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Rabatt bei Maklerprovision aufgrund von nicht erbrachten Leistungen des Maklers


03.10.2004 19:18 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Klaus Wille



Hallo,
wir haben vor Kurzem ein Haus gekauft. Der Verkauf sollte über einen Makler laufen. Sowohl der Verkäufer als auch wir sind unzufrieden, wie das Ganze abgelaufen ist. Sämtliche Leistungen, welche der Makler erbringen sollte, haben wir selbst erledigen müssen. Das fing an mit mangelhaftem Expose und Aufklärung, über unterlassene Informationen bis dahin, dass alle Unterlagen(Grundriss usw.) durch uns selber besorgt werden mußten, sogar um den Notartermin haben wir uns selbst gekümmert.Bereits vor Abschluß des Kaufvertrages versuchten wir wir schon über die Höhe der Provision zu verhandeln, Makler wollte das mit dem Vorstand besprechen.
Jetzt nach dem Abschluß möchte die Bank von beiden Seiten je 3,48% Provision eintreiben, und beruft sich auf erfolgte Unterschriften. Kein Wort mehr über jedwede Verhandlungen.Wir reklamierten und schlugen je 2% vor. Während eines Gespräches in der Filiale dieser Immobilienabteilung räumte man Fehler ein und war bereit über einen eventuellen Rabatt nochmals zu beratschlagen.
Per Brief teilte man uns den Beschluß mit, dass sie pro Partei 2,5% + Mwst haben möchten, ansonsten Eintreiben per Gericht. Wir haben jedoch jeder nur die 2,5% überwiesen ohne Mwst. und dazu eine Erklärung geschickt, dass wir diesen Betrag immernoch angemessen finden. Nun kam als Antwort eine Aufforderung zur Zahlung der noch ausstehenden Summe, ansonsten Eintreiben per Gericht der Gesamtsumme von 3,48%. Was hätten wir vor Gericht für Chancen? Und ist es nun nach Rabattangebot zulässig, die ursprüngliche Gesamtsumme einzufordern? Danke für eine helfende Antwort und Nachsicht für dieses Ausholen im Bericht.

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Sehr geehrter Rechtssuchender,

die Hauptaufgabe des Makler liegt in der Vermittlungstätigkeit. Darüber hinaus gehende Beratungen oder eigene Nachforschungen des Maklers muß er nur vornehmen, wenn dies vereinbart ist oder zu erwarten war.

Aber aufgrund seiner Aufklärungspflicht hat der Makler alle ihm bekanten tatsächlichen und rechtlichen Umstände mitzuteieln, die sich auf den GEschäftsabschluß beziehen und für Sie wesentlich sind. Inwieweit er aber aufklärungspflichtig ist, hängt vom Einzelfall ab. Liegt aber eine Pflichtverletzung vor - für die Sie im übrigen die volle Beweislast tragen - dann können Sie einen Schadensersatzanspruch geltend machen. Haben Sie falsche Informationen erhalten, so sind Sie so zu stellen, wie Sie gestanden hätten, wenn Ihnen die richtige Auskunft erteilt worden wäre.

Im Grunde genommen ist die Bank Ihnen schon entgegengekommen. Sie wollte zuerst 3,48 % haben und Sie nur 2 % zahlen. Die Mitte wäre 2,74 %; angeboten hat man 2,5 %. An Ihrer Stelle würde ich das Angebot daher annehmen.

Tun Sie dies nicht, so wird die Bank Sie auf volle 3,48 % - die Sie wohl vereinbart hatten - verklagen. Sie sind dann aber auch für etwaige Pflichtverletzungen des Maklers und etwaigen Schäden für Sie beweispflichtig.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Wille
Rechtsanwalt
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Rechtsanwalt Klaus Wille
Breite Straße 147 - 151
50667 Köln
Telefon: 0221/ 272 4745
Telefax: 0221/ 272 4747
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