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Rückschnitt von Überhang/Bäumen


11.12.2007 22:27 |
Preis: ***,00 € |

Nachbarschaftsrecht


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Nachbarschaftsstreit in Hamburg. Problem: Nachbarbäume, Altbestand stehen direkt an Grenze ca. 8 Birken ca. 12-15m Wuchshöhe. Überhängende Äste, auch Totholz als Überhang in größerer Höhe, auf mein Grundstück (südl. angrenzend) einer in Kopfhöhe (ca.10 cm Durchmesser), andere in größerer Höhe wurden bisher geduldet um Streit zu vermeiden. Bäume wachsen -natürlich- nach Süden, daher sind 3/4 der Kronen über meinem Grundstück.
Auf meinem Grundstück befindet sich seit 2 Jahren ein genehmigtes Doppelcarport direkt (0,5m) an der Grundstücksgrenze unter den Birken. Beeinträchtigung der Nutzung meines Grundstücks ergibt sich durch Verschattung und erhebliche Probleme beim Reinigen der Dachrinne des Carports sowie eines Gartenhauses, durch die sich direkt darüber befindlichen Äste. Auch Probleme durch Überhang des Astes in Kopfhöhe.(Begehung des Platzes wird immer schwieriger durch Wuchs) Bisher wurden diese Äste geduldet, da aber der Wuchs schnell und kräftig ist und die Äste immer größeren Durchmesser bekommen, ergeben sich jetzt erhebliche Probleme.
Ein Brief an Nachbarin gemäß BGB § 910 mit Fristsetzung für Rückschnitt ist erfolgt.
Daraufhin hat Nachbarin schriftlich eine Entfernung der auf mein Grundstück überhängenden Äste untersagt. Begründung: keine Beeinträchtigung nachgewiesen, Standfestigkeit der Bäume nach Astentfernung ist nicht mehr gesichert.
Fragen:
Wie gehe ich nun weiter vor um zu dem Ziel Rückschnitt zu gelangen?
Weitere nochmalige Fristsetzung?
Darf ich die Äste trotz schriftlichen Widerspruchs absägen lassen?
Ist in Hamburg ein Baumsachverständiger einzuschalten?
Wer muss Nachweis über Beeinträchtigung gemäß §910 führen?
Falls meine Nachbarin mich auf Sachbeschädigung hin anklagt - wann sind ihre Bäume beschädigt?
Falls erforderlich, kann ich Ihnen Fotos zur Erläuterung senden.
Vielen Dank für Ihre Hilfe
mit freundlichen Grüßen
chefinb
11.12.2007 | 22:53

Antwort

von


160 Bewertungen
Sehr geehrte(r) Fragensteller(in),
aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes beantworte ich Ihre Frage wie folgt.

Grundsätzlich haben Sie nach Ihren Schilderungen Anspruch auf Entfernung des Überhangs. Dieser ist lediglich dann nicht gegeben wenn eine Beeinträchtigung des Grundstücks nicht vorliegt. (§910 BGB) Hierfür wäre allerdings die Nachbarin beweispflichtig.
Setzen Sie der Nachbarin eine letztmalige Frist zur Entfernung bzw. zur Stellungnahme unter Berücksichtigung der Wachstums- und allgemeinen Schnittzeiten nach der hamburgerischen Baumschutzverordnung, soweit die Bäume unter deren Anwendungsbereich fallen. Diese gilt nicht für Obstbäume und Bäume die in 130 cm Höhe unter 25 cm Durchmesser haben und nicht durch eine separate Einzelanordnung in den Schutzbereich gestellt wurde.
Kommt die Nachbarin der Fristsetzung nicht nach, so können Sie den Zurückschnitt von Ihrem Grundstück aus veranlassen. Das Nachbargrundstück darf hierzu nicht betreten werden. Es darf nur der Überhang entfernt werden, der eine nicht unerhebliche Beeinträchtigung darstellt. Der Rückschnitt soll verhältnismäßig sein.
Grundsätzlich bietet es sich an einen Sachverständigen einzuschalten um sicherzugehen, dass zum einen die Voraussetzungen des § 910, wie auch der Baumschutzverordnung und des hamburgischen Naturschutzgesetzes eingehalten werden. Gleichzeitig sichern Sie sich so vor Schäden ab. Es bietet sich in einer derartig streitigen Konstellation an, die Arbeit von einem Fachbetrieb ausführen zu lassen um Schäden und Schadenersatzforderungen vorzubeugen. Die angemessenen Kosten der Entfernung können Sie von der Nachbarin ersetzt verlangen. Eine Beschädigung der Bäume wäre bei unsachgemäßem oder übermäßigem Rückschnitt gegeben. Ferner wenn die Voraussetzungen des § 910 BGB nicht vorliegen.

Ich hoffe Ihre Fragen zufrieden stellend beantwortet zu haben.
Bei Unklarheiten nutzen Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion.
Bitte beachten Sie, dass die Antwort auf Ihren Angaben beruht und sich die rechtliche Beurteilung des Sachverhaltes nur bei Kenntnis aller Details der Sache vollumfänglich und sicher treffen lässt.
Mit freundlichen Grüßen
Andreas M. Boukai
- Rechtsanwalt -


ANTWORT VON

Augsburg

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