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Reiserecht / Erwerb eines überbuchten Gutscheines bei ab-in-den-urlaub.de


| 27.12.2013 12:23 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht



zusammenfassung: kauf eines gutscheins mit massiver überbuchung / keine buchung möglich, erstattung des gutschein wertes wird abgelehnt, es wird lediglich der erwerb eines neuen gutscheins angeboten, danach soll die ursprüngliche summe zurückgezahlt werden, nicht akkzeptabel


9.9. kauf des gutscheins auf dem portal http://www.ab-in-den-urlaub-deals.de/
preis des gutscheins 258€ / buchung bis 28.2.2014 / reisezeitraum 1.4. - 30.6.2014


10.12. telefonischer buchungsversuch beim veranstalter clevertours / kein termin im gesamten zeitraum 1.4 - 30.6.2014
email an ab-in-den-urlaub mit diesem sachverhalt

16.12. email antwort ab-in-den-urlaub

--------------------------

wir freuen uns Ihnen mitteilen zu können, dass Sie Ihren Gutschein mit der
Nummer XXXXXXXXXXXXXXXX gegen einen neuen Deal des Tages tauschen
können.

Kaufen Sie einfach Ihren gleich- oder höherwertigeren Wunschdeal und
informieren Sie uns anschließend per Email, welchen Gutschein Sie erworben
haben.

Nach Eingang des neuen Gutscheinbetrages erstatten wir Ihnen den Kaufpreis
für den anderen Deal.
Zur Rückerstattung des Betrages benötigen wir dann die Angaben Ihrer
Bankverbindung. Eine Rückerstattung ist uns sonst nicht möglich.

Bitte beachten Sie, dass der Umtausch des Deals innerhalb von 14 Tagen
vollzogen sein sollte und nicht widerrufbar ist.
Desweiteren ist ein erneuter Tausch und eine Rückerstattung des
Gutscheinbetrages nicht möglich.

Für weitere Fragen und Anregungen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.
Viele Grüße aus Leipzig,

XXXX
von Ihrem DEAL des TAGES-Team


--------------------------

meine antwort:

hallo herr XXX,

danke für ihre reaktion.

nach der unangenehmen erfahrung mit dem erworbenen gutschein steht mir
der sinn allerdings nicht nach dem erwerb eines weiteren.

mag ja sein, dass das einfach nur pech war, aber anderthalb stunden in
irgendwelchen hotlines zu verbringen und dort meiner wahrnehmung nach
nicht als kunde sondern als bittsteller behandelt zu werden
entspricht nicht meiner vorstellung von einem gelungenen urlaubsstart.

mal ab davon, wie es möglich sein kann einen gutschein zu erwerben,
der anscheinend massiv überbucht ist. wenn ich 7! monate vor
reiseantritt nicht buchen kann, wann dann? dazu noch die buchungsfrist
bis 28.2.2014, die wohl völlig absurd zu nennen ist, wenn schon anfang
dezember 2013 keine buchung mehr zu einem beliebigen termin möglich
ist.

ich wäre ihnen daher verbunden, wenn sie mir einfach den gutscheinwert
erstatten würden und wir die sache damit beenden könnten. leider habe
ich noch andere dinge zu erledigen als nach deals zu suchen, hotlines
anzurufen und emails wie diese hier zu schreiben. ich hoffe auf ihr
verständnis.

--------------------------


19.12. telefonat mit ab-in-den urlaub: sie seien nicht leistungserbringer, man solle doch die agb studieren und sich an das hotel oder clevertours wenden
telefonat mit clevertours: man solle sich doch an ab-in-den-urlaub wenden, die wickeln das schliesslich ab
telefonat mit dem hotel: sie wissen von gar nichts, ausser von empörten gästen, die ständig dort anrufen


27.12. bisher keine reaktion, email mit folgendem inhalt gesendet:


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Sehr geehrter Herr XXX,

hiermit widerspreche ich Ihrem Angebot vom 16.12.2013, den
ursprünglichen Gutscheinwert nach Erwerb und Zahlung eines neuen
Gutscheines erstattet zu bekommen.

Ich bitte Sie, mir die Summe von 258€, gezahlt am 10.9.2013 via
MasterCard an Ihr Unternehmen, bis zum 8.1.2014 auf das bereits
genannte Konto zu überweisen.

Sollte ich bis dahin keinen Eingang feststellen, werde ich leider
juristischen Rat hinzuziehen müssen.


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zielvorgabe: wiedererlangung der gezahlten summe bzw. buchung der reise zu einem anderen zeitpunkt (wurde von clevertours bisher auch abgelehnt)

frage: welche partei muss ich wie anmahnen, um an mein geld zu gelangen.
Sehr geehrter Ratssuchender,

gerne beantworte ich Ihre Frage aufgrund Ihrer Sachverhaltsschilderung wie folgt:

Bei der Buchung einer Reise in einem Reisebüro oder aber - wie vorliegend - über eine Internetplattform ist zu berücksichtigen, dass der Reisende grundsätzlich zwei separate Verträge abschließt, namentlich den Reisevertrag mit dem Reiseveranstalter und einen Reisevermittlungsvertrag mit der Internetplattform.

Nach Ihrer Schilderung dürfte es sich bei der Internetplattform um einen Reisevermittler handeln, der lediglich die ordnungsgemäße Vermittlung des Reisevertrages mit dem Veranstalter, nicht jedoch die tatsächlich vertragsgemäße Durchführung der Reise schuldet (Führich, Handbuch Reiserecht Rn 105).

Der durch das Portal vermittelte Reisevertrag wird dagegen mit dem Veranstalter (hier c-tours) geschlossen. Dem dürfte auch nicht entgegenstehen, dass Sie vorliegend einen Reisegutschein „erworben" haben; insoweit geht die Rechtsprechung auch beim Verkauf eines Gutscheins und Bezahlung desselben grundsätzlich von einem Reisevertrag aus (LG München, Urteil vom 28.11.2006, Az.: 33 O 8239/06).

Da eine Unterbringung in dem im Reisegutschein angegebenen Zeitraum offensichtlich nicht möglich ist, sollten Sie sich in diesem Zusammenhang an den Reiseveranstalter halten, da der Reisevertrag – wie oben dargelegt – mit diesem geschlossen wurde.

Ein Teil der Rechtsprechung billigt dem Reisenden ein kostenfreies Rücktrittsrecht gemäß § 651a Abs. 5 S. 2 BGB analog zu, wenn die Unterkunft im gebuchten Hotel nicht zur Verfügung gestellt werden kann (AG Bad Homburg, Urteil vom 13.02.2007, Az.: 2 C 5253/06). Danach soll dem Reisenden die Möglichkeit eingeräumt werden, von der gebuchten Reise ohne die Nachteile eines Stornoentgelts zurücktreten zu können, wenn bereits vor Reiseantritt feststeht, dass die Reise mit Mängeln behaftet sein wird (Führich, Handbuch Reiserecht Rn 177). Dabei ist der Reisende nicht gehalten, dem Reiseveranstalter vor Ausübung seines Rücktrittsrechts aus § 651a Abs. 5 S. 2 BGB analog eine Frist zu setzen und deren Ablauf abzuwarten, sofern der Reiseveranstalter erklärt, den Reisevertrag (hier Unterbringung im Hotel) nicht erbringen zu können (AG Bad Homburg, Urteil vom 13.02.2007, Az.: 2 C 5253/06).

Jedenfalls dürften Sie berechtigt sein, den Reisevertrag wegen Mangels gemäß § 651e Abs. 1 BGB zu kündigen. Dabei kann das Kündigungsrecht nach § 651e BGB grundsätzlich auch vor Reisebeginn bestehen (Führich, Handbuch Reiserecht Rn 355). Nach der Rechtsprechung stellt die Überbuchung des gebuchten Hotels grundsätzlich eine erhebliche Beeinträchtigung i. S. d. § 651e Abs. 1 BGB dar, für die das Kündigungsrecht des § 651e BGB als zulässig erachtet wird (vgl. BGH NJW 2005, 1047).

Voraussetzung für eine Kündigung nach § 651e BGB ist jedoch grundsätzlich ein Abhilfeverlangen mit einer Fristsetzung. Nach rechtswirksamer Ausübung des Kündigungsrechts verliert der Reiseveranstalter den Anspruch auf den Reisepreis, wobei er jedoch gemäß § 651e Abs. 3 S. 2 BGB eine Entschädigung für die bereits erbrachten Leistungen verlangen kann. Wird der Reisevertrag vor Reisebeginn gekündigt, hat der Veranstalter in der Regel jedoch noch keine Reiseleistungen für den Reisenden erbracht, so dass letztlich auch keine Entschädigung anfallen dürfte (Führich, Handbuch Reiserecht Rn 559).

Vorliegend sollten Sie sich schriftlich (!) an den Reiseveranstalter wenden und diesen unter angemessener Fristsetzung auffordern, die Unterkunft in dem im Reisegutschein angegebenen Zeitraum (01.04. bis 30.06.2014) zu erbringen. Alternativ könnten Sie dem Veranstalter auch anbieten, die Unterbringung in einem anderen Zeitraum nach dem 30.06.2014 zu erbringen. Da die Kündigung nach § 651e BGB grundsätzlich eine Fristsetzung erfordert und das Rücktrittsrecht aus § 651a Abs. 5 BGB analog nur nach einem Teil der Rechtsprechung anerkannt ist, sollten Sie hier rein vorsorglich eine Frist zur Abhilfe setzen.

Sollte der Veranstalter die Frist verstreichen lassen oder aber eine Unterbringung in dem im Gutschein angegebenen Hotel ablehnen, könnten Sie nach § 651a Abs. 5 S. 2 BGB analog vom Reisevertrag zurücktreten sowie hilfsweise den Reisevertrag nach § 651e BGB wegen Mangels kündigen und diesen auffordern, den Reisepreis zu erstatten. Der Rücktritt bzw. die Kündigung sollte aus Beweisgründen ebenfalls schriftlich erfolgen.

Aufgrund der Tatsache, dass die Zahlungsabwicklung über das Internetportal erfolgte, dürfte es sich zudem anbieten, dem Reisevermittler (Internetportal) die jeweilige Korrespondenz mit dem Veranstalter zur Kenntnis zukommen zu lassen.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten Überblick verschafft zu haben.

Ich weise abschließend darauf hin, dass es durch Hinzufügen und Weglassen wesentlicher Umstände im Sachverhalt durchaus zu einer komplett anderen rechtlichen Bewertung kommen kann.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Neubauer
Rechtsanwalt
Bewertung des Fragestellers 06.01.2014 | 13:48


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