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Rückkehr in die GKV nach langjährigem Auslandsaufenthalt


| 06.11.2014 17:59 |
Preis: ***,00 € |

Sozialversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Raphael Fork



Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich bitte um Beratung basierend auf folgenden Fakten:

1) Ich habe von Januar 2000 bis März 2014 in einem außereuropäischen Land gelebt, das ein Sozialversicherungsabkommen mit Deutschland hat.

2) Ich bin seit 2000 in der gesetzlichen Krankenversicherung in diesem Land versichert und zahle bis zum heutigen Tag die monatlichen Beiträge. Es handelt sich um eine Pflichtversicherung, die der GKV in Deutschland entspricht (Abdeckung: Ärzte und Fachärzte, Heilbehandlungen, Notfallbehandlung, Krankenhausaufenthalt, Operationen, Arzneimittel, Vorsorge usw.)

3) Ich habe mich in Deutschland nie behördlich abgemeldet, da ich bei meinen Eltern bzw. Verwandten gemeldet war, ein eigenes Zimmer zur Verfügung hatte (ohne eigenen Schlüssel) und regelmäßig zu Besuch war. Mein Hauptwohnsitz (gewöhnlicher Aufenthalt länger als 183 Tage pro Jahr) war jedoch im Ausland.

4) Ich habe seit März 2014 meinen Hauptwohnsitz wieder in Deutschland und wohne wieder bei meiner Familie. Ich habe seit meiner Rückkehr keine Einkünfte, arbeite nicht und bin auch nicht arbeitslos gemeldet. Ich habe jedoch vor, in Kürze ein Kleingewerbe zu gründen.

5) Meine letzte deutsche Krankenversicherung war die gesetzliche Krankenversicherung im Rahmen der Familienversicherung meines Vaters. Der Versicherungsschutz über diese Familienversicherung lief ca. 2002 aus und seitdem bin ich in Deutschland nicht mehr krankenversichert.

6) Ich bin unter 55 Jahre alt.


Meine Fragen sind:

1) Muss ich mich in Deutschland versichern obwohl ich bereits im Ausland eine laufende gesetzliche Krankenversicherung habe und das Land ein Sozialversicherungsabkommen mit Deutschland hat?

2) Falls ja, kann ich zurück in die gesetzliche Krankenversicherung oder habe ich nur Zugang zu einer privaten Krankenversicherung?

3) Muss ich Beiträge und Strafbeiträge nachzahlen für die Zeit seit meiner Rückkehr nach Deutschland im März 2014 bis jetzt?

4) Muss ich Beiträge und Strafbeiträge nachzahlen für die Zeit seit Einführung der Krankenversicherungspflicht 2007, da ich offiziell immer in Deutschland gemeldet war (mein Hauptwohnsitz jedoch im Ausland gewesen ist)?


Vielen Dank im Voraus.
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, welche ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts wie folgt beantworte:




Frage 1:
"Muss ich mich in Deutschland versichern obwohl ich bereits im Ausland eine laufende gesetzliche Krankenversicherung habe und das Land ein Sozialversicherungsabkommen mit Deutschland hat?"


Dies ist anzunehmen, da ihre Krankenversicherung im Ausland kaum bei gewöhnlichem Aufenthalt in Deutschland die Behandlungskosten dauerhaft übernehmen möchte bzw. für Auslandaufenthalte eine Höchstaufenthaltsgrenze kennt.

Dies wäre mit der aktuellen Krankenkasse nachweisbar abzuklären.

Im Regelfall zahlen ausländische Krankenkasse nämlich nur für einen bestimmten Zeitraum nicht aber für einen Daueraufenthalt.

Nach einer gewissen Zeitspanne ist dann in der Regel eine Versicherung im Land des Aufenthalts zu begründen. Das müssen Sie aber mit Ihrer jetzigen Krankenkasse abklären.



Frage 2:
"Falls ja, kann ich zurück in die gesetzliche Krankenversicherung oder habe ich nur Zugang zu einer privaten Krankenversicherung?"


Sollte dies der Fall sein, so gehören Sie in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) nach § 5 I Nr. 13 SGB V.






Frage 3:
"Muss ich Beiträge und Strafbeiträge nachzahlen für die Zeit seit meiner Rückkehr nach Deutschland im März 2014 bis jetzt?"


Nein, da Sie ja nach Ihrer Schilderung in der fraglichen Zeit einen anderweitigen Anspruch auf Absicherung im Krankheitsfall im Ausland hatten.




Frage 4:
" Muss ich Beiträge und Strafbeiträge nachzahlen für die Zeit seit Einführung der Krankenversicherungspflicht 2007, da ich offiziell immer in Deutschland gemeldet war (mein Hauptwohnsitz jedoch im Ausland gewesen ist)?"


Nein, nach ihrer Schilderung nicht.






Ich stehe Ihnen im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion sowie gerne auch für eine weitere Interessenwahrnehmung jederzeit zur Verfügung. Klicken Sie dazu auf mein Profilbild, um meine Kontaktdaten einsehen zu können.






Mit freundlichen Grüßen


Raphael Fork
-Rechtsanwalt-

Nachfrage vom Fragesteller 07.11.2014 | 12:01

Vielen Dank für die rasche und klare Beantwortung.

Ich habe eine kurze Nachfrage bezüglich den erwähnten Plänen, mich bald selbständig zu machen:

Würde eine private europäische Krankenversicherung wie z.B. von ALC oder Morgan Price in Deutschland als Pflichtversicherung anerkannt werden?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.11.2014 | 12:05

Nachfrage 1:
"Würde eine private europäische Krankenversicherung wie z.B. von ALC oder Morgan Price in Deutschland als Pflichtversicherung anerkannt werden?"


Das wäre vorab mit dem Versicherungsunternehmen unter Aufdeckung Ihrer konkreten Pläne abzuklären.

Wenn dem so wäre, kann das Versicherungsunternehmen die Versicherung über ein entsprechendes Formular der deutschen Krankenversicherung nachweisen, was wegen der in Deutschland herrschenden Versicherungspflicht auch sinnvoll ist.

Bewertung des Fragestellers 07.11.2014 | 12:07


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