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Renovierung einer Mietwohnung bei Auszug: Zumutbare Kosten?


13.12.2012 23:47 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von



Wir ziehen nach vier Jahren und zehn Monaten aus einer Mietwohnung (Altbau, relativ günstig) aus und haben im Mietvertrag unter §22 Sonstige Vereinbarungen unter anderem folgenden handschriftlichen Eintrag stehen: "Bei Beendigung des Mietverhältnisses sind die Decken und Wände frei von Tapeten, in tapezierfähigem Zustand zu übergeben. Dies gilt auch dann, wenn der Mieter auf eigenen Wunsch Tapeten des Vormieters übernommen hat." Letzteres war bei uns der Fall. Entfernen müssen wir die Tapeten im größeren Teil der Wohnung, ausgenommen sind ein Zimmer und der Flur.

Ein von uns mit dem Entfernen der Tapeten beauftragter Maler hatte mit den Wänden begonnen und dann festgestellt, dass beim Entfernen der Tapete von den Decken der Putz in großem Umfang abfällt, was sehr große Schäden verursacht. Grund ist, dass die Tapeten an den Decken von einer uns unbekannten Zahl an Vormietern überstrichen, aber nicht erneuert wurden. Das Neuverputzen der Decke würde wahrscheinlich nicht nur den geplanten Zeitrahmen bis zur Übergabe der Wohnung sprengen, sondern auch erhebliche Kosten verursachen - alleine für das Entfernen der Tapeten von den Decken wären über 1200 Euro fällig (Auskunft des Malers), was die hinterlegte Kaution von 1160 Euro (zwei Monats-Kaltmieten) übersteigt. Der Maler als Fachmann rät uns dazu, die Tapeten an der Decke zu belassen. Unsere Nachmieter wollen aber keine Tapeten an der Decke, sondern bevorzugen sie verputzt und gestrichen. Unserer Ansicht nach sind die Tapeten an der Decke noch in einem guten Zustand und müssen nicht erneuert werden.

Meine Frage: Ist es möglicherweise eine unangemessene Benachteiligung für uns als Mieter, wenn wir für Schäden durch jahrelange Benutzung nach dem Motto "Die letzten beißen die Hunde" aufkommen müssen? Wenn ja, was sollten wir tun: Darauf verweisen, dass es uns unangemessen benachteiligt, sie zu entfernen, oder doch den Maler beauftragen und anschließend das Geld von der Vermieterin zurückfordern, was meiner Einschätzung nach auf einen Prozess hinausläuft? Oder die Tapeten an den Decken entfernen, die daraus resultierenden Schäden aber nicht beseitigen lassen (mit welcher Argumentation)? Wie hoch sind in diesem Zusammenhang die zumutbaren Renovierungskosten bei Auszug im Verhältnis zu Miethöhe und Mietdauer? Inwieweit sind solche Arbeiten auch dann vorzunehmen, wenn ein Fachmann davon abrät?

Eine Antwort sollte uns Argumentationshilfen gegenüber Vermieterin und Nachmietern beinhalten, also einen kurzen Hinweis auf die entsprechenden Gesetzesparagraphen und/oder Aktenzeichen von Gerichtsurteilen zu vergleichbaren Fällen. Des Weiteren wäre eine Empfehlung zum Inhalt einer möglichen Einigung mit der Vermieterin sinnvoll: Wie ist unsere Rechtsposition, was können wir anstreben und welche Belastungen sind für uns unvermeidbar?
14.12.2012 | 01:38

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich basierend auf Ihren Angaben und unter Beachtung Ihres Einsatzes wie folgt beantworten möchte:

Die entsprechende Klausel wurde handschriftlich eingefügt, was auf eine individuell ausgehandelte Klausel hindeutet.
Allerdings läßt die Formulierung vermuten, dass die Klausel auch gegenüber anderen Mietern verwendet wird, so dass dann die AGB-Kontrolle greift, wodurch die Klausel unwirksam würde. Allerdings müßten Sie beweisen, dass die Klausel auch gegenüber anderen Mietern verwendet wird. Das wird stets schwierig.

Allerdings stellt der Zustand der Deckentapete und insbesondere des Putzes dadrunter ein Mangel dar, der bereits bei Vertragsschluß vorhanden war. Einen solchen Mangel hat der Vermieter zu beheben, nicht Sie. Daher können Sie gegenüber dem Vermieter die Reparatur des Deckenputzes verlangen. Hierbei sollten Sie sich auf § 536a BGB berufen.

Da nach einer Reparatur des Deckenputzes auch die Tapete entfernt ist, ist Ihre Pflicht aus der Klausel erfüllt.

Ich hoffe, Ihre Frage damit beantwortet zu haben. Bitte benutzen Sie bei Bedarf die kostenlose Nachfragefunktion.

Ansonsten verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt

Das Zurückhalten relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung radikal verändern. Diese Beurteilung ist lediglich eine erste rechtliche Orientierung.


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