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Räumungsklage nach Mietminderung


| 28.12.2008 16:58 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ingo Bordasch



Guten Tag,
seit mehr als zwei Jahren mindere ich erfolglos die Miete für meine Wohnung, da ich aufgrund erheblicher Geruchsbelästigung aus der
Wohnung unter mir meinen Balkon überhaupt nicht nutzen kann, da der Geruch unerträglich nach oben steigt. Außerdem muß ich vor dem Lüften meiner Wohnung erst ausspähen, ob die Fenster unten geschlossen sind, da sonst bei ungünstiger Witterung der "Mief" in meine Wohnung eindringt. Die Minderung beträgt monatlich 50,00 Euro und ist nun zu einer Höhe von zwei Monatsmieten angewachsen. Der Vermieter hat bisher nichts zur Beseitigung meiner Beschwerde getan. Er verlangt ausschließlich Zeugen aus dem Wohnhaus, eine Freundin, die seinerzeit mit mir vom Balkon geflüchtet ist, wird nicht akzeptiert. Was kann ich tun? Ist eine Klage erfolgreich? Muß ich hinnehmen, dass ein Vermieter nur abwarten und dann kündigen kann?
Sehr geehrter Fragesteller,

1.
neben der von Ihnen bereits vorgenommenen Mietminderung haben Sie die Möglichkeit den Mangel selbst zu beheben; § 536a Absatz 2 BGB, was aufgrund des bei Ihnen vorliegenden Mangels ausscheiden dürfte, Schadensersatz zu verlangen; § 536a Absatz 1 BGB, auf Beseitigung des Mangels klagen oder vom Zurückbehaltungsrecht der Miete des die Mietminderung übersteigenden Anteils Gebrauch zu machen.

2.
Schadensersatz können Sie verlangen, wenn Ihnen ein Schaden aufgrund des Mangels entstanden ist. Ob dies bei Ihnen der Fall ist, kann von hier nicht beurteilt werden.

3.
Im Rahmen einer Klage kann Ihre Freundin als Zeugin auftreten. Es liegt nicht in der Entscheiddungsgewalt des Vermieters zu bestimmen, wer als Zeuge in Betracht komt oder nicht. Aufgrund Ihres besonderen Falles, des Mangels durch Geruchsbelästigung durch einen Dritten, rate ich Ihnen im Falle einer Klageerhebung einen Rechtsanwalt Ihrer Wahl mit der Vertretung zu beauftragen.
Ob eine solche Klage erfolgreich ist, kann von hier nicht beurteilt werden, da dies sich letztlich nach den zu würdigenden Umständen des Einzelfalls richtet und ohne Kenntnis der genauen Umstände nicht beurteilt werden kann.

4.
Darüber hinaus können Sie auch die Miete die nicht von der Mietminderung wegen des Mangels betroffen ist zurückbehalten; § 320BGB. Wird der Mangel behoben, müssen Sie die zurückbehaltende Miete allerdings an den Vermieter auszahlen. Damit haben Sie die Möglichkeit, auf den Vermieter zur Behebung des Mangels Druck auszuüben, ohne selbst Klage erheben zu müssen. Sie müssen dem Vermieter aber darauf hinweisen, dass Sie die Miete bis zur Behebung des Mangels zurückbehalten.

5.
Haben Sie die Miete zu Recht in angemessener Höhe gemindert, kann der Vermieter nicht wirksam das Mietverhältnis kündigen. Sollten eine Kündigung ausgesprochen werden, rate ich Ihnen sich an einen Rechtsanwalt Ihrer Wahl zu Ihrer Vertretung zu wenden, um gegen die Kündigung angemessen vorgehen zu können.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann,
sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen
übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Ich hoffe, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, weitergeholfen zu haben.
Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.
Für eine weiterführende Interessenvertretung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

Tel.: 030 - 293 646 75
Fax.: 030 - 293 646 76
frag-einen-anwalt@RA-Bordasch.de

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Bewertung des Fragestellers 28.12.2008 | 19:16


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