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Probearbeit während Krankschreibung


14.09.2017 11:20 |
Preis: 51,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hallo,

ich bin seit 6 Monaten wegen Depression krank geschrieben. Zu meinem aktuellen Arbeitgeber (öffentlicher Dienst) möchte ich nicht zurück, weil dort alles angefangen hat.
Nun habe ich eine Einladung für ein Probearbeiten (2-3 Stunden) bekommen.
Darf ich das wahrnehmen oder nicht?
14.09.2017 | 12:08

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ich gehe zunächst davon aus, dass Sie mit Probearbeiten ein kostenloses Arbeiten meinen, bei welchem der neue Arbeitgeber erkennen möchte, ob der potentielle Arbeitnehmer für die ausgeschriebene Arbeitsstelle geeignet ist.

Es muss vorab überprüft werden, ob Sie ggf. durch die Probearbeit gegen arbeitsrechtliche Pflichten gegenüber Ihrem jetzigen Arbeitgeber verstoßen, wenn Sie bei einem Konkurrenten tätig sind. Das sollten Sie zunächst abklären und in Ihrem Arbeitsvertrag nachschauen.

Nichts desto trotz müssen Sie als Arbeitnehmer auch arbeitsvertragliche Nebenpflichten beachten. Dazu gehört auch, dass ein arbeitsunfähig erkrankter Arbeitnehmer ein Verhalten unterlässt, dass sich - für ihn ohne Weiteres erkennbar - genesungswidrig und krankheitsverlängernd auswirken kann. Es liegt nicht nur im ureigenen Interesse des Arbeitnehmers selbst, sondern auch im arbeitsvertraglich geschützten Interesse des Arbeitgebers, dass auf Krankheit oder Verletzungen beruhende Arbeitsunfähigkeitszeiten nicht über das objektiv notwendige Maß hinaus ausgedehnt werden.

Dabei kommt es darauf an, welche andere Tätigkeit Sie konkret in der Probearbeit verrichten. Sollte diese Tätigkeit Ihrer Gesundheit nicht förderlich sein, kann das zu arbeitsrechtlichen Konsequenzen führen. Welche das konkret sind, hängt von der Form des genesungswidrigen Verhalten ab. Es können ggf. der Entgeltfortzahlungsanspruch wegfallen und eine außerordentliche fristlose Kündigung drohen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Monika Gansel

Nachfrage vom Fragesteller 14.09.2017 | 12:26

Wer beurteilt, ob die andere Arbeit nicht gesundheitsförderlich ist? Wenn ich mich selber dabei gut fühle, reicht das nicht aus? Zur anderen Arbeit will ich ja nicht mehr hin, damit die Depressionen nicht wieder schlimmer werden. Deswegen will ich ja den Job wechseln.
Es sind beides Bürojobs.
Kann man bei 2-3 Stunden von Probearbeiten reden und sind diese geringe Zeit als problematisch anzusehen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 14.09.2017 | 12:39

Ja Probearbeit liegt vor. Handelt es sich denn nur um 2-3 Stunden überhaupt oder 2-3 Stunden über einen längeren Zeitraum? Sollte die Probearbeit tatsächlich nur insgesamt 2-3 Stunden betragen, dürften die Konsequenzen gering sein, da Sie ohnehin einen Arbeitsplatzwechsel wünschen.
Dabei ist konkret auf Ihre Erkrankung einzugehen und auch zu klären, woher diese rührt. Sollte die Depression etwas mit Ihrem alten Arbeitsplatz zu tun haben und durch die Arbeit dort ausgelöst worden sein (z.B. durch Mobbing), würde bei gleicher Tätigkeit zumindest kein genesungswidriges Verhalten vorliegen.Letztendlich kommt es aber immer auf den Einzelfall an.

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