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Probleme bei Unfallregulierung


30.12.2008 13:20 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht



Sehr geehrte Rechtsanwälte/innen,

ich habe ein Regulierungsproblem mit den Versicherungen nach einem Verkehrsunfall.

Hintergrund ist ein Verkehrsunfall in der Form, dass auf einem Parkstreifen der vor mir parkende Rückwärts auf mich drauf gefahren ist. Mein Wagen stand, der Motor war noch nicht einmal angelassen.

Nun habe ich meine Ansprüche bei der gegnerischen Versicherung geltend gemacht (insgesamt rund 1.600,00 €). Diese behauptet nach Einsicht in die Polizeiakten, dass sie nur 50% anerkenne, da beide Unfallbeteiligte angegeben hätten, sich verkehrsgerecht verhalten zu haben. Daraufhin hat zwischenzeitlich nun auch meine Versicherung mir mitgeteilt, 50% anerkannt und bereits entschädigt zu haben.

Nun will ich nicht auf den anderen 50% und zudem noch auf der Höherstufung einfach so sitzen bleiben. Da Zeugen anwesend waren, denke ich, dass ich beweisen kann, dass ich gar nichts getan habe und einfach nur auf mein Wagen drauf gefahren wurde. Meine Frage bezieht sich nun allerdings, wen ich wie worauf zu verklagen habe, da ich hier gelesen habe, dass meine Versicherung für mich einen Schaden auch ohne meine Einwilligung anerkennen kann.

1. a) Kann ich oder habe ich das Recht den Gegner oder dessen Haftpflichtversicherung auf die ausstehenden 50% zu verklagen? b) Oder bin ich daran gehindert, da meine Versicherung ein Anerkenntnis erklärt hat? c) Kann ich dann meine Versicherung verklagen? d) Wenn ja auf was?

2. Zudem hat die gegnerische Versicherung zwar erklärt, 50% anzuerkennen, von diesen 800,00 € allerdings die vollständigen Sachverständigenkosten für die Begutachtung meines Wagens in Höhe von rund 300,00 € abgezogen und damit nur 500,00 € ausbezahlt. Müsste Sie nicht auch wenigstens 50% dieser Sachverständigenkosten übernehmen, d.h. in jedem Fall weitere 150,00 € zahlen?

Vielen Dank

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Sehr geehrte Fragestellerin,

Aufgrund Ihrer Informationen beantworte ich Ihre Anfrage wie folgt:

Zunächst möchte ich Sie aber darauf hinweisen, dass dieses Forum lediglich eine erste rechtliche Orientierung bieten soll. Durch Hinzufügen oder Weglassen von Sachverhaltsangaben kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen und somit zu einem anderen Ergebnis führen.

Vorab rate ich Ihnen an, sich an einen Anwalt zu wenden und diesen mit der Angelegenheit zu beauftragen. Nur so können die genauen Einzelheiten des Falles überprüft werden und auch sichergestellt werden, dass die vollständige Schadenshöhe geltend gemacht wird.

Grundsätzlich ist es bei einer normalen KFZ-Versicherung so, dass diese nur die Schäden des Unfallgegners zahlt. Ihren eigenen Schaden müssten Sie selbst tragen.
Diesen Schaden könnten Sie dann ohne weiteres, trotz des Anerkenntnisses Ihrer Versicherung, geltend machen und zwar bis zu 100 %, wenn Sie beweisen können, dass Sie keine Schuld an dem Unfall trifft.

Sollte eine Abrechnung Ihres Schadens über eine Kaskoversicherung gelaufen sein, stellt sich dies etwas anders da. Den Schaden an Ihrem eigenen Auto könnten Sie dann nicht mehr selbst geltend machen, da dieser Anspruch auf die Kaskoversicherung übergegangen ist. Sie könnten hier jedoch einen Höherstufungsschaden einklagen und eventuell weitere Schadenspositionen wie die Kosten eines Sachverständigengutachtens geltend machen.

Aufgrund Ihrer Schilderung gehe ich jedoch davon aus, dass es sich um die zuerst genannte Versicherung handelt. Sie sollten an Ihre eigene Versicherung herantreten und dieser den Sachverhalt nochmals schildern. Auch sollten Sie dieser mitteilen, dass Sie notfalls klageweise gegen die gegnerische Versicherung vorgehen wollen. Möglicherweise schließt sich Ihre Versicherung dieser Klage an bzw. stellt Ihnen in Aussicht, die Höherstufung bei positivem Ausgang eines Prozesses wieder rückgängig zu machen.
Daneben haben Sie die Möglichkeit, auch hier den Höherstufungsschaden als weitere Schadensposition in Ihre Klage aufzunehmen.

Grundsätzlich ist es Ihnen erlaubt, ein Sachverständigen-Gutachten einzuholen. Dieses stellt auch einen Schaden des Unfalls da, so dass bei einem Anerkenntnis bezüglich des Gesamtschadens von 50 % die gegnerische Versicherung auch hiervon die Hälfte zu tragen hätte. Sie sollten bei der gegnerischen Versicherung nachfragen, mit welcher Begründung diese Zahlung ausgeblieben ist.
Dies gilt jedoch nicht für einen so genannten Bagatellschaden. Hierbei liegt die Schadenshöhe nicht über ca. € 750,00. Hierbei reicht zumeist ein Kostenvoranschlag einer Fachwerkstatt als Schadensnachweis aus.
Hiervon ist bei Ihnen aufgrund Ihrer Angabe einer Schadenshöhe von 1600 € nicht auszugehen.


Ich hoffe, dass meine Antworten für Sie hilfreich gewesen sind und darf zusätzlich auf die kostenfreie Nachfragefunktion verweisen.

Mit freundlichen Grüßen

Kerstin Götten
(Rechtsanwältin)

Nachfrage vom Fragesteller 06.01.2009 | 15:19

Vielen Dank für die Antwort.

Sie haben zutreffend angenommen, dass es sich um das Anerkenntnis meiner Haftpflichtversicherung gegenüber der gegnerischen Haftpflichtversicherung handelt.

Sie schilderten allerdings, dass ich trotz dieses Anerkenntnisses von 50% meiner Haftpflichtversicherung weiterhin den noch ausstehenden Schaden gegenüber der gegnerischen Versicherung bzw. dem Fahrer geltend machen könnte:

"Diesen Schaden könnten Sie dann ohne weiteres, trotz des Anerkenntnisses Ihrer Versicherung, geltend machen und zwar bis zu 100 %, wenn Sie beweisen können, dass Sie keine Schuld an dem Unfall trifft."

Nun entnehme ich aber einer Antwort Ihres Kollege in diesem Forum in einem vergleichbaren Fall, dass das Anerkenntnis eine weitere Geltendmachung verhindere?! Deshalb bleibe ich ein wenig verwirrt und bitte Sie höflich um eine weitere Erläuterung. Den Sachverhalt finden Sie unter http://www.frag-einen-anwalt.de/Haftpflichtversicherung-geht-einen-Vergleich-ein-Was-ist-mit-meiner-SF-Klasse__f53199.html

Meine Nachfrage ist daher, ob eine gerichtliche Geltendmachung gegenüber der Gegenseite tatsächlich noch möglich ist, d.h. obwohl meine Haftpflicht bereits die 50% Haftung (für mich?) anerkannt hat?

Ich bitte auch um die Beantwortung meiner ursprünglichen Frage, gegen wen ich Klage erheben müsste, die gegnerische Versicherung oder den Fahrer? Oder bleibt mir nur die Geltendmachung gegenüber meiner Haftpflicht wegen unberechtigter Höherstufung (dies will ich allerdings vermeiden, da ich gelesen habe, dass die grundsätzlich nur schwer zu beweisen ist) ?

Hinsichtlich der Gutachtenkosten antwortet die gegnerische Haftpflichtversicherung nicht mehr? Sehen Sie irgendeine Berechtigung, dass ich trotz der 50% Haftungsanerkennung dennoch die vollen Kosten des Gutachtens tragen müsste? Der Schaden beläuft sich bei mir mit 1.600,00 € auf mehr als 750,00 €.

Eine Rechtsanwalt für die Klage will ich nicht unbedingt beauftragen, da ich keine Rechtsschutzversicherung besitze und es sich "nur" um 800,00 € handelt, was für mich allerdings viel ist.

Für die (weitere) Aufklärung bedanke ich mich.




Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.01.2009 | 09:41

Sehr geehrter Fragesteller,

grundsätzlich ist es so, dass Sie bei Vertragsabschluss Ihre Haftpflichtversicherung bevollmächtigten, alle notwendigen Erklärungen - auch in Ihrem Namen - abzugeben und über die Haftungsfrage zu entscheiden.
Dies ist so, da gemäß § 3 Pflichtversicherungsgesetz Ihre Haftpflichtversicherung neben Ihnen haftet und Ihr Unfallgegner sich auch direkt an Sie wenden kann.

Die Versicherungen treten jedoch bevor einer endgültigen Abgabe eines Anerkenntnis nochmals an Ihren Versicherungsnehmer heran und bitten diesen, entlastende Beweise vorzulegen, soweit solche vorhanden sein sollten.
Ich bin davon ausgegangen, dass auch dies Ihre Versicherung getätigt hat und wir uns in diesem Stadium befinden.

Wenn ein verbindliches Anerkenntnis bereits vorliegt und dieses auch die Schuldfrage betrifft, müssten Sie gegen Ihre eigene Haftpflichtversicherung vorgehen, wenn Sie der Ansicht sind, dass diese die Haftungsfrage falsch entschieden hat und ein Anerkenntnis nicht abgeben durfte.
Sie könnten so Ihren Höherstufungsschaden geltend machen, der durch das Anerkenntnis entstanden ist.
Jedoch bezieht sich auch die von Ihnen gefundene Antwort nur auf diesen Höherstufungsschaden und auf die Ansprüche, die gegen Sie geltend gemacht werden und nicht auf Ihre eigenen Ansprüche.
Die weiteren Ansprüche können Sie gegen den Unfallgegner und/oder dessen Haftpflichtversicherung geltend machen.

Das Prozessrisiko diesbezüglich tragen in allen Fällen Sie. Für eine genaue Auskunft, ob es einen Grund geben könnte, dass die Gutachterkosten nicht gezahlt werden, müssten die Einzelheiten des Falles gekannt werden.
Wenn Sie keine schriftliche Antwort mehr von der generischen Versicherung erhalten, dann sollten Sie versuchen telefonisch den Bearbeiter zu erreichen.
Auch könnten Sie mit Ihrer eigenen Haftpflichtversicherung hierüber nochmals sprechen. Vielleicht ist dies zwischen den Haftpflichtversicherungen zur Sprache gekommen.

Sollten Sie durch ein Gespräch mit Ihrer eigenen Haftpflichtversicherung erreichen können, dass doch kein Anerkenntnis vorgenommen wird, dann müssten Sie Mehrkosten, die
durch eine gerichtliche Geltendmachung durch die Gegenseite entstanden sind, wie z. B. Zinsen, Gerichtskosten etc., selbst zahlen.


Mit freundlichen Grüßen

Kerstin Götten
(Rechtsanwältin)

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