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Rechtskosten für ledige Kindsmutter


30.11.2004 08:33 |
Preis: ***,00 € |

Anwaltsrecht, Gebührenrecht



Ich habe ein Kind (13 Mon alt) mit einer Frau, mit der ich nie zusammenlebte, war
auch nie mit ihr verheiratet.
Ich zahle Kindesunterhalt nach der Düsseldorfer Tabelle Gruppe 8, in öhe von 222 EUR p. M.
Für die Mutter zahle ich Betreuungsunterhalt nach § 1615 in Höhe von 1000,- EUR monatlich.
Diese Summe wurde durch einen Vergleich beider Anwälte erreicht.
Ich habe auch einen vollstreckbaren Titel für den Unterhalt der Mutter eingerichtet.
Die Sache zog sich von März bis jetzt hin, was nicht an mir lag, ich bin nie säumig gewesen.
Jetzt bekomme ich die Rechnung des Gegenanwalts in Höhe von 1.090 EUR.
Im letzten Schreiben meines damaligen RA, vom 24.06. d. J. steht folgender Satz.
"Mein Mandant akzeptiert die mtl. Unterhaltsforderung in Höhe von EUR 1.000 ,- ab März 2004
bis zum 20.10.2006, ohne Präjudiz, wobei weitere Kosten - gleich welcher Art-
nicht übernommen werden. Eine Prozeßkostenhilfe kommt für die Mutter wohl nicht in Frage.
Nun meine Frage: Muß ich diese Anwaltsrechnung zahlen, wie sieht es im Falle der Klage aus ?
Natürlich kann die Kindsmutter auch auf einen höheren Unterhalt klagen, (ihr letztes Einkommen lag bei ca.
1200 EUR)

Ich bitte um einen Kostenvoranschlag vor einer Antwort.

MFG
MM
Sehr geehrter Anfragender,

Ihre Bitte nach einem Kostenvoranschlag verstehe ich nicht. Sie haben den Preis genannt, den Sie für eine erste Auskunft zu zahlen bereit sind. Und zu diesem Preis wird dementsprechend die Anwort gegeben.

Ob die Kindesmutter noch auf einen höheren Unterhalt klagen kann, hängt vom Inhalt des Vergleiches ab, den die Anwälte ausgehandelt haben. Da eine Einigung gefunden wurde gehe ich davon aus, dass eine Klage wohl nur nur Aussicht auf Erfolg hätte, wenn sich die Umstände nach Abschluss des Vergleiches wesentlich ändern. Genauer kann dies natürlich nur beurteilt werden, wenn der Vergleich einmal gelesen wurde.

Sofern Sie niemals säumig waren, dann müssen Sie auch die Kosten für den gegnerischen Anwalt nicht zahlen. Säumig wären Sie z.B. dann, wenn Sie auf eine Frage nach Ihrer Einkommenssituation nicht reagiert hätten und deshalb die Einschaltung eines Anwaltes "notwendig" war. Oder wenn Sie den geforderten Unterhalt nicht rechtzeitig und in der "richtigen" Höhe geleistet hätten. Ihr Sachverhalt deutet an, dass dem nicht so war. In diesem Fall ist es das Problem der Kindesmutter, sich einen Anwalt genommen zu haben.

Falls die Anwaltskosten in Höhe von € 1.090 vor Gericht streitig durchgesetzt werden und Sie selbst sich auch einen Anwalt nehmen, dann beträgt das Prozesskostenrisiko - für den Fall eines verlorenen Prozesses - 704,40 €.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Auskünften weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Kai Breuning
- Rechtsanwalt -

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weiter geholfen zu haben.

Nachfrage vom Fragesteller 01.12.2004 | 03:58

sehr geehrter Herr Breuninger,

mit dem säumig sein ist es so eine Sache.
Die Kindsmutter hatte zuerst einen Anwalt beauftragt, dieser bat mich dann um meine letzten 12 Gehaltsabrechnungen, daraufhin nahm ich mir auch einen Anwalt, die Auskunft wurde durch ihn dann erteilt. Sie hat mich also nie ohne Anwalt um Auskunft zu meinem Einkommen gebeten.

Der gegnerische Anwalt stellte auch verschiedene Forderungen, zuerst 730 EUR, dann 1223, schließlich folgte der Vergleich bei 1000 EUR. Am Ende wurde dann noch die Titulierung verlangt, was ich auch tat. Gezahlt habe ich immer rechtzeitig. Die ganze Sache zog sich von März bis jetzt hin.
Der Vergleich ist kein Vertrag, einfach eine Akzeptanz der Summe von 1000 EUR.

Durch mein Einkommen wäre ich auch in der LAge, die 1223 EUR zu zahlen. WAs habe ich von den eingesparten 1090 EUR, wenn die Kindsmutter danach auf die 1223 EUR besteht.
Vielen Dank

SIegfried M.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.12.2004 | 09:31

Sehr geehrter Anfragender,

ob der "Vergleich" rechtssicher abgeschlossen wurde oder nicht kann ich selbstverständlich nicht beurteilen, da ich den Vergleich nicht kenne. Ich ging davon aus, dass er durch korrespondierende Schreiben der Anwälte geschlossen wurde. Dann läge ein Vertrag vor, von dem nicht ohne weiteres abgewichen werden könnte. Ggf. sollten Sie hierzu noch einmal den bereits befassten Anwalt befragen, ob der Vergleich vor Gericht bestand hätte.

Falls dies nicht so wäre, würde es wirtschaftlich keinen Sinn machen, wegen der Anwaltskosten einen Streit zu provozieren. Sie zahlen seit März EUR 1.000 statt EUR 1.223. D.h. Sie haben bereits EUR 2.007 gespart.

Mit freundlichen Grüßen
Kai Breuning
- Rechtsanwalt -

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