erklärt ein Studierender seine Prüfungsunfähigkeit über ein Formular zum "Rücktritt von Prüfungen wegen Krankheit", so hat er keine Fristverlängerung beantragt, sondern den (vollständigen) Rücktritt. Hierüber hat dann die Hochschule zu entscheiden.


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich sehe mich mit folgendem Problem konfrontiert. Am 3.11.2014 hätte ich eigentlich meine Masterarbeit beim Prüfungsamt einreichen müssen. Da ich jedoch zu diesem Zeitpunkt gesundheitlich bedingt prüfungsunfähig und bis zum 12.11.2014 durch meinen Hausarzt krank geschrieben war, wurde die Abgabe vom Prüfungsamt auf den 13.11.2014 verlegt. Bis zum 13.11.2014 hatte sich mein gesundheitlicher Zustand nicht verbessert, woraufhin meine Krankmeldung durch den Arzt bis zum 19.11.2014 verlängert worden ist. Hierbei ist anzumerken, dass der Abgabetermin von Abschlussarbeiten im Krankheitsfall um maximal 14 Tage, in diesem Fall also bis spätestens zum 17.11.2014, verschoben werden kann. Übersteigt die Krankheit diesen 14tägigen Zeitraum, so hat der Student die Möglichkeit von der Prüfung wegen Krankheit zurückzutreten. Da am 13.11.2014 schon abzusehen war, dass der Krankheitsverlauf diese 14 Tage übersteigt (und durch das Attest schriftlich dokumentiert war), habe ich von meinem Recht gebrauch gemacht und mich von der Prüfung abgemeldet. Hierfür verwendete ich folgendes Formular:

http://www.wiwi.uni-siegen.de/pruefungsamt/downloads/formulare/ruecktritt_wegen_krankheit.pdf

Dies ist das Standardformular, welches auch zur Verschiebung von Abgabeterminen im Krankheitsfall verwendet wird und ich auch bei meinem ersten Antrag benutzt habe. Ich habe keine weiteren Anmerkungen dazu gemacht, nur das Rücktrittsformular ausgefüllt, unterschrieben und das entsprechende Attest beigelegt. Das Prüfungsamt hat jedoch mein Schreiben nicht als Rücktritt von der Prüfung interpretiert, sondern hat den Abgabetermin auf den 17.11.2014 verlegt. Darüber hinaus wurde ich schriftlich darüber informiert, dass eine Verschiebung des Termins nur um maximal 14 Tage erfolgen kann. Mir wurden daraufhin folgende Optionen zur Verfügung gestellt: Ich reiche meine Abschlussarbeit unverzüglich beim Prüfungsamt nach (obwohl die offizielle Frist bereits abgelaufen war), oder ich trete von der Prüfung wegen Krankheit zurück. Das Problem ist hierbei nur, dass der Brief mich am 22.11.2014 erreicht hat, ich aber bereits am 21.11. zu meinen Eltern gefahren bin (ca. 150 km von meinem Wohnort entfernt) um dort meine Krankheit richtig auszukurieren, wo ich auch letztlich eine Woche geblieben bin. Entsprechend habe ich das Schreiben des Prüfungsamtes erst bei meiner Rückkehr entdeckt und konnte meinen "offiziellen" Rücktritt erst verspätet einreichen. Ich bin vielmehr davon ausgegangen, dass eine Abmeldung "automatisch" erfolgt, weil bereits am 13.11.2014 abzusehen war, dass meine Krankschreibung den Zeitraum von 14 Tagen übersteigt. Natürlich habe ich dem Prüfungsamt den Fall schriftlich geschildert (per Email und Brief), mich dafür entschuldigt, dass ich meinen Wunsch nach einem Rücktritt nicht eindeutiger kommunizert habe, usw. Eine Antwort habe bislang noch nicht erhalten. Deshalb werde ich am Montag persönlich zum Prüfungsamt gehen um den Fall vor Ort zu diskutieren. Ich würde deshalb gerne die Meinung eines Experten zu diesem Fall einholen, für den Fall, dass das Prüfungsamt meinen Rücktritt nicht akzeptiert. Wenn man einen Blick auf das verwendete Formular wirft, so erscheint mir das Schreiben eine eindeutige Willenserklärung darzustellen, die durch das beigelegte Attest zusätzlich untermauert wurde. Oder irre mich?
Vielen Dank!

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Sehr geehrte Fragestellerin, sehr geehrter Fragesteller,

herzlichen Dank für Ihre Anfrage und die darin übermittelten ersten Angaben zu Ihrem Sachverhalt.

Das von Ihnen verwendete Formular ist als solches - insbesondere in Kombination mit dem ärztlichen Attest - eindeutig und nicht missverständlich, es betrifft nur den vollständigen Rücktritt. Nicht also den Fall einer Fristverlängerung.

Die Missverständlichkeit könnte sich also lediglich aus der praktischen Handhabung ergeben, da auch Sie Ihre erste Krankmeldung über dieses Formular angemeldet haben und hierbei wohl - wie von der Universität bewilligt - das Ziel einer Abgabefristverlängerung verfolgt haben.

Ich meine aber, dass diese Ungenauigkeit oder abweichende Verwaltungspraxis nicht zu Ihren Lasten gehen darf. Denn die Universität selbst hat die Verwendung dieses Formulars vorgesehen.

Im Idealfall wird auch die Universität dies einsehen und die Angelegenheit lässt sich in dem geplanten persönlichen Gespräch klären. Andernfalls empfehle ich ggf. auch Rechtsrat bei Ihrer Studierendenvertretung einzuholen. Häufig werden dort (kostenfreie oder kostengünstige) Rechtssprechstunden mit örtlichen Rechtsanwälten angeboten.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit diesen ersten Antworten bereits weiterhelfen. Diese online-Beratung kann eine anwaltliche Erstberatung nicht ersetzen, aber Sie soll Ihnen einen ersten Eindruck von der Rechtslage vermitteln.

Mit freundlichen Grüßen,

Robert Hotstegs
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 05.12.2014 | 16:23

Sehr geehrter Herr Hotstegs,
vielen Dank zunächst für Ihre schnelle und kompetente Beantwortung meiner Anfrage!
Eine ähnliche Ansicht vertrete ich als Rechtslaie auch. Aus "technischer" Sicht denke ich, habe ich (fast) alles richtig gemacht. Natürlich hätte ein einfacher Zweizeiler mein Anliegen besser erklärt und es wäre jetzt nicht zu dieser unangenehmen Situation gekommen. Jedoch drückt das bereitgestellte Formular der Universität den Wunsch nach einem Prüfungsrücktritt wegen Krankheit aus und genau diese Intention habe ich auch mit meinem Schreiben verfolgt. Ich hoffe natürlich, dass es am Montag zu einem konstruktiven Gespräch kommt und das Problem für beide Seiten vernünftig gelöst werden kann.
Sie schreiben in Ihrer Antwort:

"Ich meine aber, dass diese Ungenauigkeit oder abweichende Verwaltungspraxis nicht zu Ihren Lasten gehen darf"

Sehen sie in dem vorliegenden Fall auch eine rechtliche Grundlage für Ihre Annahme (z.B. Abgabe einer eindeutigen Willenserklärung, etc.)? Sollte sich das Prüfungsamt im Gespräch quer stellen, so würde ich gerne entsprechend reagieren und den Mitarbeitern erklären können, wieso ich mich im Recht sehe.

Vielen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.12.2014 | 16:57

Sehr geehrte Fragestellerin, sehr geehrter Fragesteller,

herzlichen Dank für Ihre Nachfrage. Tatsächlich gibt es eine eindeutige rechtliche Norm nicht. Aber wenn Sie versuchen, die Verantwortung von Ihnen und der Universität als zwei Sphären zu betrachten, kommt man zu dem Ergebnis, dass allein die Universität die Verantwortung für die vorgedruckte Formulierung auf dem bereitgestellten Formular trägt und allein sie beeinflussen kann, ob diese Rücktrittserklärungen immer als Rücktritt oder evtl. auch als Antrag auf Fristverlängerung gewertet werden.

Sieht die Universität ihr eigenes Formular daher als mehrdeutig an, ein Dritter (wie Sie und ich) aber nicht, liegt es allein an ihr die Unsicherheit zu beseitigen. Das hat sie aber offensichtlich nicht getan. Es wäre daher unzulässig, Ihnen dies als persönliches Verschulden anzulasten.

Für das Gespräch wünsche ich Ihnen weiterhin viel Erfolg.

Mit freundlichen Grüßen,

Robert Hotstegs
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 05.12.2014 | 17:18


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"Freundlicher Kontakt und kompetente Beratung.Die Beantwortung meiner Anfrage erfolgte schnell und präzise. Vielen Dank!"
Stellungnahme vom Anwalt:
Herzlichen Dank für Ihre positive Bewertung. Ich habe mich darüber sehr gefreut. Mit freundlichen Grüßen aus Düsseldorf, Robert Hotstegs, Rechtsanwalt
FRAGESTELLER 05.12.2014 5/5.0
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