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Rail and Fly


08.12.2009 14:21 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht



Mein Freund aus Togo besuchte mich in Deutschland und in Osterreich im Juli und August 2009. Ich half ihm dabei, einen guenstigen Flug zu finden und rief bei der Airline Afriqiyah an. Diese boten mir verschiedene Flugverbindungen an. Die vom Termin am besten geeignete schickte ich ihm per email und er ging mit dem Ausdruck der email ins Buero von Afriqiyah in Lome, buchte den Flug inklusive Rail und Fly von Duesseldorf nach Muenchen und bezahlte in bar.
Da ich meinen Freund in Duesseldorf nicht abholen konnte, wollte ich ihm genau erklaeren, wie er nach seiner Ankunft in Duesseldorf an das Zug-Ticket kommen wurde.
Er scannte das Ticket, das er im Afriqiyah-Buero in Lome bekommen hatte und schickte es mir per email. Ich leitete diese email weiter an das Afriqiyah-Buero in Duesseldorf und fragte, ob sie bitte ueberpruefen koennten, ob das alles in Ordnung sei und ob die betreffendende Nummer (auf dem Flugticket ist die Nummer fuer Rail und Fly angegeben, mit dem man am Automaten kostenlos das Ticket bekommt) fuer Hin- und Rueckfahrt mit der Deutschen Bahn gelte. Dies wurde mir per email schriftlich bestaetigt. Es wurde mir noch ein Formular ueber Rail und Fly zugeschickt, dessen Inhalt ich auf franzoesisch uebersetzte und an meinen Freund schickte.
Mit dem Flug verlief alles problemlos und nach der Ankunft in Duesseldorf rief mein Freund mich gleich an. Er hatte eine deutsche Sim-Karte in seinem Handy und so konnten wir telefonieren und ich ihm helfen, wenn er sich nicht zurecht fand. Er traf am Flughafen einen Senegalesen, der ihm half, die Zugstation zu finden. Dort versuchten sie gemeinsam, wie von mir beschrieben, das Ticket fuer die Zugfahrt nach Deutschland auszudrucken. Da das nicht gelang, bat ich meinen Freund, jemanden von der Deutschen Bahn zu suchen und er fand auch einen sehr netten Angestellten, der ihm half und mit mir am Handy sprach. Dieser musste jedoch feststellen: es war ueberhaupt kein Ticket hinterlegt, die Fluggesellschaft hatte einen Fehler gemacht und das Zugticket nicht richtig ausgestellt. Der nette Deutsche Bahn-Mann stellte meinen Freund fuer 129 Euro ein neues Ticket nach Muenchen aus. Bei Afriqiyah konnten wir nicht anrufen, da es sich um einen Sonntag handelte.

Nach der Ankunft meines Freundes in Muenchen gab er mir sein Ticket, das neue Zugticket und die Rechnung und ich scannte alles und schickt es an Afriqiyah.
Der Sitz von Afriqqiyah in Deutschland ist in Duesseldorf. Dort habe ich mehrmals angerufen und es wird mir immer gesagt, man koenne gar nichts tun, die Mitarbeiter in Lome haetten das Rail und Fly Ticket falsch ausgestellt.
Wenn ich bei Afriqqiyah in Tripoli anrufe (Hauptsitz) heist es, die verantwortliche Person sei nicht da usw., ich solle morgen anrufen, und so geht es jedes Mal. Emails werden nicht beantwortet.

Ich will diesen Anspruch - wenn es sein muss - gerichtlich entscheiden. Auch wenn die Kosten am Ende hoeher sind, als das Zugticket. Es geht mir dabei mehr ums Prinzip. Ist das Afriqiyah-Buero in Deutschland wirklich nicht zustaendig?
Konnten Sie mir bitte auch raten, an wen ich mich wenden muss (gegebenenfall welchen Anwalt und vor allem in welchem Land?). Mein Freund kam aus Togo (und er ist geflogen, nicht ich), ich wohne nun in Osterreich, bin aber Deutsche, geflogen wurde nach Deutschland uns das Rail&Fly gilt auch in Deutschland. Das Ticket wurde aber in Togo gebucht und bezahlt.

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Sehr geehrte Fragestellerin,

Ein Gerichtsstand in Deutschland ist leider nicht gegeben.

Die EG-Verordnung über die gerichtliche Zuständigkeit (EuGVVO) ist nicht anwendbar, da Afriqiyah ihren Hauptsitz außerhalb der EU hat. Eine Klage am Sitz der deutschen Niederlassung gemäß Art. 5 Ziff. 5 EuGVVO scheidet daher von vornherein aus. Auch nach der Zivilprozessordnung besteht kein Gerichtsstand in Deutschland, denn die Voraussetzungen für eine Klage bei der Niederlassung (§ 21 ZPO) sind nicht erfüllt: Da der Beförderungsvertrag in Togo geschlossen wurde, besteht kein Bezug zur deutschen Afriqiyah-Niederlassung.

Eine Klage auf Schadensersatz für das Bahnticket dürfte unproblemtisch bei der Niederlassung im Togo zulässig sein, evtl. auch am Afriqiyah-Hauptsitz in Libyen. Dies müsste allerdings von Anwälten dieser Länder geprüft werden.

Einen deutschsprachigen Anwalt in Lomé scheint es nach den Angaben der dt. Botschaft nicht zu geben. Eine Liste französischsprachiger Anwälte finden Sie hier:

http://www.lome.diplo.de/Vertretung/lome/de/04/Dienstleistungen/download__Anwaltsliste,property=Daten.pdf

Einen der Anwälte müssten Sie kontaktieren und das weitere Verfahren besprechen.


Mit freundlichen Grüßen

M. Juhre
Rechtsanwalt
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