Rückführung aus Dauerpflege zur Herkuntsfamilie
Preis: ***,00 € |
Familienrecht
Beantwortet von
Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle
Guten Tag
Ich bin 29 Jahre und Mutter von 2 Kindern.
Meine Tochter (10) lebt seit genau 8 Jahren in Dauerpflege, mein Sohn(2) lebt bei mir und meinem
Lebensgefährten ( Vater von unserem Sohn)
Ich habe vor 8 Jahren eine sehr schwere Entscheidung getroffen, die ich ausschliesslich zum Wohle meines
Kindes getroffen habe. Da ich alleinerziehend war, und selbst noch in der Jugendhilfe war( Mutter-Kind
Projekt) und auch keine Rückendeckung von meiner Familie hatte, beschloss ich meine Tochter in eine
Pflegefamilie unterzubringen. Da ich depressiv war durch meine Situation, und auch Existenzängste hatte,
traute ich mir es nicht zu, aus dem Mutter Kind Projekt auszuziehen und mit meinem Kind allein zu leben. Bis
dato hatte ich stets die Unterstützung durch die Jugendhilfe, die aber mit meinem Auszug endete. Ich lebte
selbst im Heim, danach in einer Wg und zum Schluss im M-K-Projekt.
Ich bin nie auf " die schiefe Bahn" geraten, trotz meines Päckchens was ich mit mir trage. Das Jugenamt hat
sich stets um mich gekümmert, war immer für mich da. Und so glaubte ich natürlich die richtige Entscheidung
getroffen zu haben, mein Kind in eine Pflegefamilie zu geben, eine Entscheidung die das Jugendamt voll
unterstützt hat.
Ich möchte vorallem betonen dass ich mir das sehr genau und lange überlegt habe, da ich selbst im Heim war
und meinem Kind das ersparen wollte. Eine Adoption kam sowieso nicht in Frage. Es ging auch nie darum dass
ich eine schlechte Mutter war, ich habe weder mein Kind geschlagen noch misshandelt noch war meine Wohnung
verwahrlost oder dergleichen, ich war weder mir gegenüber noch meinem Kind gegenüber jemals unverantwortlich
oder habe je etwas getan was das Vertrauen missbraucht hätte. Natürlich war ich nicht die Supermami die man
sich wünscht und durch meine Situation und mein eigenes Verhältniss zu meiner Familie war das auch garnicht
möglich. Und das waren natürlich Dinge an denen ich arbeiten wollte um eine enger Beziehung zu meinem Kind
auf bauen zu können, in Form von Sprechtherapie, Vergangenheitsbewältigung und natürlich schauen wie ich
allein zurecht komme- was Wohnung anbelangt und Ausbildung und natürlich auch das Umfeld.
Solange bis ich ein stabiles Umfeld geschaffen habe für mein Kind und mich ,wollte ich sie gut untergebracht
wissen. Aber auch mit der Sicherheit dass mein Kind, gegebenen Falls auf Dauer (bis 18) bei dieser einen
Pflegefamilie bleibt, für den Fall dass ich zum Beispiel sterbe oder schwer krank werde.
So eine Familie zu finden die sich auf eine offene Perspektive einlässt sei schwer zu finden , erklärte mir
das Jug. Bis sie die Familie gefunden hatte in der meine Tochter heute noch lebt.
Mir wurde in erster Linie zugesagt dass ich selbstverständlich mein Kind wenigsten alle 2 Wochen sehen
dürfte, dies sei der Normalfall. Als Sorgeberechtigte Mutter hätte ich ebenso das Recht mein Kind jeder Zeit
wieder zu mir zu nehmen. Auch die Pflegeeltern kannten meine Gründe für diese Entscheidung und beteuerten
sie würden mir mein Kind ja niemals wegnehmen wollen.
Natürlich gab mir all das Sicherheit die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Aber schnell wurde klar
dass das wohl mit Abstand die naivste dümmste und - sorry hierfür :beschissenste- Entscheidung war die ich
je getroffen habe.
Nachdem ich also den Vertrag unterschrieb und schweren Herzens mein Kind dort zurückliess, ging das ganze
Drama schon los:
3 MONATE KONTAKTSPERRE!
Mein Kind war damals 1 1/2, was das bedeutete war mir dann völlig klar: Entfremdung!
Natürlich war ich dagegen und nach langen Diskusionen und Auseinandersetzungen liessen sich die Pflegeeltern
auf 2 Monate ein: Sie riefen an-sagten den Termin ab und den neuen gab´s natürlich erst 4 Wochen später-
somit hatten sie schon ihren Willen!
Als ich dann meine Tochter zum ersten mal wiedersah war es leider nicht das Wiedersehenspektakel wie ich es
mir erhofft habe. Ein Kind das auf mich los flitzt und mir in die Arme springt- eine Mama die auf ihr Kind
zugeht und die Arme ausbreitet.
Stattdessen kühle Begrüssung seitens der Pflegeeltern, kein Gespräch, ich war ausgeschlossen, Jug und
Mitarbeiterin einer Stiftung für Pflege und Herkunftsfamilie, alle an einem Tisch, fachsimpeln, weit und
breit kein mein kleines Kind.
Als sie endlich im Garten auftaucht schaut sie mich skeptisch eingeschüchtert an und ignoriert mich. kein
Versuch der Pflegeeltern mein kind zu ermuntern, keine gute Stimmung, auch mein kind findet keine Sicherheit
bei den Pflegeeltern. Sie weiss nicht wohin mit sich, sieht mich an als kenne sie mich doch irgendwo her,
oder auch nicht.
Sie läuft im Garten umher und irgendwann kommen wir dann zusammen durch Zufall. ich kann sie plötzlich
garnicht in den Arm nehmen weil ich Angst hatte sie damit zu überfordern, überrumpeln , zu nahe kommen. -Als
eigene Mutter.
Da wir alle nicht so miteinander warm wurden fragte ich wie es meinem Kind geht, wie hat sie sich eingelebt,
versteht sie sich mit ihren Geschwistern( Ich unterbreche unhöflicherweise das Gespräch der Fachleute)
ich bekomme nur kurze Antworten und dann höre ich zum ersten mal das Wort " Konfliktsituatio"- Mein Kind sei
in einer Konfliktsituation, und hätte hier seelischen Schaden und dort psychische Störungen und und und...
ich war gerade 20 und mein Wissen auf diesem Gebiet war etwas eingeschränkt ;-) so richtig verstanden hab
ich es alles nicht.
was mir klar war: Zu gehen ohne mein Kind war ein Alptraum!
Meine Vernunft jedoch zwang mich ruhig zu bleiben und abzuwarten wie es weiter geht. Mein Herz allerdings
wusste: Dass hier geht nie und nimmer gut.
Und letzlich ist es so, und leider leider wie ich es hier in Foren schon zu oft gelesen habe ist es immer
das gleiche Theater. Man kämpft vor Gericht, bekommt Recht, dann wieder nicht, die Pflegeeltern boykotieren
die Besuchskontakte wo es nur geht, werfen dir vor du würdest dein Kind " bespucken und besabbern", ich
sollte nicht zur Einschulung weil ich mein Kind psychischen Schaden zufügen würde mit meinem beisein, mein
Kind wollt ,dass ihr Pflegevater mich erschiesst wenn ich komme, ich suhle mich mit meinem Kind an einer
befahrenen Strasse und dort hätten wir einige Minuten mit den Füssen gezappelt, bis zu guter Letzt hiess es
sogar ich würde mein Kind von oben bis unten abschlappern( um nicht zu sagen : ich nötige mein Kind
sexuell), meine Tochter sei sowieso schon sexuell gestört, mein Lebensgefährte würde nackig durch die
Wohnung rennen, ich würde mich bei meinem Kind ausweinen weil ich von meiner Mutter geschlagen wurde, meine
Toilette sei so dreckig dass mein Kind in die Büsche gehen müsste, ich würde wolllen dass Kinder in der
schule wieder geschlagen werden sollten, Helferkonferenzen seien sowieso nur dafür da mich zu informieren,
es sei auch nicht meine Aufgabe mein Kind zu unterstützen( als Sorgeberechtigte Mutter!!!), ebenso würde es
mich nichts angehen wie ihr Kinderzimmer aussieht- Privatsache, nicht zu guter letzt bin ich ja auch
schuld dass mein Kind psychisch gestört ist weil: Ich ihr nicht die " innerliche Erlaubniss" gebe.
( Wenn ich mich bei Ihnen als Babysitter bewerben würde und sie würden mich einstellen, und im nächsten
Atemzug werfe ich Ihnen vor:" Es ist ja ekelhaft wie Sie ihr Kind von oben bis unten abschlappern..."- Was
würden sie tun???
Da brauch man eigentlich nichts mehr zu sagen: Sie würden mich feuern, mir besten falls noch n Vogel zeigen
und sich eine reifere Babysitterin suchen. Den Auch ihr Kind würde sich beimir nicht wohlfühlen,weil sie dem
kind garnicht vermitteln könnten: Du bist hier gut aufgehoben, du brauchst keine Angst haben.
Welche Mutter schaut sich nicht den Kindergarten vorher an bevor sie Ihr Kind dort hinbringt??? Fühlt Mama
oder Papa sich wohl in dem Kindergarten sehen unsere Kinder das und wissen sie dürfen sich hier auch
wohlfühlen.
Ich habe nicht mal das Kinderzimmer sehen dürfen- das hätte wenigstens ein winzigen Teil dazu beigetragen
meinem Kind Sicherheit zu geben- bzw. ein bischen mehr innerliche Erlaubniss.
Es wäre einfach nur meinem Kind zu Gute gekommen, mir auch aber es geht schliesslich um mein Kind, welchen
psychischen Schaden würd ich ihr damit zu fügen????
Ich erzähle das vorallem weil es mich verletzt. Ich habe diesen Menschen mein allerwertvollsten Schatz
anvertraut, ich habe ihnen keine Waschmaschine geliehen und auch keinen Kugelschreiber sondern MEIN KIND!!!
Und das hab ich nicht gemacht weil ich dachte : Oh was für bescheuerte Pflegeeltern - da soll mein Kind hin-
nein ich hab gedacht - ok, das könnte passen, die sehen nett aus, der Pflegevater ist Pädagoge im
Behindertenheim, er scheint auch nicht ganz so spießig. Sie ist Hausfrau, haben ein Haus, 4 andere Kinder (
2 Pflegekinder mit meinem inbegriffen) Mein Kind hätte Familie , Geschwister und ein schönes Zu Hause,
solange bis ich meine Ziele erreicht habe um ihr ein ebenso gutes zu Hause geben zu können, ihr eine Mama zu
sein wie es sich gehört!
Ich hätte ebenso gut " nein " sagen können, dann wär mein Kind in einer anderen Pflegefamilie gekommen oder
es hätte andere Perspektiven gegeben. Aber ich habe diese Entscheidung getroffen und ich habe mich für diese
Pflegefamilie entschieden.
Ich war wohl sehr naiv in meinen Vorstellungen, zu glauben ich könnte einfach so meinem Kind eine Familie
geben, und selbst wenn sie zu mir zurück gekommen wäre, könnte der Kontakt stets bleiben, einfach weil man
natürlich auch Beziehungen und Bindung aufbaut.
Wenn das mal so wäre, hätt ich vielleicht mehr Verständniss für das Verhalten der Pflegeeltern. Ich möchte
nebenbei sagen dass ich den Pflegeeltern niemals solche Dinge vorgeworfen habe und jemals mich denen
gegenüber daneben verhalten hab.Auch meinem Kind nicht gegenüber. Das bedeutet nicht dass ich ein
Unschuldslamm bin, auch ich habe sicherlich Fehler gemacht aber ob das dass Verhalten der Pflegeeltern
rechtfertigt oder die Entscheidung des Gerichts oder die Haltung des Jugendamtes oder der Stiftung für
Pflegeeltern und Herkunftseltern wage ich zu bezweifeln. Ich möchte meinen dass ich ein sehr vernünftiger
Mensch bin mit Manieren.
Ich habe all die Jahre sehr hart für meine Besuchsrechte gekämpft, ein Besuchskontakt ist mehr wert als ein
Job, den ich verloren habe weil mir der Besuchskontakt - mein Kind , wichtiger war .
Ich habe ohne jegliche Hilfe und mit vielen grossen Steinen die ich beiseite räumen musste und überwinden
musste eine sehr enge Mutter-Kind-Beziehung zu meinem Kind aufgebaut. Eine Beziehung die ich - und ich sag
es unter Tränen- eine Beziehung die ich mir niemal hätte ertäumen lassen, vor 3 Jahren als ich endlich
regelmäßig Kontakt zu meinem Kind haben durfte und wir sozusagen von null angefangen haben - denn- dass was
vorher war-Krieg vor Gericht- das war kein kämpfen mehr das war Krieg, da war unter all diesen ganzen ***
keine oder nur sehr gering eine Beziehung möglich, aber bei weitem nichts was Nähe bedeutete, oder Liebe,
oder Vertauen, Ruhe, den Tag geniessen- all das war garnicht möglich.
Und endlich konnte ich sie kennen lernen, konnte mit ihr mehr unternehmen , irgenwann übernachtete sie
regelmäßig bei uns, wir hatten Vertrauen aufgebaut, wir haben zusammen gearbeitet ohne jede Hilfe von aussen
und heute bin ich so fassungslos wie sich das entwickelt hat- bis zu einem Punkt wo sie von sich aus sagte
sie will bei uns bleiben. Bis vorallem wir Nähe zulassen konnten, Umarmungen von Herzen ohne Krampf ohne
Unsicherheit.... Küsschen ohne Scham, knuddeln und faxen machen ohne Misstrauen.... wir konnten sogar über
Probleme reden, unsere Ausseinandersetzungen, die wir gelöst haben- das und vieles mehr war vorher alles
garnicht da. Dinge die eigentlich so selbstverständlich sind ...
Aber das letzte was passierte , die Ausseinandersetzungen mit den Pflegeeltern und dem Jugendamt und am
allerschlimmsten in Gegenwart von meinem Kind ( Teile der Aussagen die ich oben aufgeführt hatte) , zwingten
mich letzlich doch in die Knie- ich musste die Besuchskontakte abbrechen.
Es ist jetzt fast ein Jahr her.
Sie fehlt mir so sehr und ich kann als Mutter nicht damit leben. Wenn ich nur einen Zweifel daran hätte dass
ich nicht in der lage bin mich um mein Kind zu kümmern, könnt ich mich ehr damit abfinden dass sie nicht bei
mir ist. Wüsste ich die Pflegeeltern würden all diese Dinge aus Liebe zu meinem Kind machen- ich würd´s
wenigstens verstehn- niemals hab ich gehört dass sie mein Kind lieben, niemals gesehen dass sie mein Kind in
Arm nehmen und sich freuen wenn sie wieder zurück ist ( obwohl sie mir mitunter vorgeworfen haben ich wollte
sie entführen...) Freut man sich da nicht um so mehr?
Niemals hätt ich mein Kind so verabschieden oder begrüssen können :((
Natürlich ist es oftmals ein Argument Kinder in Pflegefamilien zu lassen weil sie einfach zu lange dort
leben und dort ihren Lebensmittelpunkt haben. Aber : Egal wo ich lebe- dort wo ich lebe ist immer mein
Lebensmittelpunkt, und nicht jeder Lebensmittelpunkt ist gut für einen manchen. Auch nicht für mein Kind.
Und Kinder die zu Hause geschlagen und misshandelt werden haben dort ihren Lebensmittelpunkt.
Lebensmittelpunkt ist also für mich kein Argument.
Sie hat nicht im entferntesten Bindung zu diesen Menschen, und ich würd s mir gern ausdenken um
irgendjemandem zu imponieren aber es ist leider eine Tatsache die ich schwarz auf weiss habe. Viele
Gutachten und Beurteilungen von Psychologen und Therapeuten , sogar Mediation wurde versucht, wir haben das
alles schon durch....
genau deshalb ist es für mich nicht zu verstehen.
Mein Kind wird irgendwann in all zu kurzer Zeit schon erwachsen sein und sich wie jedes andere Kind welches
adoptiert oder in Pflege oder anderweitig fremd untergebracht ist, fragen: Warum habe ich nicht zu Hause bei
meiner Familie gelebt.
Und viele Kinder finden die Antworten bei ihren leiblichen Eltern, sehen dass sie Drogenabhängig sind, keine
stabile Lebensverhältnisse haben, oder krank sind, oder oder oder - ohne irgendeinen dieser Gründen
abzuwerten auf diese Eltern bezogen bzw. ohne Eltern damit abzuwerten, es gibt durchaus genügend traurige
Schicksale für die Eltern nichts können.
Wenn mein Kind in 10 Jahren bei mir vor der Tür steht wird sie mich ebenso fragen. Sie wird in eine intakte
Familie kommen ( und das wird sie!) und fragen warum sie an diesem Leben nicht teil haben durfte. Mit ihrer
Familie zusammenleben, bei ihren Geschwistern, bei ihrer Mama, und natürlich auch bei meinem
Lebensgefährten( die beiden hatten auch eine sehr liebevolle Beziehung zueinander ohne dass er den Vater
gepielt hat, aber als ein sehr guter Freund für mein Kind als Teil dieser Familie!) Sie wird ebenso ihre
Pflegeeltern fragen- was werden die meinem Kind erzählen??? Deine Mutter hatte kein Interesse an dir, oder -
deine Mutter war nicht in der lage? Oder wollen sie ihr vielleicht sagen weil wir dich so sehr lieb
hatten...? Egal welche gründe sie meinem Kind sagen werden, mein Kind wird die Wahrheit erfahren, Dinge die
sie lesen wird, Dinge an die sie sich selbst erinnern kann und weiss -so ist es nie gewesen. Nur mein Kind
weiss selbst welche beziehung sie zu mir und uns hatte. Sie wird es Ihren Pflegeeltern niemals danken. Ich
bin ebenso davon überzeugt dass mein kind niemals mehr einen Fuss auf deren Türschwelle treten wird wenn sie
erfährt was alles passiert ist. Ist das Sinn der Sache? Egal aus welchem motiv auch immer man ein Kind in
Pflege nimmt , ob aus geld oder Langeweile, oder Mitleid oder weil man ein kind tatsächlich lieb gewonnen
hat:
Es geht nicht darum dass mir mein Kind genommen wurde sondern darum dass meinem Kind die Familie genommen
wurde. Und welche Rechtfertigung die Pflegeeltern auch immer haben werden meinem Kind gegenüber: Sie wird es
denen nicht verzeihen!
Ich bin selbst erwachsen, ich lebe mein eigenes Leben und es ist ein gutes schönes Leben, aber ich weiss wie
sehr ich heute noch darunter leide keinen Kontakt zu meiner Familie zu haben. Der Unterschied ist aber dass
ich dankbar bin für jede Hilfe und Unterstützung die ich vom Jugendamt bekam als ich selbst noch ein Kind
war, weil ich heute weiss, wenn ich zu Hause geblieben wäre , wär das für mich nie und nimmer gut
ausgegangen!!! WEIL MEINE ELTERN NICHT IN DER LAGE WAREN!!!! Es ist und bleibt letzlich immer das gleiche
Argument.
Aber mein Kind wird das niemals sagen können, selbst wenn ich demnächst sterben würde, wäre sie Ihren
Pflegeeltern niemals dankbar dafür dass sie keine Zeit mit mir verbringen konnte!
Welche Erklärung die Pflegeeltern auch bringen werden , es ist egoistisch.
Eine Familie gehört zusammen und dafür sollte alles getan werden!
Als ich im Heim war kamen 2 Kinder zu uns. Sie waren gerade mal 2 Jahre jung. Sie wurden geschlagen, sie
waren verwahrlost und ausgehungert. Sie kamen ins Heim weil sich keine Pflegefamilie und keine
Adoptivfamilie fand die diese Kinder haben wollten. Ich will nicht wissen wieviele Kinder es heute noch gibt
die so jung im Heim sind statt in einer Pflegefamilie. Mein Kind könnte für wenigstens eines dieser Kinder
einen Platz frei machen weil sie es nicht nötig hat.
Ich würde gern vor dem Richter stehen und sagen: Ich habe eine super enge Beziehung zu meinem Kind, mein
Kind möchte auch zu uns, und hätt auch gern ein kompetenten Jugendamtmitarbeiter der wenigstens versucht
neutral zu bleiben, allein meinem Kind gegenüber. Aber dem ist nicht so.
Es gab schon einige Mitarbeiter und Psychologen und Gutachter die die Situation garnicht verstehn konnten,
aber urplötzlich doch die Meinung der Pflegeeltern unterstützten.
Ich hatte sogar schon mit dem Gedanken gespielt umzuziehen in einen anderen Bezirk um ein anderes Jugendamt
zu bekommen, aber das wär doch absurt.
Ich hatte auch schon 4 verschiedene Anwälte, eine war sogar wirklich gut, aber wollte auch so viel Geld
haben dass es mich wirklich in den Ruin getrieben hätte. Irgendwann musste ich mir einen anderen suchen der
auch finanzierbar war. Und ich lebe nicht in Armut, und mein kind ist mir jeden Cent wert, wenn ich jedoch
danach in die Privatinsolvenz gehen muss ist es wohl fraglich ob es mein Kind dann soviel besser hat ;)
Ich weiss es gibt Gerichtskostenbeihilfe, aber manche Anwälte erwarten ein zusätzlichen Stundenhonnorar-
oder Horrornar wohl ehr.
Auch wäre der Umgangskontakt garnicht mehr möglich.
In Einem Urteil hab ich gelesen dass ein Kind aus einer Pflegefamilie rausgenommen wurde und vorerst in
einer Art Heim untergebracht wurde um "neutralisiert zu werden", hab ich jetzt vielleicht komisch
ausgedrückt aber eine neutrale Unterbringung für meine Tochter würde ich ebenso sofort befürworten.
Sie hat zu guter letzt auch kein Wort mehr mit uns gesprochen(3 Tage), und wollte auch nicht abgeholt werden. Daher
wäre eine sofortige Rückführung auch nicht möglich.
Es ist auch leider so dass niemand sich dafür interessiert, warum ich den Kontakt abgebrochen habe. Im
Grunde genommen wissen sie es ja, und wollten wohl genau das erreichen. Wäre es anders, würde wenigstens das
Jugendamt nach Gründen fragen, Gespräche suchen- so aber scheinen alle glücklich und zufrieden. Mein kind
soll jetzt wohl glücklicher werden, kein Kontakt mehr zur Mutter, obwohl er vorher immer da war. Das soll
aus derer Sicht zum Wohle des Kindes sein?
Und mein Kind soll das auch noch verstehen?
Ich weiss auch nicht ob ein Anwalt allein reicht um das Gericht davon zu überzeugen dass mein Kind dort fehl
am Platz ist. Vielleicht wissen Sie an wem ich mich noch wenden kann.
Vielen Dank für´s Geduldige lesen und ihre Zeit.
Gruss eine Mama
-- Einsatz geändert am 18.05.2010 10:44:29









