Quasi keine Arbeitnehmerrechte
Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr,
ich wende mich Zwecks einiger Missstände bei meinem aktuellen Arbeitgeber an Sie, da ich hierfür gerne eine fachliche Einschätzung haben würde.
Ich bin in einer Spielstätte (Spielothek) einer größeren Kette befristet angestellt und in dieser Firma läuft meines Erachtens nach extrem viel schief.
Entsprechend dem, werde ich nun die einzelnen Punkte skizzieren:
- Bewertung und Abmahnung der Mitarbeiter über Überwachungskameras.
- Ständig Testkunden im Haus.
- Weit mehr als 300 Mitarbeiter und kein Betriebsrat.
- Täglich ändernde Schichten, teilweise zwischen Schichtende und -Anfang weniger als 9 Stunden.
- Arbeitszeiten prinzipiell ohne Pausen.
- Es werden täglich 15 Minuten Arbeitszeit zur regulären Arbeitszeit ohne Bezahlung gefordert. Weitere Arbeitszeit nach Schichtende werden unter 30 Minuten ebenfalls nicht bezahlt.
- Für Arbeitszeiten vor 6:00Uhr werden keine Zuschläge gewährt.
- Im Falle einer Änderung des Dienstplanes wird das Erscheinen gefordert, die Aussage verhindert zu sein wird als Arbeitsverweigerung gewertet.
- Privatgespräche sind quasi untersagt.
- Im Falle eines Raubüberfalles sind gewisse, von der Versicherung nicht gedeckte Beträge von den Mitarbeitern zu tragen.
- Stetige Drohung, dass Strafen und Ordnungsgelder im Falle einer Kontrolle durch die Mitarbeiter zu tragen sind.
- Artikel die an Gäste verschenkt werden (dürfen), werden dem Personal in Rechnung gestellt.
- Beschädigtes Arbeitsmaterial und ggf. anfallende Gewinneinbußen sollen künftig ebenfalls von den Arbeitnehmern getragen werden.
- Willkürliche Abzüge kleiner Beträge auf der Lohnabrechnung, da in der Summe Geld fehlt und es nicht einem einzelnem Arbeitnehmer angelastet werden kann.
- Auch wenn Arroganz kein Vergehen ist, jede Dienstanweisung endet mit der Drohung auf arbeitsrechtliche Konsequenzen. Insofern stützt die Firma sich auf ein "Regelwerk" dessen Regeln sie meines Erachtens nach selbst nicht einhält und dieses auf Grund der strukturellen Überlegenheit gezielt zur Einschüchterung verwendet.
Es gibt noch einige Kleinigkeiten auf welche ich nicht öffentlich eingehen möchte, da diese zu leicht auf mich bzw. meine Filiale zurück zu führen sind, jedoch habe ich die wohl wichtigsten Punkte aufgezählt.
Da mein finanzielles Kapital im Gegensatz zu dem meines Arbeitgebers beschränkt ist, ist für mich vor allen Dingen relevant, wie gut die Chancen stehen rechtlich gegen meinen Arbeitgeber vorzugehen.
Da ich dem Druck der hier vorherrscht sowohl psychisch als auch physisch nicht mehr lange Stand halten kann, steht eine Weiterbeschäftigung nach dem Auslaufen meines Arbeitsvertrages außer Frage. Dem entsprechend wäre es auch wünschenswert, wenn dadurch auch die Arbeitsbedingungen meiner Kollegen dadurch verbessert werden würden.
Zudem wäre für mich eine unverbindliche grobe Angabe über den finanziellen Aufwand für ein rechtliches Vorgehen interessant um bereits im Vorfeld Überlegungen über dessen sinnhaftigkeit abzustecken.
Ein Großteil meiner Kollegen hat bereits resigniert, da diese der Ansicht sind, gegen einen mehrere Milliarden schweren Konzern nichts ausrichten zu können. Entsprechend gering wird auch die Wahrscheinlichkeit sein noch beschäftigte Mitarbeiter als Zeugen verwenden zu können.









