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Regressforderung Versicherung nach Autounfall - Verjährung?


22.09.2017 10:52 |
Preis: 58,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hallo,

am 19.05.2011 hatte ich einen Autounfall.
Leider bin ich mit einem festgestellten Blutalkoholgehalt von 2,08 Promille einem anderen Verkehrsteilnehmer hinten aufgefahren.
Dieser hat auch die Polizei gerufen, worauf ich sichergestellt wurde.
Mein eigener VK-Schaden belief sich auf ca. 4500 €
Der Schaden des Unfallgegners hingegen auf 9262 € (inkl. Schmerzensgeld wegen HWS-Syndrom und Prellung der Ferse).

Die Anklage lautete daher auf fahrlässige Gefährdung des Straßenverkehrs in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung.
Am 26.08.2011 wurde ich zu 70 Tagessätzen und 12 Monaten Führerscheinentzug verurteilt.

Meine Versicherung hat natürlich erst den kompletten Schaden beglichen und dann Regress von mir gefordert (VK-Schaden komplett und Haftpflichtschaden bis zum maximalen Betrag von 5000€)

Meinen Kaskoschaden konnte ich auf einmal tilgen.Da ich aber nicht über solch hohe liquiden Mittel verfügte, unterschrieb ich im Februar 2012 ein gefordertes Schuldanerkenntnis, damit die Versicherung mir Ratenzahlung gewährt.
Fortan überwies ich eine monatliche Rate von 150€ beginnend August 2012.

Die letzte Rate überwies ich im Oktober 2014, danach stellte ich die Zahlungen ein, da ich die noch ausstehende Restzahlung von 1100€ auf einmal begleichen wollte.

Dies tat ich allerdings nicht, sondern wartete auf eine Zahlungsaufforderung, Mahnung oder irgendeine Reaktion seitens der Versicherung, die bisher aber nie kam. (Man muss allerdings auch dazu sagen, dass ich zwischenzeitlich umgezogen bin, aber immer einen Postnachsendeantrag hatte).


Heute, September 2017, habe ich ein Schreiben der Versicherung mit Bezug auf die Regressanmeldung bekommen.

Originaltext:

"Sie sind mit den vereinbarten Ratenzahlungen im Verzug. Wenn Sie die Zahlungen nicht unverzüglich wieder aufnehmen, ist der von Ihnen geschuldete Restbetrag von 1.100€ insgesamt fällig. Sollten Sie den Betrag nicht innerhalb von 4 Wochen überwiesen haben, werden wir gerichtliche Hilfe bei der Einziehung unserer Forderung in Anspruch nehmen, oder aber den Forderungseinzug an den Inkassopartner als externes Inkassounternhmen übertragen. Beide Möglichkeiten verursachen Mehrkosten, die ebenfalls zu Ihren Lasten gehen. Außerdem werden wir Zinsen geltend machen."


Meine Frage:

Könnte der Regressanspruch nicht schon verjährt sein? Warum meldet sich die Versicherung jetzt erst? knapp 3 Jahre nach der letzten Rate? Wie kommt die Versicherung an meine aktuelle Adresse?
Weitere Handlungsempfehlung?


Anmerkungen:

Versicherungsnehmer war mein Vater
Ende 2012 kündigten wir den KFZ-Vertrag bei dieser Versicherung.
Seit 2 Jahren sind alle Autos aber wieder bei dieser Versicherung versichert.
Ich bin nach wie vor maximal als Fahrer hinterlegt (kein Halter, kein VN, oder Kontoinhaber)
Mein Geburtsjahr ist 1989
Führerschein habe ich seit 31.01.2013 wieder.

Vielen Dank
22.09.2017 | 12:01

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Leider ist der Regressanspruch nicht verjährt. Sie haben in nicht verjährtem Zeitraum ein Schuldanerkenntnis abgegeben. In den meisten Fällen wird mit Abgabe des Schuldanerkenntnisses gleichzeitig auf die Einrede der Verjährung verzichtet. Sollten Sie dies bei der Abgabe des Schuldanerkenntnisses getan haben, ist bereits aus diesem Grund eine Verjährung ausgeschlossen.

Selbst wenn Sie nicht auf die Einrede der Verjährung verzichtet haben, lief die regelmäßige dreijährige Verjährungsfrist nach Zahlung jeder Rate neu. Sie teilen mit, dass Sie zuletzt im Oktober 2014 die Rate gezahlt haben. Damit würde die Verjährungsfrist am 31.12.2014 beginnen und somit die Verjährung am 31.12.2017 eintreten. Daher ist die Forderung nicht verjährt.

Warum sich die Versicherung erst jetzt meldet, kann nur spekuliert werden. Dies kann an internen Organisationsmängeln oder aber auch an nicht zugestellter Post trotz Nachsendeauftrag liegen. Die Versicherung wird jetzt allerdings Druck Ihnen gegenüber aufbauen, weil zum Ende des Jahres die Verjährung droht. Das drohende Verjährungsende kann auch der Grund dafür sein, dass jetzt die Versicherung wieder an Sie herantritt.

Die Versicherung wird voraussichtlich zur Ermittlung Ihrer aktuellen Anschrift Einwohnermeldeamtsauskünfte (EMA) eingeholt haben.

Es ist für die Beurteilung des Anspruchs der Versicherung nicht erheblich, dass Ihr Vater Versicherungsnehmer ist bzw. war. Ich gehe davon aus, dass Sie das Schuldanerkenntnis abgegeben haben und dies den Forderungsgrund darstellt.

Ich empfehle Ihnen, zur Vermeidung unnötiger Gerichts- bzw. Rechtsanwaltskosten die Ratenzahlung wieder aufzunehmen oder den Betrag mit einer Einmalzahlung zu begleichen. Vielleicht ist die Versicherung bei einer Einmalzahlung auch bereit, Ihnen einen Nachlass zu gewähren.

Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Ralf Hauser, LL.M.
Fachanwalt für Verkehrsrecht, Fachanwalt für Arbeitsrecht

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