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Rechnung für Webdesign, zuvor Kosten verschleiert


| 03.12.2013 00:41 |
Preis: ***,00 € |

Internetrecht, Computerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Mauritz



Hallo,

Mir gehört eine Webdomain, unter der ich eine Website betreibe. Diese bietet im Wesentlichen Informationen und Bilder über ein Wohngebiet. Dies ist derzeit ein reines Hobbyprojekt, ich erziele damit keine Einnahmen (was aber in Zukunft etwa über das Schalten von Werbung denkbar wäre).

Im Juni 2013 kontaktierte ich Herrn X, einen selbständigen Webdesigner. Er äußerte Bereitschaft, mir zunächst unentgeltlich beim Neuerstellen meiner (renovierungsbedürftigen) Website zu helfen.

Besprochen wurde lediglich, dass "einige Arbeitsstunden" von Herrn X in Rechnung gestellt werden würden, sollte er die Erstellung komplett durchführen. Die Website wurde von ihm dann in Absprache mit mir entsprechend erstellt (Migration auf die aktuellste Softwareversion, Webdesign, Einbindung einer Community-Funktion) und von mir mit weiteren Inhalten ergänzt.

Ende November ging die neue Seite online. Ich erhielt von Herrn X eine Rechnung in Höhe von ca. 2.500,00 EUR. Die wesentlichen Posten darin sind viele Arbeitsstunden aus der Zeit von Juli bis November.

Über so eine hohe Summe hatten wir nie gesprochen - ich rechnete nur mit einem Bruchteil dieser Kosten. Es gab nie ein schriftliches Angebot oder einen schriftlichen Auftrag. Wir haben alles immer nur mündlich besprochen. Die möglichen bzw. zu erwartenden Gesamtkosten wurden aber von keiner Seite angesprochen.

Ich bin mit der Rechnung nicht einverstanden, da Herr X mich die ganze Zeit über die Kosten im Unklaren gelassen hat, und die Arbeitsstunden über ca. 4 Monate hat auflaufen lassen, ohne mich zwischendurch zu informieren.

Eine Einigung auf einen niedrigeren Betrag habe ich der Gegenseite bereits vorgeschlagen. Diese besteht aber auf Zahlung des gesamten Honorars.

Ich will daher nun aus der Sache herauskommen, ohne die Rechnung bezahlen zu müssen. Ich würde dabei notfalls in Kauf nehmen, dass die Website zunächst offline geht und die von Herrn X erstellten Inhalte verworfen werden. Ich würde dann jemand anderen mit der Neuerstellung der Website beauftragen oder dies selbst tun.

Meine Fragen: Wie soll ich vorgehen? Welches Risiko gehe ich ein? Muss ich die von Herrn X erstellten Inhalte sogleich vom Netz nehmen, oder kann ich diese online lassen, solange bis ich neue erstellt habe (ca. 4 Wochen lang)?

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Fragen möchte ich anhand der von Ihnen mitgeteilten Informationen wie folgt beantworten:

1. Unabhängig davon, in welcher Höhe nun genau eine Forderung von X besteht ist zunächst festzuhalten, dass es Ihnen nicht weiter hilft, die Seite offline zu nehmen und ggf. neu programmieren zu lassen. Anders formuliert: Wenn Sie sich dazu entscheiden, die von X programmierten Inhalte nicht zuverwenden, ändert dies grundsätzlich nichts daran, dass ein Vergütungsanspruch des X besteht. Zwar hängt die Entstehung des Vergütungsanspruchs grundsätzlich davon ab, dass eine Abnahme der Webseite erfolgt (es ist davon auszugehen, dass der voliegende Vertrags als Werkvertrag einzustufen ist; das "Werk" muss nach Fertigstellung abgenommen werden). Wird die Abnahme vom Besteller, also Ihnen, jedoch nur deswegen nicht durchgeführt, weil so der Vergütungsanspruch des Werkunternehmers vereitelt werden soll, so kann der Werkunternehmer seinen Vergütungsanspruch trotzdme durchsetzen.

Anders läge der Fall, wenn die Webseite noch Mängel hätte. Dann könnte eine Abnahme verweigert werden, bis diese Mängel beseitigt wären.

2. Auch dies würde aber letztlich nicht weiterhelfen, da es Ihnen ja darum geht, die Rechnung gar nicht, also auch nicht zu einem späteren Zeitpunkt zu bezahlen. Gar nichts zu bezahlen, dürfte jedoch schwierig werden, denn bei einer nur mündlichen Vereinbarung ("nur wenige Arbeitsstunden") unter vier Augen können Sie im Streitfall vor Gericht diese Vereinbarung nicht beweisen. Anders formuliert: Die mündliche Vereinbarung ist zwar grundsätzlich wirksam, mangels schriftlicher Fixierung oder anderen Beweismitteln können Sie deren Inhalt aber nicht nachweisen.

X dürfte daher im Streitfall vor Gericht seinen Anspruch durchsetzen können, wenn es ihm gelingt, den Umfang seiner Arbeit nachzuweisen und wenn die in Ansatz gebrachte Stundensatzhöhe angemessen und marktüblich ist. Ob dies der Fall ist, kann ich an dieser Stelle mangels Kenntnis der Einzelheiten nicht beurteilen. Sie gehen jedoch das Risiko ein, dass X seinen Anspruch vor Gericht wird durchsetzen können.

Ob X wirklich klagebereit ist, kann ich naturgemäß nicht beurteilen. Ich würde empfehlen, aufgrund der bisherigen Weigerung des X, sich auf einen niedrigeren Betrag eizulassen, dass Sie zunächst die Zahlung eines erhöhten Vergleichsbtrages anbieten. Ggf. ziehen Sie hierzu schon anwaltliche Hilfe hinzu; dies kann X möglicherweise davon abhalten, den Klageweg einzuschreiten. Weigert sich X nach wie vor, könnten Sie den von Ihnen angebotenen Betrag trotzdem zahlen, X müsste dann auf die Differenz klagen. Sollten Sie diese Klage verlieren, wäre aufgrund des geringeren Streitwerts das Kostenrisko für Sie geringer.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen hilfreichen ersten Überblick verschaffen. Bei Unklarheiten nutzen Sie gerne die Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Mauritz, LL.M.
Rechtsanwalt
Bewertung des Fragestellers 08.12.2013 | 23:53


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