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Recht am eigenen Bild - Fotos von Demo veröffentlicht


11.03.2009 08:59 |
Preis: ***,00 € |

Medienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht Maximilian A. Müller


| in unter 2 Stunden

Auf einer Demonstration wurden am Wochenende die Teilnehmer von Rechtsradikalen abgelichtet, welche die Bilder nun im Internet veröffentlicht haben. Es werden keine Einzelpersonen gezeigt, nur Personengruppen. Diese aber von so nah, dass alles gut erkennbar ist.

Über die DENIC lässt sich ermitteln, auf wen die Seite registriert ist, das ist kein Problem (im Übrigen handelt es sich bei dem Inhaber um einen Bundesweit bekannten Neonazi).

Kann man gegen diese Veröffentlichung vorgehen?
Wenn ja, was kostet das? Ist das anonym oder hat der Seiteninhaber dann irgendwie die Möglichkeit herauszufinden, wer ihn rechtlich belangen will?

Wenn Sie mir Ihre E-Mailadresse geben kann ich Ihnen den Link zur betreffenden Seite zukommen lassen. Ich möchte ihn hier nur nicht veröffentlichen.

Mit freundlichen Grüßen.
Trifft nicht Ihr Problem? Wir haben 76 weitere Antworten zum Thema:
11.03.2009 | 09:48

Antwort

von

Rechtsanwalt Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht Maximilian A. Müller
152 Bewertungen
Sehr gehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich auf der Grundlage Ihrer Schilderungen wie folgt beantworten kann:

Grundsätzlich steht jeder Person das Recht am eigenen Bild zu, das heißt jede Person darf selbst entscheiden, ob Fotografien öffentlich verbreitet oder zur Schau gestellt werden können (§ 22 KunstUhrG).

Allerdings sind auch gesetzliche Ausnahmen vorgesehen. Insbesondere ist gemäß § 23 I Nr. 3 KunstUhrG auch ohne eine EInwilligung des Betroffen eine Veröffentlichung möglich, wenn Bilder von Versammlungen, Aufzügen oder ähnlichen Vorgängen betroffen sind.

Entscheidend für das Eingreifen des gesetzlichen Ausnahmetatbestandes ist hierbei, dass bei der Fotografie die Versammlung selbst im Vordergrund steht. Nahaufnahmen einzelner Personen sind daher nicht gestattet. Letztlich muss die Versammlung selbst, nicht aber die einzelne Person im Vordergrund stehten. Von geringer Bedeutung ist hingegen, ob die einzelnen Person erkennbar ist.

Letztlich ist eine Abwägung erforderlich, die stets für jeden Einzelfall unterschiedlich ausfallen kann. Je kleiner die fotografierte Gruppe um so eher kann man von einer Unwirksamkeit ausgehen.

Sofern die Veröffentlichung hiernach unwirksam wäre, steht dem Betroffenen ein Unterlassungs- und Beseititungsanspruch zu. Ausgehend von einem Gegenstandswert in Höhe von 4.000,00 € würden sich die anwaltlichen Kosten für die außergerichtliche Tätigkeit auf ca. 400 - 500 € belaufen. Zusätzliche Kosten entstünden, wenn ein gerichtliches Verfahren notwendig sein sollte. Die Kosten hat jedoch in der Regel derjenige zu tragen, der ohne Berechtigung das Foto verwendet hat.

Eine anonyme Wahrnehmung der Rechte des Betroffenen ist nicht möglich, da dieser seinen ANspruch schildern und geltend machen muss.

Gerne können Sie mir den Link nochmals an meine EMailadresse zukommen lassen, dann kann ich das Bild nochmals genauer überprüfen.


Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht Maximilian A. Müller, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 11.03.2009 | 09:52

Habe Ihnen eine Mail geschickt, bitte aufgrund der Dringlichkeit um rasche Bearbeitung.

Vielen Dank.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.03.2009 | 09:58

Vielen Dank für Ihre Mail.

Bei den Fotos steht meines Erachtens die Versammlung selbst im Vordergrund, nicht jedoch die Aufnahme einzelner Personen bzw. Personengruppen.

Da die Ablichtung von Versammlungen grundsätzlich gesetzliche privilegiert ist gehe ich davon aus, dass es rechtlich schwierig sein wird, gegen eine Veröffentlichtung der Fotos vorzugehen.

Ich fraf jedoch darau hinweisen, dass - wie bereits geschildert - hier eine Abwägung vorzunehmen ist, die letztlich im Voraus nicht mit 100%iger Sicherheit bestimmt werden kann.

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben und stehe bei Bedarf auch für eine weitere Interessenvertretung zur Verfügung.

ANTWORT VON
Rechtsanwalt Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht Maximilian A. Müller
Landau

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