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Rechnung naher Angehöriger, wohnhaft Schweiz, steuerliche Absetzbarkeit


| 21.12.2008 09:39 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von



Hallo,
wir leben in Deutschland, habe ein Unternehmen und diverse Immobilien. Mein Vater ist Schweizer, Architeikt im Ruhestand, meine Mutter "Mädchen für Alles" (Hausbetreuung, Gartenarbeit, Malerarbeiten, Deko etc.

In unseren Urlauben haben wir die Eltern zwecks Reperaturarbeiten (Fassadenstreichen, Planung und Überwachung von Ausbauarbeiten, Baulicher Berater und Planer für Umbauten, Marerarbeiten, vertraulicher Haushütedienst, Überwachung bei Mieterwechsel b. V. u. V., Erledigung der vielen Post etc. eingesetzt.

Für ihr Arbeit haben sie uns Rechnungen geschrieben, die wir gerne für die sehr zuverlässige und vertrauensvolle Arbeit meist BAR bezahlt hatten, die Eltern haben den Geldeingang quittiert, wir haben die Ausgaben steuerlich geltend gemacht.

Bei einer Steuerprüfung hat uns der Steuerprüfer direkt bedroht und Angst eingejagt, dass es sich um Steuerhinterziehung handelt. Er würde die schweizer Steuerverwaltung kontaktieren und nur wenn das ordentlich versteurt wäre, könnten wir und auch die Eltern in der Schweiz, einem Strafverfahren entgegehen und dass das Bundesamt für Finanzen in der Schweiz eingeschaltet würde.

Verängstigt und verunsichert haben wir der Steuerkürzung zu gestimmt um meine Eltern nicht in Bedrängnis zu bringen. Wir haben die Eltern nicht einmal gefragt, ob sie die Einkünfte angegeben haben. Da mein Vater- vom alten Schlag - über Finanzielles mit seinen Kindern nicht sprechen will. Die Sache lag bei Prüfung schon 5 Jahre, mittlerweile 10 Jahre zurück.

Bei geüprüften Jahr 1996 hatten wir vorsorglich - auch noch wegen anderen Dingen - Widerspruch eingelegt. Die Ausgaben wurden von der Rechtsbehelfstellung abgelehnt, mit der Begründung: dass
a.) Die Honorare zu hoch seien (70-90 DM, was deutliche unter den Kosten unseres deutschen Architekten lag.
b.) Dass zu hohe Anfahrtskosten entstanden seien
c.) Dass die Rechnungen zu wenig differenziert gewesen seien.
d.) Dass es sich eher um Privat veranlasste Kosten gehandelt hätte.
e.) Zahlungsträger feheln (nur quittierte Bar-Belege)

Unsere Meinung zu obigen Vorwürfen:
a.)
Die Kosten liegen im Normbereich, zudem handelt es sich uneingeschränkt um Vertrauenspersonen - wie wir sonst hier in Deutschland keine haben- die sich korrekt um alles kümmerten und entsprechende Qualifikationen besitzen.

b.)
Anfahrtskosten: Bei EDV Rep., Handwerkern (hier in Bayern arbeiten auch Handwerker aus Hamburg, Ungarn, Polen) etc., Beratern von weiter weg, fallen auch sehr hohe Fahrtkosten an. Bank-Berater, Wirschaftsberater, Politker reisen zu horrenden Kosten - die sicherlich steuerlich geltend gemacht werden - umher.
Meine Eltern hatten nur die damals übliche Kilometerpauschale berechnet.

c.)
Nun gibt es eine Vielzahl von Dienstleistungen, die nur nach Pauschale, ohne differenzierte Rechnungen abrechnben. (z.B. Softwarehäuser, Internet, Flatrates, Beraterhonorare die sehr viel höher liegen und oft keine fundierte Leistungen bringen. (siehe nur unsere Bank- und Wirtschaftsberater und Politiker...)

d.) Privat veranlasste Kosten? Meine Eltern waren in dieser Zeit ausschließlich zum arbeiten da. Wir waren in dieser Zeit im Urlaub. Es bestand in dieser Zeit kein familiärer Kontakt.

e.) FA verlangt Zahlungsträger, obschon sämtliche Einkünfte quittiert sind und aufgrund der damals hohen Auslandsüberweisungskosten, bar beglichen wurden.

Das alles wurde dem FA bereits mehrmals geschildert, auch durch unseren Steuerberater, die letze Antwort des FA haben wir im Jahre 2004 erhalten. Seither keine Antwort, keine Reaktion des FA. Die Sache ist noch anhängig.

Kann man eigentlich auch wegen "Untätigkeit" vorgehen.

Wir haben damals aus lauter Angst Steuernachforderunge - unter Vorbehalt und Empfehlung des Steuerberaters bezahlt, da er schon ahnte, dass es Jahre dauern würden, und da ansonsten noch Zinsen für all die Jahre des Wartens entstehen würden.

Kann sich diese vorsorgliche Zahlung ungünstig für uns auswirken?
Könnten wir die, wenn wir unser Recht durchsetzen könnten, wieder zurückbekommen?

Meinen Sie, ob man den Widerspruch aufrecht erhalten solle, und wenn ja, was das FA tatsächlich verlangen darf und vorallem, wie man das kurz und korrekt begründen könnte.

Danke.

21.12.2008 | 14:38

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,
äß
ich beantworte gerne Ihre Frage im Rahmen einer Erstberatung unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes.

1. Die Frage nach dem weiteren Verfahren:

Sie können gem. § 46 FGO hier wegen des Ablaufs einer 6-Monats-Frist die sogenannte "Untätigkeitsklage" beim Finanzgericht einreichen (Verpflichtungsklage) mit der Ziel, das von Ihnen mit dem Einspruch beabsichtigte Ergebnis in der Gestalt eines geänderten Steuerbescheides zu erhalten.

Wenn Sie hierbei erfolgreich sind, erhalten Sie nicht nur die Steuerzahlungen und die Zinsen zurück, die Sie bereits bezahlt haben sondern auch im Falle einer Erstattung ab dem 1.4.1998 Zinsen auf den Erstattungsbetrag der Einkommensteuer (nicht Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer) in Höhe von 0,5 % monatlich.

Es ist unschädlich, dass Sie bereits die Steuern unter Vorbehalt gezahlt haben.


2. In der Sache selbst ist von Bedeutung, ob die Vertragsgestaltung mit Ihren Eltern und die Abwicklung selbst (tatsächliche Vertragsdurchführung) dem sogenannten "Fremdvergleich" standhält.

Mangels Kenntnis des Schriftwechsels mit dem Finanzamt kann ich von hier aus keine Prüfung der Erfolgsaussichten vornehmen.
Die Plausibilität der Abwicklung von Verträgen unter nahen Angehörigen wird üblicherweise sehr streng überprüft.

Sie haben hier bereits die wesentlich Angriffspunkte vorgetragen, Höhe der vereinbarten Vergütung, fachliche Kompetenz der Eltern, Vergütung nur der reinen Reisekosten, Barzahlung. Die von Ihnen vorgetragenen Gründe sprechen auf den ersten Blick nicht gegen eine ungewöhnliche Gestaltung. Auch in Deutschland ansässige Handwerker und Architekten berechnen Fahrtkosten und bestehen auf einer Barzahlung. Ihre Aufgabe wäre hier eventuell noch nachzuweisen, dass Sie im fraglichen Zeitraum tatsächlich diese Barbeträge von Ihrem Konto abgehoben haben oder aus anderen Gründen zur Verfügung hatten.

Ob die deutsche Finanzverwaltung eine Kontrollmitteilung an die schweizer Finanzverwaltung abgegeben hat, können Sie im Rahmen dieses Verfahrens nicht überprüfen lassen. Wenn bis heute dort jedoch keine Anfrage bei Ihren Eltern erfolgt ist, spricht dies eher gegen die Durchführung eines solchen Verfahrens.

Die Frage der Begründung im Klageverfahren kann leider von hier aus nicht angemessen erfolgen, hier muss man den genauen Sachverhalt kennen. Dies dürfte bisher umfassend vorgetragen worden sein.

Für eine weitergehende Beratung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung,

mit freundlichen Grüßen

M. Zerban
Rechtsanwältin
Steuerberaterin


Nachfrage vom Fragesteller 21.12.2008 | 14:58

Freundlichen Dank für die Beantwortung.
Bitte noch Stellungnahme zu den Vorwürfen des Steuerprüfers, dass Ausgaben bei uns in D nur absetzbar wären, wenn sie in der Schweiz ordentlich versteuert worden sind. Grüsse

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.12.2008 | 15:21

Sehr geehrter Fragesteller,

es gibt keine Vorschrift, die die Abzugsfähigkeit der Werbungskosten davon abhängig macht, dass eine Versteuerung in der Schweiz erfolgt ist. Ihre Eltern müssen Ihnen keine Auskunft erteilen. Sie sollten aber die Folgen strafrechtlicher Ermittlungen nicht unterschätzen.

Mit freundlichen Grüßen

M. Zerban
Rechtsanwältin
Steuerberaterin

Bewertung des Fragestellers 29.12.2008 | 16:01


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