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Rechnung des Steuerberaters


| 11.11.2013 18:57 |
Preis: ***,00 € |

Anwaltsrecht, Gebührenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Elke Scheibeler


Zusammenfassung: Nach § 24 Abs. 1 Nr. 1 der Steuerberatergebührenverordnung kann für eine Steuererklärung eine Gebühr von 1/10 bis 6/10 aus einer Tabelle abgerechnet werden, die sich nach dem Einkommen richtet. Auslagen für Post und Telekommunikation müssen nachgewiesen oder pauschal mit EUR 20,00 angesetzt werden.


Anfang 2013 beauftragte ich einen Steuerberater fuer meine kleine Ferienhausagentur. Da ich auch Hilfe bei Formularen brauchte, wurde diese auch geleistet und steht nicht zur Debatte. Die Krankenkasse verlangte zur niedrigeren Eingruppierung des Beitrags von mir eine Steuererklaerung fuer das Jahr 2012. Diese habe ich verschiedentlich vom St'berater erbeten. Am 6.6. 2012 versprach er, sich umgehend mit der BEK in Verbindung zu setzen. Nichts geschah. Ich musste weiterhin den erhoehten Satz zahlen. Telefonisch sicherte mir der Berater die Erledigung der St'erklaerung bis spaetestens 31.10.2013 zu.
Als diese an dem Tag nicht vorlag, habe ich persoenlich vorgesprochen und den Auftrag zurueckgezogen, da er immer noch nicht erledigt war, obwohl es laecherlich wenig Arbeitl ist. Dies wurde mir verweigert. Daraufhin verlangte ich ein kurzfristiges, definitives neues Datum und da ich verreisen wollte, einigten wir uns auf den 11.11., an dem ich die St'erklaerung im Buero unterschreiben und in Empfang nehmen sollte.
Bei meiner gestrigen Rueckkehr lag die Erklaerung im Briefkasten mit Rechnung ueber 877,79 datiert auf den 4.11. zahlbar innerhalb von 8 Tagen mit der Klausel, dass auch ohne besonderen Nachweis div. Verzugsgebuehren zulaessig sind.

Frage 1: Ist die Datierung zulaessig sowie die Androhung etlicher Gebuehren ohne Nachweis? Er weiss ja, dass ich bis zum 10.11. verreist war.

Frage 2: Er berechnet mir fuer die Erklaerung 487,20 zzgl. 97,44 Auslagenersatz nach Paragraph 16 StGebV Art. 15 JStG 2007. Was beinhaltet das? Ist das korrekt? Ich habe keine Belege. Er hat zwei oder drei Ortsgespraeche mit mir gefuehrt und E-mails.
(Mein frueherer Berater hat alles in allem fuer die Erklaerung des Vorjahres 300,- berechnet. Der Umfang war fast identisch mit einem Umsatz unter 10.000,-)
Gibt es da keine verbindliche Gebuehrenordnung?

Frage 3: Wenn ich von der BEK erst mit dem Tag der Vorlage der EKST 2012 (also heute) niedriger eingestuft werde, kann ich den Bearter fuer die Verzoegerung und die Differenz zum niedriegeren Beitragssatz haftbar machen?

Ich hatte eine schlechte Saison und bin finanziell so knapp, dass ich zeitweise sogar ALGII in Anspruch nehmen musste.

vielen Dank fuer die umgehende Beantwortung. Seine Frist laeuft morgen ab.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Frage 1: Ist die Datierung zulaessig sowie die Androhung etlicher Gebuehren ohne Nachweis? Er weiss ja, dass ich bis zum 10.11. verreist war.

Wenn die Rechnung (und auch die Steueerklärung) jeweils am 04.11.2013 erstellt wurden, ist es zulässig, diese auf dieses Datum zu datieren. Sie haben zwar vereinbart, dass Sie die Steuererklärung am 11.11.2013 beim Steuerberater entgegennehmen und unterschrieben. Aber auch dann wäre der Steuerberater ja berechtigt gewesen, sie schon vorher vorzubereiten. Dass er sie ihnen nach Hause geschickt hat, war zwar gegen die Absprache, hindert aber an sich nicht die Entstehung des Vergütungsanspruches. Nach § 7 der Steuerberatervergütungsverordnung ist seine Vergütung fällig, wenn er seinen Auftrag erledigt hat, und dies ist ja der Fall.

Die Zahlungsfrist von einer Woche ist zwar recht kurz, vor allem vor dem Hintergrund Ihres Urlaubs. Sie setzt aber jedenfalls eine angemessen Frist in Gang.

Natürlich können Ihnen keine weitere Kosten ohne Nachweis auferlegt werden. Wenn der Steuerberater z.B. nach Fristablauf einen Anwalt beauftragt, müsste dieser Ihnen die angefallenen Kosten nachweisen.

Frage 2: Er berechnet mir fuer die Erklaerung 487,20 zzgl. 97,44 Auslagenersatz nach Paragraph 16 StGebV Art. 15 JStG 2007. Was beinhaltet das? Ist das korrekt? Ich habe keine Belege. Er hat zwei oder drei Ortsgespraeche mit mir gefuehrt und E-mails.
(Mein frueherer Berater hat alles in allem fuer die Erklaerung des Vorjahres 300,- berechnet. Der Umfang war fast identisch mit einem Umsatz unter 10.000,-)
Gibt es da keine verbindliche Gebuehrenordnung?

Ja es gibt eine Gebührenordnung, die anzuwenden ist, wenn keine schriftliche Honorarvereinbarung getroffen wurde. Nach § 24 Abs. 1 Nr. 1 diesr Steuerberatergebührenverordnung kann für die Abgabe einer Steuererklärung eine Gebühr von 1/10 bis 6/10 gemäß der Gebührentabelle A abgerechnet werden. Aus dieser ergibt sich bei einem Einkommen von EUR 9.000,00 bis EUR 10.000,00 (Sie schreiben zwar von Umsatz, ich unterstelle jedoch, dass dieser mangels Kosten dem Einkommen entspricht) eine VOLLE Gebühr von EUR 471,00. Von dieser kann 1/10 bis 6/10 angesetzt werden je nach Umfang und Schwierigkeit des Auftrags. Es kann also für die Steuererklärung maximal ein Betrag von EUR 282,60 zzgl. Umsatzsteuer angesetzt werden. Oder sind noch andere Arbeiten enthalten, etwa die Einnahme-/Überschussrechnung? Diese müsste dann aber in einer gesonderten Zeile nach einem weiteren Paragraphen der Gebührenordnung abgerechnet worden sein.
Die Auslagen gemäß § 16 StGebVV sind nachzuweisen. Bei dem von Ihnen beschriebenen Umfang ist es schwer verständlich, dass hier Porto und Telefonkosten von fast EUR 100,00 angefallen sind. Ansonsten können in einer Sache pauschal nur EUR 20,00 abgerechnet werden.

Also selbst bei einer maximal schwierigen und umfangreichen Steuererklärung würden maximal EUR 302,60 anfallen, mit Umsatzsteuer wären dies EUR 360,09. Die von Ihnen zitierte Rechnung erscheint mir in der Tat überhöht. Sie sollten den Steuerberater um Erläuterung bitten und notfalls ein Schlichtungsverfahren bei der zuständigen Steuerberaterkammer einleiten.

Frage 3: Wenn ich von der BEK erst mit dem Tag der Vorlage der EKST 2012 (also heute) niedriger eingestuft werde, kann ich den Bearter fuer die Verzoegerung und die Differenz zum niedriegeren Beitragssatz haftbar machen?

Das wäre grundsätzlich möglich, Sie müssten dann aber notfalls nachweisen können durch schriftliche Korrespondenz oder Zeugen, dass Sie den Auftrag schon vor Monaten erteilt haben und auch schon alle Unterlagen vorgelegt haben. In diesem Fall könnten Sie sogar die Aufrechnung mit Ihrer Gebührenforderung erklären.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Elke Scheibeler, Rechtsanwältin
Bewertung des Fragestellers 14.11.2013 | 08:27


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