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Reifenwechsel


| 09.12.2014 20:10 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Krim.-Dir. a.D. Willy Burgmer


Zusammenfassung: Es geht um Sachmängelhaftung beim Werkvertrag und Verjährungsfragen.


Ich habe im Jahr 2010 meine Autowerkstatt damit beauftragt,nach Inspektion und TÜV- Abnahme meinen Corsa neu zu bereifen. Beim diesjährigen TÜV wurde nun festgestellt, das die neuen Reifen für mein Auto nicht zugelassen sind. Ich muss wieder neu bereifen lassen. Ich bin natürlich verärgert,das diese Panne in einer Bosch Meisterwerkstatt passiert ist. Wer kommt für die Kosten auf?

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Sehr geehrter Fragesteller,


Es kommt darauf an, ob Sie etwa mit schon vorhandenen Reifen zu der Autowerkstatt gefahren sind und den Auftrag erteilt haben, Ihr Fahrzeug mit „diesen" Reifen auszustatten. Hat die Werkstatt dies der Auftragsbeschreibung ausgeführt, mihin das Werk die vereinbarte Beschaffenheit hatte, schulden Sie den Werklohn und die Sache ist erledigt, § 633 Absatz 2 Satz 2 BGB.

Wenn sich das Werk inkl. der Lieferung der Reifen durch die Fachwerkstatt nicht für die gewöhnliche Verwendung eignet bzw. nicht eine Beschaffenheit aufweist, die bei Werken der gleichen Art üblich ist, die Sie aber gleichwohl nach der Art des Werkes erwarten durften, liegt ein Sachmangel vor, § 633 Absatz 2 Nr. 2 BGB. Der Sachmangel kann auch nach § 633 Absatz 3 1. Alt. BGB vorliegen.

In diesem Falle haben Sie folgende Rechte:

1. Nacherfüllung
2. den Mangel selbst beseitigen und Ersatz der erforderlichen Aufwendungen verlangen
3. nach §§ 636, 323 und 326 Absatz 5 BGB vom Vertrag zurücktreten oder nach § 638 BGB die Vergütung mindern.
4. Schadensersatz nach §§ 636, 280 281, 283 und 311 BGB verlangen.

Wichtig ist in Ihrem Falle die Verjährungsfrage:

Die Antwort dazu finden Sie unter § 634 a BGB, wobei die Abnahme des Werks als Verjährungsbeginn entscheidend für die Berechnung ist, außer im Falle der Arglist, für die dann die regelmäßige Verjährung von 3 Jahren nach § 195 BGB gilt.

Der Eintritt einer etwaigen Verjährung muss Sie allerdings nicht hindern, Ihre Ansprüche trotzdem geltend zu machen. Denn der Anspruch besteht weiter fort und nur wenn der Gegner die Einrede der Verjährung ausdrücklich erhebt, können Sie den Anspruch nicht mehr durchsetzen




Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 09.12.2014 | 22:51

Ich gebe seit 8 Jahren mein Auto in die gleiche Werkstatt zur Inspektion und TÜV, und eben diese Werkstatt hat auch die falschen Reifen bestellt und montiert.Bei der nötigen Neubereifung will man mir lediglich entgegen kommen.Reicht das?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 09.12.2014 | 23:53

Gerne beantworte ich Ihre Nachfrage:

So wie Sie die Sache schildern, kann ich Ihren Unmut gut verstehen.

Augenscheinlich wirkt es aber auf mich so, dass die Werkstatt mit ihrem Entgegenkommen tatsächlich für Ihren Fehler zwar einstehen will, wo möglich aber einen Abzug quasi „neu für alt" kalkuliert, d.h. man wird entgegenhalten, dass Sie mit den Reifen – wenn auch verkehrsrechtlich unzulässig – eine gewisse Zeit gefahren sind.

Insofern läge tatsächlich zivilrechtlich kein Schaden vor. Und eine Art Genugtuung für eine potentielle Gefährdung wegen der groben Fehlleistung gibt es ganz selten im Schadensrecht, etwa bei immateriellen Schäden, z.B. als Schmerzensgeld.

Sie sollten die Differenz in diesem Sinne einmal nachrechnen und für den Fall, dass Sie zu einem angemessenen Ergebnis kommen, akzeptieren.

Anderenfalls bliebe z.B. immer noch eine Beschwerde an die zuständige Handwerkskammer.

Besten Erfolg wünscht Ihr
W. Burgmer
- Rechtsanwalt

Ergänzung vom Anwalt 09.12.2014 | 23:56

Oben muss es natürlich heißen "ihren Fehler", also klein geschrieben.
Bewertung des Fragestellers 16.12.2014 | 12:06


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Stellungnahme vom Anwalt:
Schade, dass dann Ihre Bewertung unter dem Durchschnitt von 4.6 Punkten blieb. Aber das liegt wohl an der hohen Qualität des Forums. Dennoch verbleibe ich mit besten Wünschen, Ihr W. Burgmer- Rechtsanwalt.
FRAGESTELLER 16.12.2014 4/5.0
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