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Prüfung Hochschule für öffentliche Verwaltung


15.11.2016 18:01 |
Preis: 49,00 € |

Hochschule, Prüfungen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Robert Hotstegs, LL.M.


Zusammenfassung: Auch wenn die Frist zum Nachschreiben einer Studienleistung (Modulprüfung) überschritten ist, kann ein Nachholtermin angesetzt werden. Das Auffrischen eines Themas nach über einem Jahr ist wohl rechtlich hinzunehmen.


Ich habe letztes Jahr eine Anfrage gestellt die ich hier nochmal reinkopiere.

Guten Tag,
ich studiere den gehobenen Verwaltungsdienst. Zwei Prüfungen hab ich beim ersten Versuch nicht bestanden. Da ich zeitweise krank war hat sich bei mir die Prüfungsphase generell etwas nach hinten verschoben, dass ich somit die erste schriftliche Prüfung später als meine Kommilitonen geschrieben habe. Es waren sieben Modulprüfungen von denen ich im ersten Versuch fünf bestanden habe und eben zwei nicht. Gem. Prüfungsordnung MÜSSEN Prüfungen innerhalb von sechs Wochen nach Bekanntgabe der Note nachgeschrieben werden ( §19 Abs. 3). Allerdings ist diese Zeit nun doch schon um einiges verstrichen.

§ 19 Wiederholung von Modulprüfungen und der Bachelorarbeit
(1) Wer eine Modulprüfung nicht bestanden hat, kann sie einmal wiederholen. Satz 1 gilt
für die Bachelorarbeit entsprechend.
(2) Wird bei einer Modulprüfung auch die Wiederholungsprüfung nicht bestanden, kann
die Modulprüfung ein weiteres Mal wiederholt werden. Das gilt jedoch nur für bis zu
drei Modulprüfungen während des gesamten Studiums. Die weitere Prüfung ist mündlich
und dauert 20 Minuten. Mit ihr wird entschieden, ob der Prüfling die Note 4,0
erreicht. Sie wird von zwei prüfenden Personen abgenommen.
(3) Wiederholungen von Modulprüfungen sind innerhalb von sechs Wochen nach
Bekanntgabe des Prüfungsergebnisses durchzuführen. Die Bearbeitungszeit für eine
Wiederholung der Bachelorarbeit beginnt mit der erneuten Themenstellung, die in der
Regel am Tag nach der letzten Modulprüfung erfolgt.

Selbst in den FAQ der Hochschule ist die Sprache von spätestens acht Wochen. Diese Zeit ist auch vorbei. Jedoch wird ja verdeutlicht, dass der Termin FRÜHZEITIG Bekannt gegeben wird. Somit bin ich ja nicht in der "Bringschuld" nehm ich mal an?!

FAQ:
Klausurtermine/Nachholtermine
- müssen innerhalb von 8 Wochen nach Notenbekanntgabe stattfinden
(§ 19 Abs. 3 SPO)
- werden frühzeitig im Glaskasten im Foyer der Hochschule veröffentlicht und zusätzlich
per Mail bekanntgegeben

nun frage ich mich, wie ich mich Verhalten soll, bzw. auf was ich mich einstellen soll?!

hier war ich nicht in Bringschuld.

Nun ist die Sachlage so, dass ich heute darüber informiert wurde, die Prüfung nachschreiben zu müssen. ÜBER EIN JAHR SPÄTER.
Die eine Prüfung war am 30.10.2015 und die andere am 06.11.2015.
in der Prüfungsordnung (siehe Auszug oben) steht ja, dass Prüfungen INNERHALB acht Wochen nach Bekanntgabe der Ergebnisse nachgeschrieben werden müssen. Nun ist das mehr als ein Jahr her und die Unterlagen, sowie der Stoff an sich ist nicht mehr vorhanden und auch nicht mehr im Gedächtnis. Ist es nun so, dass ich die Prüfungen nachzuschreiben habe oder nicht? Die Bachelorarbeit wurde bestanden, und es stehen noch ein paar Prüfungen an bis Februar 2017, die allerdings nichts mit den fehlenden zu tun hat. Die angeblich noch zu schreibenden sind mit "es fehlen noch Leistungen" und den geschriebenen Noten versehen. Mit den Noten wäre ich ja einverstanden, aber das Nachschreiben nach über einem Jahr wird mehr als schwer für mich. Wie ist nun hier die Rechtslage?
Sehr geehrte Fragestellerin, sehr geehrter Fragesteller,

herzlichen Dank für Ihre Anfrage und die darin übermittelten ersten Angaben zu Ihrem Sachverhalt.

Ihrer Schilderung entnehme ich, dass Sie grundsätzlich darum wussten, dass die beiden Prüfungen noch nachzuholen waren. Wenn diese nun zwingend für den Studiengang vorgeschrieben sind und nicht zu einem späteren Zeitpunkt durch andere Leistungen ersetzt werden können, sehe ich leider erst einmal keine Möglichkeit, der Lernbelastung auszuweichen.

Sie haben recht, dass die Belastung hoch ist, wenn Sie nun ein Jahr "alten" Lernstoff wieder auffrischen müssen und gleichzeitig andere Studienleistungen erbringen müssen. Solange aber Klausur- oder Prüfungstermine nicht unmittelbar kollidieren, sehe ich hier keine Möglichkeit, dem zu entkommen.

Bei dem Zeitraum von sechs Wochen handelt es sich wohl um eine sogenannte "Ordnungsvorschrift". Wenn diese einmal verletzt ist, also die Zeit überschritten wurde, kann man diesen Fehler ja nie wieder heilen. Gleichzeitig sollen Sie aber in allen Fächern geprüft werden. Im Ergebnis führt dies dazu, dass die Prüfung auch nach mehr als sechs Wochen, auch nach über einem Jahr, wiederholt werden kann (und muss).

Lediglich, wenn Ihre Prüfungsordnung es auch zulässt, dass Sie eine Modulprüfung auch endgültig nicht bestehen (das ist dem Auszug aus der SPO nicht zu entnehmen), wäre es denkbar, dass Sie zu einer Prüfung auch gar nicht antreten. Diese würde dann regelmäßig als nicht bestanden gewertet.

Ein derartiges "Taktieren" mit Punkten ist aber häufig nicht zu empfehlen, da hierdurch auch Ergebnisse entstehen können, die Sie dann nachträglich nicht mehr ausgleichen oder gegenüber potentiellen Arbeitgebern rechtfertigen können. Ich rate daher dazu, diese Option nur nach eingängiger eigener Prüfung der SPO und nach Rücksprache mit dem Prüfungsamt in die engere Wahl zu ziehen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit dieser ersten Antwort bereits weiterhelfen. Diese online-Beratung kann eine anwaltliche Erstberatung nicht ersetzen, aber Sie soll Ihnen einen ersten Eindruck von der Rechtslage vermitteln.

Mit freundlichen Grüßen

Robert Hotstegs
Rechtsanwalt
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